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«Das Schwierigste ist, die Übersicht über all die Arbeiten zu behalten»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der ehemalige Schultrakt aus dem Jahr 1980 ist nicht mehr wieder zu erkennen. Seit vor rund zwei Jahren der Spatenstich für das Um- und Neubau-Projekt der OS Plaffeien erfolgt ist, hat sich einiges getan. Die Gebäudehülle wurde fast vollständig ausgehöhlt, nur einige Böden und stützende Mauern sind geblieben, bevor der Wiederaufbau begann. Nur so konnte gewährleistet werden, dass aus den ehemaligen Schulzimmern die gewünschten Spezialräume entstehen konnten. Wenn das Projekt einmal abgeschlossen ist, werden in diesem Trakt Hauswirtschaft, Direktion und Sekretariat, Lehrer- und Schulzimmer für Bildnerisches Gestalten sowie Werkräume für Holz und Metall untergebracht.

Aber noch ist es nicht so weit. Momentan schleifen dir und 20 Arbeiter auf der Baustelle Wände ab, ziehen Zwischenwände hoch, verlegen kilometerweise Kabel und bauen die technischen Installationen ein. Im Untergeschoss stehen bereits die grossen Boiler; das Gebäude wird an den Wärmeverbund der Holzenergie OBL AG angeschlossen. In den künftigen Zimmern gibt es zwar grosse Fensterfronten, aber nur noch kleine Luken für die Lüftung, wie dies bei Minergie-Bauten üblich ist.

Bereit für Sonnenenergie

Das leicht schräge Flachdach des Gebäudes soll begrünt werden. Zugleich erhält es aber auch bereits alle nötigen Installationen, um darauf allenfalls später Solarkollektoren zu installieren, wie Otto Lötscher, Präsident der Baukommission und Ammann von Plaffeien, bei einem Rundgang erklärt. «Wir haben geprüft, Solarpanels auch an der Fassade anzubringen. Doch Experten rieten uns ab, weil die Neigung des Sonneneinfalls nicht günstig ist.»

Die Sickerleitung um das Gebäude ist grösser dimensioniert als üblich – dies mit dem Ziel, mittelfristig weitere Gebäude in der Nähe an das Trennsystem anzuschliessen. Denn bisher läuft das Abwasser von einigen Gebäuden unterhalb der Schwarzseestrasse immer noch im Mischsystem ab, was die Abwasserreinigungsanlage belastet.

Fassaden in drei Farben

In den letzten Herbstwochen erhält das «alt-neue» Gebäude eine neue Hülle. Derzeit wird gerade die Aussenisolation befestigt. Darauf folgt dann eine Aussenverschalung aus einem Kunststoff namens Scobalit: auf einer eloxierten Aluminiumplatte werden Lichtwellplatten verlegt. Je nach Lichteinstrahlung scheint die Fassade in den Farben Blau, Rot oder Violett. «Wir wollen mit der Gebäudeversicherung diskutieren, ob dies auch versichert werden kann», sagt Otto Lötscher. Weil es ein eher neues Material sei, müsse noch geklärt werden, ob die Fassade gegen Schaden wie Hagelschlag versichert werde. Über den Winter folgt dann der Innenausbau.

Zweite Etappe im Frühling

Die Arbeiten am 1980er-Bau sind der Anfang von drei Bauetappen des knapp 34-Millionen-Franken-Projekts. Diese erste Phase soll im Frühling/ Sommer 2013 abgeschlossen sein. Sobald die Räume bezugsbereit sind, werden sie zu provisorischen Schulzimmern, denn dann beginnt der Teilabbruch des 1968er-Schultrakts inklusive der alten Turnhalle. Erst dann kann auf diesem Gelände mit dem Neubau von Klassenzimmern und der Aula begonnen werden. In einer dritten Phase werden die restlichen Gebäude des 1968er-Schultrakts abgebrochen und die unterirdische Zweifachturnhalle gebaut, dort wo sich heute der Pausenplatz der OS-Schüler befindet.

Rund fünf Jahre dauert der gesamte Um- und Neubau der OS Plaffeien, an der rund 320 Jugendliche aus den neun Oberland-Gemeinden zur Schule gehen. Eine lange Bauzeit, die nicht ohne Provisorien und ohne genaue Absprachen zwischen Schulbetrieb und Bauleitung realisierbar ist. «Wir haben am Anfang von zwei Etappen gesprochen. Das ginge zwar schneller, wäre aber vom Schulbetrieb her unmöglich zu organisieren gewesen», sagt Otto Lötscher.

In Leichtbauweise werden zwischen den grossen Räumen Wände hochgezogen.In den Schulzimmern nach Minergie-Standard gibt es nur noch kleine Luken zum Lüften.

Otto Lötscher: Einige Monate Verspätung

Der Baukommissionspräsident erzählt, wel che Schwierigkeiten es beim Bau zu bewältigen galt.

 

Otto Lötscher, was ist das grösste Problem bei einem solchen Riesenprojekt?

«Das Schwierigste ist, mit den Architekten und der Bauleitung die Übersicht zu behalten über all die Arbeiten, die am Laufen sind. Es ist auch nicht leicht, bei den Ausschreibungen so weit Einfluss zu nehmen, damit wir Lose machen können, die auch kleinen Betrieben die Chance geben, mitarbeiten zu können. Und bei all dem gilt es, im Hinterkopf immer die Kosten im Griff zu behalten.

 

Ist das bis jetzt gelungen?

Wir haben bereits Arbeiten für etwa 27 Millionen Franken vergeben, also schon sehr viel des Gesamtbetrags. Deshalb kann ich nach heutiger Einschätzung sagen, dass wir den Kostenrahmen einhalten können.

 

Die Überraschungen beim Abbau des 1980er-Baus haben aber zu einer Million Mehrkosten geführt?

Ja, die Entsorgung der durch PCB und Asbest gefährdeten Stoffe im Mauerwerk wurde viel teurer als vorgesehen. Dies, obwohl wir den Aufwand vorher mittels einer Studie abgeklärt hatten. Die Baukommission ist bemüht, diese Mehrkosten durch Einsparungen an anderer Stelle wieder einzuholen. Das ist aber nicht einfach.

 

Führt dies zu einer Verspätung?

Bis jetzt haben wir etwa vier Monate Verspätung, weil die Entsorgung dieser Stoffe mehr Zeit brauchte als geplant. Wir versuchen, die Zeit einzuholen, aber der Zeitplan ist eng.

 

Es ist von einem Bezug im Sommer 2015 die Rede. Ist das noch realistisch?

Momentan halten wir daran fest. Aber es ist absehbar, dass wir ein paar Monate Verspätung haben werden. im

Zum Projekt

Grösstes Bauprojekt im Oberland

Das Bauprojekt für die OS Plaffeien ist mit 33,7 Millionen Franken veranschlagt. Die Kosten werden einerseits von den Sitzgemeinden Plaffeien, Oberschrot und Zumholz getragen, andererseits von allen anderen Sensler Gemeinden. Der Kanton zahlt für die Neubauten Subventionen von ca. 3,6 Mio. Gemäss Otto Lötscher sind bis heute bereits Arbeiten für 9,3 Millionen Franken bezahlt und für 27 Millionen Franken Arbeiten vergeben worden. «Es ist das bisher grösste Bauprojekt, das je im Sense-Oberland realisiert worden ist», ruft er in Erinnerung. Damit alles nach Plan verläuft, fanden bisher 34 Baukommissionssitzungen und 74 Bausitzungen statt.im

 

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