Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das Sprachenkonzept wirft Fragen auf

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carole Schneuwly

Nachdem die ersten beiden Ausgaben des «Forums Partnersprachen Freiburg» allgemeinen Fragen rund um die Zweisprachigkeit gewidmet waren, ging es letzten Donnerstag um ein konkretes Thema: das neue kantonale Konzept zum Sprachunterricht, das sich bis Mitte Juni in der Vernehmlassung befindet. Der Verein Forum Partnersprachen hatte Vertreter verschiedener interessierter Kreise eingeladen, ihre Meinung kundzutun. Insgesamt lautete der Tenor: Das Konzept geht in die richtige Richtung, ist aber noch zu wenig ausgereift.

Reto Furter, Vorsteher des Amtes für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht, stellte sich als Vertreter der Erziehungsdirektion den Fragen und Anregungen der Fachpersonen und des Publikums. Man habe die Lehren aus der Abstimmungsniederlage vom September 2000 gezogen, als das Stimmvolk das Erlernen der Partnersprache mittels Immersion abgelehnt habe, so Furter. «Das neue Konzept ist weniger visionär. Wir wollten etwas Praktisches vorlegen, das von Anfang an von Schülern, Eltern und Lehrpersonen akzeptiert wird.»

Lehrer fordern Hilfe

Was es braucht, um diese Akzeptanz zu erreichen, zeigten die Aussagen der Podiumsgäste. Andrea Burgener, Heilpädagogin und Co-Präsidentin von Schule und Elternhaus Freiburg, machte die Sorgen vieler Eltern deutlich: Die Umsetzung des Sprachenkonzepts dürfe nicht auf Kosten anderer Fächer gehen und müsse die Bedürfnisse lernschwacher Kinder berücksichtigen. Regula Ackermann, Vertreterin der deutschsprachigen Lehrpersonen, wünschte sich konkrete Unterstützung im Unterrichtsalltag: Einige Vorschläge des Konzepts brächten einen grossen Aufwand mit sich. «Dabei brauchen wir echte Hilfe, nicht bloss irgendwelche Dokumente, die man im Internet herunterladen kann.»

Ähnlich äusserte sich der Vertreter der französischsprachigen Lehrpersonen, Marcel Bulliard: «Viele Kollegen sagen mir, sie hätten bei all den zusätzlichen Anforderungen kaum noch Zeit zum Unterrichten.» Es sei deshalb wichtig, nicht alles auf einmal zu ändern.

Mehr als zweisprachig

Eine besondere Herausforderung ist das Sprachenlernen in Freiburg für jene Kinder, deren Muttersprache weder das Deutsche noch das Französische ist. Das Sprachenkonzept sieht vor, die Migrationssprachen verstärkt einzubeziehen und die Kompetenzen der Migrantenkinder, die in der Regel bereits zwei- oder mehrsprachig sind, gezielt zu fördern. Madalena da Silva sagte dazu als Vertreterin der portugiesischsprachigen Eltern, dass es wichtig sei, die Kinder so früh wie möglich mit den Fremdsprachen in Kontakt zu bringen. Ihre eigenen Kinder seien so rasch drei-, wenn man das Schweizerdeutsche mitzähle sogar viersprachig geworden.

Die Mundartproblematik gab auch in anderer Hinsicht zu reden: Für Marcel Bulliard kommt dieser Punkt im Sprachenkonzept zu kurz. Es sei eine Tatsache, dass die Französischsprachigen gegenüber den Deutschsprachigen ein «Immersionsdefizit» hätten, weil sie mit dem in der Schule erlernten Standarddeutsch im Alltag nicht weit kämen.

Weiter ging es um die Frage, ob der Fremdsprachenunterricht wenn möglich von muttersprachlichen Lehrern gehalten werden sollte. Während die einen fanden, dies sollte gerade in Freiburg selbstverständlich sein, kamen von Lehrerseite Einwände. Regula Ackermann etwa fand, speziell bei kleinen Kindern könne es ein Vorteil sein, wenn die Lehrperson die unterrichtete Sprache einst selber als Fremdsprache habe erlernen müssen und so von ihren eigenen Erfahrungen berichten könne.

Mehr zum Thema