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Das Wagnis hat sich ausbezahlt

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Am 6. Oktober 2015 ist erstmals ein Flüchtlingspaar im Rahmen der privaten Aktion «Wagen wir Gastfreundschaft» in einer Freiburger Gastfamilie untergebracht worden. 15 Monate später haben der 100. und der 101. Asylsuchende eine Unterkunft bei Privaten im Kanton beziehen können (siehe Kasten).

Eine Gruppe Freiburger Persönlichkeiten um den pensio­nierten Arzt Bernard Huwiler, Alt-Staatsrat Pascal Cormin­boeuf und Domherr Claude Ducarroz hatte im September 2015 die Aktion «Wagen wir Gastfreundschaft» initiiert. Anlässlich einer Medienkonferenz rief sie damals die Freiburger Bevölkerung auf, Asylsuchende für drei Monate oder länger bei sich aufzunehmen. Die Aktion startete in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Direktion für Gesundheit und Soziales sowie dem mit der Flüchtlingsbetreuung beauftragten Unternehmen ORS.

«Das Resultat ist äusserst erfreulich», sagte Bernard Huwiler gestern an einer Medienkonferenz. «Die Bevölkerung hat sich grossmütig gezeigt. Unsere Partner waren offen, und wir gingen das Projekt verantwortungsbewusst an.»

Spitze im September 2016

Domherr Claude Ducarroz zeigte die Ausgangslage der Flüchtlinge auf, die über zum Teil gefährliche Fluchtrouten bis in die Schweiz gekommen sind. Die private Freiburger Aktion habe vorangehen und andere animieren wollen, den Flüchtlingen ihre Integration in der Schweiz zu erleichtern. «Viele Familien haben die Gastfreundschaft gewagt», so Ducarroz. Zusammen seien Gastgeber und Gäste an ihrer Aufgabe gewachsen: «Es fand eine gegenseitige Bereicherung statt.»

Pascal Corminboeuf zeigte auf, wie sich die Aktion entwickelt hat: Nach den ersten Platzierungen im Herbst 2015 erreichte die private Beherbergung der Flüchtlinge im September 2016 ihren Höhepunkt. Derzeit sind noch 33 Asylsuchende bei 22 Familien platziert, wovon sich aber einige Familien direkt beim Kanton oder bei ORS meldeten. Claude Gumy, Direktor bei ORS Freiburg, sagte: «Wir haben keine schlechten Erfahrungen gemacht.» Er erwähnte aber, dass bei weiteren rund 40 Familien keine Beherbergung zustande gekommen sei. Gumy sieht ORS in der Vermittlerrolle. Interessierte Gastfamilien hätten sich gemeldet, sich informieren lassen, dann aber entschieden, dass es für sie doch nicht das Richtige sei.

Ebenfalls stellte sich heraus, dass die meisten Gastfamilien auch Flüchtlingsfamilien oder Paare aufnehmen wollten. Einzelne männliche Asylsuchende waren am schwierigsten zu vermitteln, häufig auch aufgrund der Konstellation bei den Gastfamilien, wie Gumy erklärte.

Engagement geht weiter

Mit der gestrigen Medienkonferenz läutete «Wagen wir Gastfreundschaft» die nächste Phase ein. «Wir wollen uns weiter engagieren, wenn der Bedarf da ist», sagte Pascal Corminboeuf. Und auch Gesundheits- und Sozialdirektorin Anne-Claude Demierre (SP) zeigte sich offen für ein Weiterführen der Aktion. In Zukunft sei denkbar, auch unbegleitete Minderjährige in Familien zu platzieren, was bisher nicht möglich war. «Im März wird es eine kantonale Tagung geben, wo das auch ein Thema sein wird», so Demierre.

Bernard Huwiler bekannte, dass die Verantwortlichen sich zuletzt ein bisschen auf den Lorbeeren ausgeruht hätten, dass sie aber nun erneut an Familien appellieren, sich zu melden. Auch die finanzielle Basis soll verbessert werden. Neu führt «Wagen wir Gastfreundschaft» eine zweisprachige Website: «www.osonslaccueil.ch».

Zahlen und Fakten

Durchschnittlich sieben Monate

Im Minimum drei Monate sollten Gastfamilien bereit sein, Asylsuchende bei sich aufzunehmen, hiess es zu Beginn der Aktion «Wagen wir Gastfreundschaft». Nach 15 Monaten und 101 so platzierten Asylsuchenden hat sich eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von sieben Monaten ergeben. ORS-Direktor Claude Gumy erwähnte eine Gastfamilie, die einem jungen Flüchtling gar unlimitiertes Gastrecht angeboten hat. 15 Familien boten drei bis sechs Monate Gastrecht, 23 Familien sechs bis zwölf Monate und neun Familien mehr als zwölf Monate. In vier Fällen wurde die Aufnahme vorzeitig abgebrochen.

Von den 101 zugewiesenen Asylsuchenden kamen 51 in Familien, 28 einzelne Männer, zwölf einzelne Frauen und zehn als Paare. Während im ersten Monat zwei Asylsuchende in einer Gastfamilie untergebracht waren, stieg die Zahl Ende 2015 auf 30 Personen in 17 Familien, im Juli 2016 auf 68 Personen in 36 Familien, und jetzt sind es noch 31 Flüchtlinge in 22 Familien. Dass es heute weniger sind, hat damit zu tun, dass der Migrationsstrom abgenommen hat, alleinstehende Männer schwerer vermittelbar sind und die rund 100 unbegleiteten Minderjährigen noch nicht an Familien vermittelt werden dürfen. 2016 wurden in Freiburg 2105 Asylbewerber aufgenommen.

uh

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