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Das Rezept gegen den Hausarztmangel

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Ab sofort kann der Kanton Freiburg auf Personalsuche gehen. Er muss Professorinnen oder Professoren in den Bereichen Hausarztmedizin und medizinische Lehre finden, welche ab Mitte 2017 einen neuen Master-Studiengang in Humanmedizin aufbauen. Das erste Studienjahr mit 40 Studierenden soll im Herbst 2019 beginnen.

Mit 94 gegen 0 Stimmen hat der Grosse Rat gestern die Einführung eines Masters in Humanmedizin gutgeheissen und einen Kredit von knapp 33 Millionen Franken für dessen Aufbau über die kommenden fünf Jahre bewilligt.

Bei der Debatte waren mit Erziehungsdirektor Jean-Pierre Siggen (CVP) und Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre (SP) gleich zwei Vertreter der Regierung anwesend, um das Geschäft im Parlament zu vertreten. Dies widerspiegelt sich auch in der Partnerschaft zwischen der Universität, welche den Studiengang anbietet, und dem Freiburger Spital, in dem der grösste Teil der auf die Praxis ausgerichteten Ausbildung stattfindet.

Partner statt Konkurrenten

Partnerschaften werden auch mit anderen Spitälern und Fakultäten angestrebt. Grossrat Emanuel Waeber (SVP, St. Antoni) deponierte gestern gar einen Antrag, gemäss dem weitere Zusammenarbeiten im Dekret explizit erwähnt sein sollen. Seitens der Broyebezirkler Grossräte war insbesondere vom Interkantonalen Spital Broye die Rede. Während Jean-Pierre Siggen sagte, die Partnerschaften lägen in der Autonomie der Universität, erklärte Anne-Claude Demierre, die Zusammenarbeit mit anderen Partnern sei absolut notwendig. Man wolle sich aber nicht auf bestimmte Partner beschränken. Der Antrag Waebers fand keine Mehrheit.

Siggen sagte, der Freiburger Master in Humanmedizin mit einem Institut für Hausarztmedizin sei ein innovatives Projekt. «Wir wollen nicht in Konkurrenz zu anderen Ausbildungsstätten treten, sondern brauchen deren Unterstützung.»

Unterstützung wird das Freiburger Projekt vom Bund erhalten. Ralph Alexander Schmid (Grünliberale, Lugnorre), der mit einer Motion 2012 das Projekt auf politischer Ebene angeregt hatte, erwähnte, dass Freiburg zum Teil von den 100 Millionen Franken profitieren könne, welche der Bundesrat zur Förderung der Hausarztmedizin gesprochen hatte. Für das Freiburger Projekt ist von einem Betrag von sechs Millionen Franken die Rede. «Das Freiburger Spital wird als universitäres Ausbildungsspital attraktiver», so Schmid. «Und es werden mindestens 100 Stellen mit hoher Wertschöpfung geschaffen.» Auch die geplante Zusammenarbeit mit Permanencen und Hausarztpraxen biete eine Chance.

Anne-Claude Demierre gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass Freiburg dank des neuen Studiengangs ein Mittel zur Behebung des Hausarztmangels schaffen wird. «Wir hoffen auf sieben bis zehn Ärzte pro Jahr, die sich dank des Masters in Zukunft im Kanton Freiburg niederlassen werden.» Die Hausärzte hätten eine Schlüsselrolle im Gesundheitssystem, denn sie trügen dazu bei, die Gesundheitskosten zu reduzieren, meinte die Staatsrätin.

Emmanuelle Kaelin Murith (CVP, Bulle), Sprecherin der vorbereitenden Ratskommission, sagte, das Angebot sei eine logische Weiterführung der existierenden drei Studienjahre für einen Bachelor. «Es ist eine grosse Investition, aber sie ist gerechtfertigt», so die Grossrätin. Staatsrat Jean-Pierre Siggen sagte: «Die Beträge sind vernünftig. Die Kosten werden etwa 120 000 Franken pro Student und Jahr betragen. Andernorts sind es bis zu 150 000 Franken.»

Zahlen und Fakten

Nach dem Aufbau Teil des Uni-Budgets

Das erste Studienjahr des Masterprogramms in Humanmedizin soll im Herbst 2019 beginnen. Der Betrag von knapp 33 Millionen Franken ist für einen Aufbau über fünf Jahre vorgesehen. Darunter fallen auch die Kosten für den Bau eines provisorischen Gebäudes beim Kantonsspital. Die ersten Kosten 2017 sollen durch das reguläre Staatsbudget finanziert werden. Ab 2023 wird der Master dann ins Globalbudget der Uni integriert.uh

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