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«Das treue und arbeitswillige Personal wird mir künftig am meisten fehlen»

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Autor: walter buchs

Mit Erreichen des Pensionsalters verlässt Pierre Ecoffey am Ende dieser Woche die Direktion der Kantonalen Gebäudeversicherung (KGV) und tritt formell in den Ruhestand. Er könne seinem Nachfolger Jean-Claude Cornu, der sich seit dem 2. November auf diese Aufgabe vorbereitet, das Amt mit «sehr guten Gefühlen» übergeben, gesteht er im FN-Interview.

Nach gut 27 Jahren nehmen Sie Abschied von einer für den ganzen Kanton wichtigen Funktion. Da schwingt sicher etwas Wehmut mit?

Das trifft durchaus zu. Ich übergebe zwar das Amt einerseits mit Freude und kann mich dann – auch im privaten Bereich – auf Sachen konzentrieren, für die ich bis jetzt keine Zeit hatte.

Andererseits stelle ich doch fest, dass die Direktion der Kantonalen Gebäudeversicherung eine sehr schöne und interessante Aufgabe war. Es gab viele Herausforderungen zu bewältigen, was mir sehr viel Befriedigung gab.

Ich konnte mich auf einen sehr aktiven, kooperativen und interessierten Verwaltungsrat, präsidiert von Staatsrat Erwin Jutzet, und ein sehr gutes, treues und arbeitswilliges Personal abstützen. Von denen gilt es nun, Abschied zu nehmen. Dazu zähle ich natürlich auch unsere Partner, die Feuerwehren im ganzen Kanton, die Gemeinden, die Schätzer und so weiter.

Im vergangenen Vierteljahrhundert hat die KGV grosse Umwälzungen erlebt. Was kommt Ihnen da im Rückblick spontan in den Sinn?

Zuerst möchte ich die Imageänderung erwähnen. Früher war die Gebäudeversicherung ein eher geschlossenes Amt. Daraus haben wir einen wichtigen Partner der Freiburger Wirtschaft gemacht. Wir nehmen unsere Verantwortung bei der Entwicklung der Wirtschaft wahr. Während den vergangenen 25 Jahren hat die KGV annähernd eine Milliarde Franken in die Freiburger Wirtschaft investiert, in Form von Entschädigungen nach Schadenfällen, von Subventionen, von Käufen und Unterhalt von Immobilien, und dies, ohne die Finanzanlagen bei den Freiburger Banken zu berücksichtigen.

Bei den Veränderungen ist auch der Bau eines neuen Sitzes für die KGV zu erwähnen. Wir haben den historischen Sitz in der Reichengasse in der Stadt Freiburg verlassen und uns neu im aufstrebenden Agy-Quartier in Granges-Paccot in bester Verkehrslage, was sich mit der Poya-Brücke noch weiter verbessern wird, niedergelassen.

Welche wichtigen Veränderungen sind bei der Organisation erfolgt?

Besonders hervorheben möchte ich die Modernisierung aller Feuerwehrkorps. So sind heute alle sieben Feuerwehrstützpunkte im Kanton mit Autoleitern ausgerüstet. Man kann sagen, dass die Feuerwehr im Kanton Freiburg heute punkto Ausrüstung und Ausbildung zu den modernsten in der Schweiz gehört.

Was unsere interne Organisation anbelangt, sind wir schweizweit die einzige Gebäudeversicherung, welche zwei ISO-Zertifizierungen hat, nämlich die Auszeichnung für die Qualität der Dienstleistungen (ISO 9001) und für das Umweltmanagement (ISO 14001).

Zur Bilanz Ihrer Tätigkeit: Worauf sind Sie besonders stolz?

Zuerst möchte ich sagen, dass wir die Sicherheit der Bewohner unseres Kantons bei Brandfällen und Elementarereignissen deutlich bessern konnten. Wie Statistiken belegen, stehen wir gesamtschweizerisch ganz gut da.

Trotz folgenschweren Schäden konnten wir in meiner Amtszeit die Versicherungsprämien praktisch halbieren. Sie gehören zu den günstigsten der Westschweiz. Gleichzeitig haben wir im gleichen Zeitraum die gesetzlichen Reserven von 75 auf 240 Millionen Franken erhöht.

Beides war möglich aufgrund guter Rückversicherungsverträge und einer weitsichtigen und vorsichtigen Anlagepolitik. Zudem betreiben wir ein konsequentes Kostenmanagement.

Sie hatten aber auch grössere Naturereignisse zu bewältigen!

Ja, das ist tatsächlich der Fall. Denken wir an das Ereignis Falli Hölli im Plasselbschlund von 1994. Es war dies der grösste Erdrutsch Europas in einer bewohnten Zone, bei dem 37 Gebäude zerstört wurden. In Bösingen wurden am 5. Juli 1999 die grössten Hagelkörner Europas festgestellt.

Der Sturm Lothar vom 26. Dezember 1999 war der heftigste, den man in Europa seit Menschengedenken erlebt hat. Und schliesslich das Hagelgewitter, das am 23. Juli 2009 über den Kanton hinwegzog: Bei diesem Ereignis wurden 125 Millionen Franken als Entschädigungen für 17 000 beschädigte Gebäude ausbezahlt; der grösste Schaden, den die KGV je zu decken hatte.

Was war in Ihrer Amtszeit als KGV-Direktor für Sie das traurigste Ereignis?

In den 27 Jahren hat es im Kanton zwei Brandtote gegeben. Dann auch das Drama des Sonnentemplerordens in Cheiry (Broye) im Oktober 1994 mit 23 Toten. Todesursache war allerdings nicht der Brand, sondern Schüsse.

Jeder Todesfall geht einem besonders unter die Haut. Auch die Verluste, die viele Hauseigentümer im Falli Hölli hinnehmen mussten, gingen mir nahe.

Und etwas besonders Erfreuliches?

Wie ich Ihnen bereits erzählt habe, habe ich sehr viel Erfreuliches erleben dürfen. Die Einweihung des neuen Sitzes im Mai 2005 war ein besonders schöner Moment. Nicht ohne Stolz darf ich auch die Übergabe des Preises für Zweisprachigkeit von der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft an mich und die Kantonale Gebäudeversicherung im Jahr 2002 sowie die Ehrendoktorwürde erwähnen, welche mir die Universität Freiburg verliehen hat.

Jedes Mal, als wir nach einem Audit die Erneuerung der ISO-Zertifizierung erhalten haben, war das für mich ebenfalls ein erfreuliches Ereignis. Zudem darf ich erwähnen, dass alle Jahresrechnungen, die ich präsentiert habe, positiv abgeschlossen haben.

Welches sind die grössten Herausforderungen, die nun Ihr Nachfolger ab 2011 umzusetzen hat?

Als Erstes kann man sicher erwähnen, dass Jean-Claude Cornu «FriFire – Feuerwehr 2010-2015» umzusetzen hat. Teilweise ist das schon erfolgt, wie etwa im Sense-Oberland. Aber die Regionalisierung der Feuerwehrkorps muss weitergehen. Wir wollen aber bewusst nicht drängen und lassen die Zeit arbeiten.

Weiter ist die Konkretisierung des Ausbildungszentrums in Châtillon zu erwähnen, das ich 2005 initiiert habe. Das Anwesen mit 9000 Quadratmetern Fläche hatten wir gekauft. Die Kosten für den Umbau und die Einrichtung des Zentrums haben wir in unserer Bilanz bereits rückgestellt. Die Eröffnung soll möglichst anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums der Kantonalen Gebäudeversicherung im Jahr 2012 erfolgen.

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