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Das Rennen um die Gemeinderatssitze in Düdingen ist so offen wie noch selten

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Am 7. März entscheidet sich, wer künftig aus dem Gemeindehaus heraus die Geschicke der Gemeinde Düdingen lenkt.
Corinne Aeberhard

Weniger Sitze, eine gemeinsame Liste von kleinen Parteien und junge Wilde: In Düdingen dürfte das Rennen um die Gemeinderatssitze so spannend werden wie lange nicht mehr. Alles ist offen, darin sind sich die Parteipräsidenten einig.

In der Düdinger Politik rumort es. Der Rücktritt von FDP-Gemeinderat Fabian Wienert im Oktober wegen Spannungen im Rat hatte zu reden gegeben – so sehr, dass sich der Gemeinderat veranlasst sah, im Mitteilungsblatt darauf hinzuweisen, dass die Zusammenarbeit gut funktioniere. Einige Stimmen rufen dennoch laut nach einem Wechsel im Rat.

Den wird es geben, egal wie die Wahlen am 7. März ausgehen. Denn von den bisherigen Ratsmitgliedern treten nur fünf wieder an. Und der Rat wird von neun auf sieben Mitglieder verkleinert. Man wird sich also sowieso neu finden müssen. Und die neuen Mitglieder werden einen neuen Syndic wählen. Denn Ammann Kuno Philipona (CVP), der seit 2001 im Gemeinderat sitzt, hört auf. Auch Bruno Schwaller (CVP), der seit 2011 dabei ist, und Andreas Binz (Freie Wähler), seit 2013 im Rat, treten nicht mehr an.

Für die CVP steigt von drei bisherigen Mitgliedern nur Marianne Dietrich-Wenger (seit 2009) wieder ins Rennen. Da fragt sich: Wird es der Mittepartei gelingen, ihre bisherige Mehrheit im Rat zu halten? Präsidentin Sara Noth-Lenherr geht davon aus, dass zwei Sitze realistisch sind, weil sich zwei Amtierende nicht mehr zur Wahl stellen und der Rat verkleinert wird.

«Die Liste 1 wiederspiegelt die Bevölkerung von Düdingen, wir sind deshalb überzeugt, dass sich die Düdingerinnen und Düdinger mit den Kandidierenden identifizieren können», so Noth-Lenherr. Auf der Liste treten zwei Frauen und drei Männer an, darunter Sara Noth-Lenherr selbst. Sie nimmt den Wahlkampf dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie als aussergewöhnlich wahr; es brauche viel Kreativität.  Immerhin hätten aber alle Parteien und Gruppierungen die gleiche Ausgangslage. 

Bei den Gemeinderatswahlen 2016 hatte die CVP satte 33 Prozent der Stimmen geholt und damit weitaus am meisten von allen Parteien. Dahinter folgte die SVP mit 17 Prozent, dicht gefolgt von der SP (16 Prozent) und der FDP (14,7 Prozent). Die Freien Wähler holten damals 10,8 und die CSP 8,5 Prozent aller Stimmen.

Neue gemeinsame Liste

Doch jetzt werden die Karten neu gemischt. Denn die Freien Wähler und die CSP treten gemeinsam mit Grünen und Grünliberalen auf einer gemeinsamen Liste namens «Gemeinsam Vorwärts» an. Vier Frauen und drei Männer treten an. Rechnet man die Stimmenanteile von Freien Wählern und CSP von 2016 zusammen, so lägen sie hinter der CVP und knapp vor der SVP. Zusätzlich könnten die Grünen und die Grünliberalen der Liste Schub verleihen – analog zur grünen Welle, die 2019 für den ersten grünen Freiburger Nationalrat sorgte.

Man habe mit der gemeinsamen Liste Kräfte bündeln wollen, sagt Erich Tschannen, Präsident der Freien Wähler, auf Anfrage. CSP-Präsident Bruno Baeriswyl ergänzt, dass es mit der Verkleinerung des Gemeinderats gerade für kleine Parteien schwierig werden könnte, den Sprung ins Gremium zu schaffen. Tschannen spricht auch die aktuellen Spannungen an. Die gemeinsame Kampagne zeige, was auch später im Rat wichtig sein werde: einen gemeinsamen Nenner zu finden und ein vertrauensvolles Klima zu fördern. Dies sei eines der Ziele der Liste. 

Die Liste strebt zwei Sitze im Rat an. «Wir möchten sicher den Sitz unserer Bisherigen Anita Johner-Tschannen verteidigen», sagt CSP-Präsident Bruno Baeriswyl. Und Erich Tschannen ist optimistisch, auch den Sitz des abtretenden Andreas Binz verteidigen zu können. «Die Chancen sind grösser als im Alleingang.» In Düdingen wird der Gemeinderat im Proporzsystem gewählt. Das heisst, Listen zählen mehr als Persönlichkeiten.

Auch SVP will zwei Sitze

Ebenfalls zwei Sitze strebt die SVP an. Hier treten die beiden Bisherigen Niklaus Mäder und Stefan Siegenthaler erneut an. Mäder ist seit 2006 im Amt und damit der Amtsälteste unter den Bisherigen, die wieder antreten. Siegenthaler wurde 2016 in den Rat gewählt. Mehr als zwei Sitze seien mit der Verkleinerung des Rats aber wohl nicht realistisch, so Siegenthaler, der auch Präsident der Düdinger SVP ist.

Er schätzt die Chancen, wiedergewählt zu werden, als nicht schlecht ein – trotz der Polemik um die Spannungen im Gemeinderat, wofür besonders die FDP der SVP die Schuld gibt. Zumindest war die SVP 2016 die zweitstärkste Kraft hinter der CVP. Aber auch Siegenthaler sagt, dass bei diesen Wahlen vieles offen sei.

Junge Liste prescht vor

Denn neben der neuen Liste «Gemeinsam Vorwärts» tritt ein weiterer neuer Player auf: Die Junge Liste will erstmals einen Gemeinderatssitz erobern. 2016 trat die Junge Liste erstmals für den Generalrat an und eroberte damals fünf von 50 Sitzen im Gemeindeparlament. Nun wollen es die Jungen auch in der Exekutive wissen.

«Wir wollen nicht nur ein Zeichen setzen, unser Ziel ist ein Sitz», sagt Dylan Porchet, Präsident der Jungen Liste. «Es ist ein hochgestecktes Ziel, aber ich denke, dass uns die Unzufriedenheit über den Gemeinderat in die Hände spielen könnte.» Auch hätten die Jungen einen Vorteil im Wahlkampf zu Corona-Zeiten: «Wir kennen uns gut aus mit Social Media.»

Gefährlich für die SP?

Junge, Grüne, Mitte links – die neuen Player im Rennen um die Gemeinderatssitze könnten der SP gefährlich werden. Was sagt deren Präsidentin Susanne Aeschlimann dazu? Sie antwortet etwas ausweichend: «Uns ist Nachhaltigkeit in der Gesellschaft, in der Umwelt und der Wirtschaft wichtig. Mit einem offenen Fokus wollen wir die Gemeinde in die Zukunft führen.»

Die SP will den bisherigen Sitz behalten, für sie steigt unter anderem der Bisherige Urs Hauswirth ins Rennen. Sie strebt zudem einen zweiten Sitz an, auch wenn das schwierig werden dürfte, wie Aeschlimann sagt. Sie glaubt, dass die Bisherigen gute Chancen hätten – der Rest sei offen. «Eine Prognose ist extrem schwierig. Die Düdingerinnen und Düdinger werden uns vorgeben, wie es weitergeht.»

Wienert wills nochmals wissen

Ebenfalls einen Sitz strebt die FDP an. Sie hatte auch bisher einen Sitz im Gemeinderat, allerdings ist dieser vakant, seit FDP-Gemeinderat Fabian Wienert im Oktober überraschend zurückgetreten ist und niemand mehr auf der Liste war, der nachrutschen konnte. Sein Rücktritt hatte die Spannungen im Rat offenbart. Nun will er es auf der FDP-Liste noch einmal versuchen. Auch Franz Schneider, der bereits einmal im Gemeinderat sass, figuriert auf der Liste.

«Mit unserer Liste haben wir gute Chancen, den Sitz zu behalten», glaubt Benjamin Brägger, Präsident der FDP Düdingen. Mehr Sitze seien angesichts der Ausgangslage nicht realistisch. Er hofft auf eine Verjüngung im Gemeinderat und dass auch Zuzüger den Sprung schaffen und künftig mitpolitisieren werden.

Wer die Zukunft von Düdingen mitgestalten wird, entscheidet sich am 7. März. Und auch, wie sich die viel diskutierten Spannungen im Rat auf die Wahlen auswirken werden. Bis dahin bleibt es spannend.

Kommentare (2)

  • 15.02.2021-Sandro Tissi

    Wenn ich korrigieren darf, die Junge Liste hatte fünf Sitze im Generalrat und nicht vier.

    • 15.02.2021-Simone Frey

      Guten Tag Herr Tissi, besten Dank für den Hinweis. Wir haben die Zahl sogleich angepasst. Freundliche Grüsse, FN-Redaktion

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