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Dem Atelier geht die Arbeit nicht aus

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Nicole Jegerlehner

Er kann nur einen Daumen und den Kopf bewegen – und arbeitet doch. Die Kamera auf dem Bildschirm des Computers registriert die Kopfbewegungen von Dominique Bächler und führt die Maus auf dem Bildschirm dorthin, wo er hinschaut. Mit dem Daumen kann er dann die Maus betätigen. «Unser Mitarbeiter verfügt über ein grosses buchhalterisches Wissen – dank der Technik kann er dieses Wissen auch nutzen», sagt André Dunand. Er hat vor 21 Jahren das Informatik-Atelier für behinderte Erwachsene gegründet.

Interessante Stellen

«Ich war damals Informatiklehrer in der Schule Les Buissonnets, und ich merkte, dass ich den Schulabgängern keine interessanten Arbeitsstellen vermitteln konnte», sagt Dunand. Also hat er selber für diese Stellen gesorgt – und beim Verband St-Camille (siehe Kasten) ein weiteres geschütztes Arbeitsatelier eröffnet. Heute sind in Villars-sur-Glâne im Informatikatelier «Des Préalpes» 22 erwachsene Behinderte angestellt; sie werden von drei Ausbildnern betreut.

Auch ausserhalb der Arbeit wird für die körperlich Behinderten gesorgt: Die Angestellten des Verbands St-Camille holen die Behinderten bei Bedarf zu Hause ab. Einige brauchen tagsüber auch Unterstützung, um zur Toilette zu gehen oder zu Mittag zu essen. Andere hingegen kommen ganz alleine zur Arbeit – auch wenn sie mit dem Elektrorollstuhl unterwegs sind und zwischen Bulle und Villars-sur-Glâne den Bus wechseln müssen.

«Wofür allen die Zeit fehlt»

André Dunand und seine Mitarbeitenden sind immer auf der Suche nach neuen Aufträgen und nach neuen Arbeitsgebieten. «Wir suchen nach Arbeiten, die jeder erledigen könnte, wofür aber allen die Zeit fehlt», sagt Dunand. So erledigt das Atelier umfassende Arbeiten für Vereine, Unternehmen und Privatkunden.

Im Atelier wechseln die Mitarbeitenden häufig mehrmals pro Tag die Arbeit – sie digitalisieren einen Film und erstellen dann eine Homepage oder packen erst Couverts mit Mahnungen ab, bevor sie sich an den Computer setzen, um eine Buchhaltung zu führen oder eine Broschüre zu gestalten. Zudem stehen die Behinderten auch regelmässig in Kontakt mit den Kundinnen und Kunden, die ihre Wünsche vortragen. «Das ist aufwertend», sagt Dunand.

Alte Familienfilme

Besonders stolz ist André Dunand auf die Maschine, mit welcher seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Filme digitalisieren: Wer alte Super-8-Filme oder Videokassetten hat, kann sie auf DVD brennen lassen. Auf Wunsch schneiden die Mitarbeiter die Filme auch neu zusammen. Auf der Maschine flackert gerade ein alter Film, auf dem ungeteerte Dorfstrassen und Menschen mit Kleidern aus den 1930er-Jahren zu sehen sind. «Familien bringen ihre alten Filme vorbei, damit sie sie weiterhin anschauen können», sagt Dunand. Aber auch staatliche Archive wenden sich an das Informatikatelier, um alte Filme zu digitalisieren und sie sowohl erhalten als auch benutzen zu können.

In den letzten eineinhalb Jahren hatte das Atelier stets genügend Aufträge – trotz Wirtschaftskrise. Und das liegt nicht etwa an tiefen Preisen: «Wir sind nicht günstiger als unsere Konkurrenten», sagt Dunand. «Wir wollen kein Preisdumping betreiben.»

Die Angestellten erhalten alle eine IV-Rente. Dazu kommt der Lohn des geschützten Ateliers: Je nach Behinderung und Arbeitsleistung sind das zwischen zweieinhalb und acht Franken. «Andere Unternehmen wollen diese Mitarbeiter nicht, weil sie zu wenig produzieren», sagt Dunand. Das Informatikatelier würde ohne Kantonssubventionen nicht funktionieren – wegen der geringeren Arbeitsleistung und wegen der spezialisierten Betreuer, die das Atelier leiten. Dazu kommt die Pflege und die Betreuung.

Die Stellen im Informatikatelier sind gefragt; es besteht sogar eine kleine Warteliste. Hält das hohe Arbeitsvolumen an, schafft das Atelier wohl vier neue Arbeitsplätze. «Unsere Arbeit ist abwechslungsreich und zeitgemäss», sagt Dunand. Sie stelle aber auch gewisse intellektuelle Ansprüche.

«Verantwortung haben»

Doch nicht nur deswegen kommen behinderte Erwachsene aus dem ganzen Kanton ins Atelier nach Villars-sur-Glâne: «Sie kommen auch zur Arbeit, um Leute zu treffen – um sozialen Kontakt zu haben», sagt Dunand. «Und es tut gut, wenn man morgens aufsteht und weiss, dass man eine Verantwortung hat.»

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