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Das schwarzgraue Tabu

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Das schwarzgraue Tabu

Vortrag um das Thema Depressionen in Plaffeien

Ein Vortrag über Depressionen hat am Freitag gut 100 Zuhörer nach Plaffeien gelockt. Ziel des von der Spitex und der Familienhilfe des Sense-Oberlandes organisierten Anlasses war nebst der Information die Enttabuisierung der Krankheit.

Autor: Von CHRISTOPH STRITT

Bei einer Umfrage vor zwölf Jahren hätten nur gerade zehn Prozent der Befragten mit dem Begriff «Depression» etwas anfangen können, erläuterte John Kummer, Hauptreferent dieses Abends. Mit der Gründung von «Equilibrium», einem Verein zur Bewältigung von Depressionen, versuchte er diesem Mangel an öffentlichem Bewusstsein entgegenzutreten. Der Verein wolle aber in erster Linie den Betroffenen helfen, etwa durch die Betreuung von Selbsthilfegruppen oder durch das Organisieren von Symposien, Tagungen und Ferienwochen. Ein grosses Problem sei, dass von 100 Betroffenen nur 50 einen Arzt aufsuchten, von welchen wiederum nur die Hälfte eine richtige Diagnose erhalte, erklärte Kummer.

Ursachen, Symptome, Therapie

In freier Rede beleuchtete der Vortragende die komplexe Thematik von allen möglichen Seiten: Die multifaktoralen Ursachen einer Depression kamen zur Sprache, die eine Heilung sehr kompliziert machen können. So gebe es biologische Faktoren, wie etwa einen gestörten Hormonhaushalt; durch Experimente mit Zwillingen sei auch der Einfluss des Erbguts erwiesen worden. Nicht zuletzt sei die soziale und ökonomische Umwelt entscheidend, wie z. B. Sterbefälle oder Probleme am Arbeitsplatz.

Nicht fliehen, darüber sprechen

Verschiedene Symptome kamen zur Sprache, die für eine Depression typisch sind: Angst, Schuldgefühle, Suizidgedanken, Hoffnungs- und Schlaflosigkeit. Auch die verschiedenen Therapien wurden dargelegt: die bei schweren Fällen unerlässlichen Psychopharmaka, die Psychotherapie bei verbessertem Zustand und recht exotisch anmutende Methoden wie Schlafentzug oder Elektrokrampftherapie. Wichtig sei aber zuerst, dass man Betroffenen zuhöre und sie ernst nehme.Zum Schluss der Veranstaltung antworteten John Kummer und Dr. Robert Helbling, Allgemeinmediziner in Plaffeien, auf Fragen aus dem Publikum. So wunderte sich beispielsweise jemand, warum der Grossteil der Anwesenden Frauen seien. Die Erklärung lautete, dass Frauen allgemein offener kommunizierten und Probleme auf andere Weise zu bewältigen versuchten als Männer, die oft Alkohol einer Aussprache vorziehen würden.Wer am Ende immer noch vor offenen Fragen stand, konnte sich am Kanisius-Büchertisch mit entsprechender Lektüre eindecken.

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