Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Das Schwingen gefällt mir»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Marc tritt siegessicher ins Sägemehl, er hat ein Edelweisshemd an. Dann zieht er sich eine Schwingerhose an, die im Schwingkeller in Estavayer-le-Lac an einem Haken an der Wand hängt. Und schaut grimmig drein. Marc ist 20 Jahre alt und leidet unter dem Downsyndrom. «Das Schwingen gefällt mir», sagt er und grinst. Er ist einer der insgesamt 29 Mitglieder einer Gruppe, die an der Eröffnungszeremonie des Eidgenössischen Schwingfestes in Estavayer Ende August für einen Schaukampf in den Ring steigen werden. Die Gruppe hat Yolande Galley von der Stiftung Just for Smiles (siehe Kasten) zusammengestellt. «Marc ist klein, aber sehr stark», kommentiert Galley.

Marc, der in einer Institution im Glanebezirk lebt, erzählt dem Betreuer, wie er bei seinem letzten Übungskampf seinen Gegner ins Sägemehl gezwungen hat. Dann sagt er: «Ich bin bereit, ich werde euch alle schlagen», lächelt und schaut in die Runde. Auch die anderen machen sich bereit; wo nötig, helfen sie einander beim Anziehen. Das Training geht los. Unter der Leitung des Präsidenten des lokalen Schwingclubs, Gilles Guisolan, wärmt sich die Gruppe auf. Alle Körperteile müssen bereit sein. Auch der Nacken wird gestählt. Guisolan zeigt die Übungen vor, die Gruppe macht es ihm nach. «So ist es perfekt», ruft er in die Runde, «so muss es sein.» Die Freitagsgruppe hat an diesen Nachmittag Besuch erhalten: Die Kranzschwinger Marc Guisolan (Estavayer-le-Lac) und Harald Cropt (Aigle) haben die Patenschaft des Projektes übernommen.

Bereit für das Schwingfest

Die Gelegenheit sei einzigartig gewesen, sagt Galley, und sie habe ihre Kontakte als Mitglied des Organisationskomitees des Schwingfestes nutzen können. Das Interesse unter den Bewohnern aus sieben Freiburger Institutionen sei gross gewesen, erinnert sich Galley. Als sie das Projekt im Frühling anstiessen, war klar: Die Sicherheit der Teilnehmer müsse über allem stehen. Deshalb nimmt ein spezialisierter J+S-Leiter an den Trainings teil. Zehn Einheiten sind pro Teilnehmer vorgesehen. Dann sollten sie so weit bereit sein, dass sie die wichtigsten Griffe kennen und ihr Lampenfieber im Zaum halten. Sie sollen zu Beginn des Schwingfestes in das Heiligste, die Arena, treten und den Zuschauern eine acht Minuten dauernde Schwingshow bieten können.

«Sie haben eine Riesenfreude und sind extrem stolz», sagt Galley, denn sie seien sich durchaus bewusst, was es bedeute, in dieser Arena zu stehen. «Sie wissen: Es ist das Eidgenössische, und sie sind dabei.» Tatsächlich hat einer der Teilnehmer eine Turnhose mit dem Schweizerkreuz unter der Schwinghose angezogen.

Nach dem Aufwärmen wird geschwungen. Die Teilnehmer halten einander gebückt an der Hose und versuchen, ihr Gegenüber zu überwältigen. Der junge Marc hat sich den Kranzschwinger Marc Guisolan vorgeknöpft und bringt ihn tatsächlich zu Boden. Er grinst stolz. Und wie ein Schwingprofi wischt der junge Mann vom Rücken seines Gegners das Sägemehl weg. «Ich mache das gern», sagt Marc Guisolan, «und ich freue mich über jedes Lächeln von ihnen.»

«Nur für ein Lächeln»: Aktivitäten in der freien Natur

D ie Stiftung Just for Smiles mit Sitz in Villeneuve im Waadtland will jungen Menschen mit mehrfachen Behinderungen Aktivitäten in verschiedenen Bereichen und in der freien Natur ermöglichen. Dafür besitzt die Stiftung drei Boote auf dem Neuenburger- und Genfersee. Die Bewohner spezialisierter Institutionen sollen Vergnügen auskosten können, die ihnen sonst vorenthalten sind, schreibt die Stiftung in einem Selbstporträt. Die Vereinigung bietet Tandem-Ski, Segeln und Wandern an. Für Letzteres setzt die Stiftung eine Joelette ein, eine moderne und fahrbare Version einer Sänfte, die sich für alle Behinderungsarten eignet. Sie wird vorne gezogen und von hinten geschoben, sie ermöglicht Offroad-Ausflüge.

Premiere am Schwingfest

Die Stiftung Just for Smiles organisiert eine Premiere: Erstmals in der Geschichte des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes treten 29 Menschen mit einer Behinderung im Alter von sieben bis 50 Jahren in die Arena und führen vor den bis zu 52 000 Zuschauern einen Demonstrationskampf durch. fca

www.justforsmiles.ch

Mehr zum Thema