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Dem Freiburger Spital geht das Geld für die geplanten Investitionen aus

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Einen rundum erneuerten Spitalbau für 524 Millionen Franken hatte die Strategie des Freiburger Spitals (HFR) vor vier Jahren vorgesehen; auf 420 Millionen Franken wurde die Zahl später nach unten korrigiert. Jetzt steht nicht einmal mehr die Hälfte der ursprünglichen Summe zur Diskussion. «Angesichts der aktuellen Ergebnisse und der erwarteten Sparmassnahmen bleibt zu hoffen, dass das HFR wenigstens in der Lage sein wird, ein Investitionsvolumen von 200 bis 250 Millionen Franken selbst zu tragen», sagte Verwaltungsratspräsident Philippe Menoud gestern an der Bilanzmedienkonferenz des Spitals. «Wir müssen das Investitionsprogramm drastisch reduzieren, tief greifende strukturelle Veränderungen vornehmen oder neue Eigenmittel für unser Spital finden. Die Lösung liegt vermutlich in einer geschickten Kombination dieser Massnahmen.»

Diese Neueinschätzung ist eine Folge der Rechnung 2016. Der Aufwand ist auf 450 Millionen Franken gestiegen, und die Rechnung schliesst mit einem Defizit von 7,16 Millionen Franken. Das Budget sah ein Defizit von 2 Millionen Franken vor, und 2015 hatte das Spital noch einen Gewinn von 2 Millionen Franken ausgewiesen.

Vor den Abschreibungen beträgt der operative Bruttogewinn 2016 rund 10 Millionen. Dies sind knapp zwei Prozent der Einnahmen und Ausgaben. Der Bruttogewinn müsste aber 10 Prozent betragen, um die geplanten Investitionen zu tätigen, sagte Generaldirektorin Claudia Käch vor den Medien. Auch das Budget 2017 mit einem Defizit von 7,9 Millionen Franken bereitet Sorgen: Es darf drei Prozent des Aufwands nicht übersteigen. «Wir sind nahe daran, ein Sanierungsfall zu werden», so Käch.

Rückstellungen als Last

Die finanzielle Entwicklung ist gemäss der Generaldirektorin auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Seit 2015 gibt es strengere Buchführungsvorgaben, welche das Spital zwingen, mehr Risikorückstellungen zu tätigen. Käch weist darauf hin, dass der Staat in seiner Staatsrechnung ebenfalls Rückstellungen für den gleichen Zweck mache. «Damit entzieht er uns Substanz.» Die ungeklärte Situation mit einem Teil der Krankenversicherer über die Tarife im stationären Bereich erfordert diese Rückstellungen. Dazu kommt, dass die provisorische Fallpauschale seit 2013 von 10 070 auf 9900 Franken zurückgegangen ist. Eine Einigung konnte 2016 einzig bei ambulanten Tarifen für 2012 erzielt werden.

Kantonsanteil geht zurück

Der Kanton Freiburg hat über die letzten Jahre mit je rund 160 Millionen Franken an die Finanzierung des HFR beigetragen. «Da das Spital mehr Fälle behandelt, bedeutet dies eine Kürzung des Anteils des Kantons», so Claudia Käch. Sieht man von der Vergütung für medizinische Leistungen ab, ist die Staatsfinanzierung seit 2013 um 17,5 Millionen Franken zurückgegangen. Das hat damit zu tun, dass der Kanton seit Inkrafttreten des neuen Krankenversicherungsgesetzes eine Übergangsfinanzierung leistet. Diese nimmt jährlich um 5 Millionen Franken ab. Umgekehrt hat der Kanton jährlich zwei Prozent mehr an medizinische Leistungen bezahlt, und die Krankenkassen zwei Prozent weniger. In diesem Jahr erreicht der Kanton das Maximum von 55 Prozent.

Potenzial intern

Die Generaldirektorin sieht Sparpotenzial im Betrieb. Beispielsweise habe das Spital sich für 2016 Einsparungen von 2 Millionen Franken beim Einkauf von medizinischem Material erhofft. Dies wurde nicht erreicht. Deshalb hat das HFR nun eine Task Force ins Leben gerufen. Eine weitere Belastung ist gemäss Käch, dass das Spital jeden Tag neun Betten durch Patienten belegt hat, die auf einen Heimplatz warten. Der Kanton entschädigt dies mit 780 000 Franken im Jahr. Gemäss Käch liegen die Kosten dafür aber um 1,6 Millionen Franken höher.

Lösung über den Staat

So braucht es für eine Lösung der finanziellen Probleme in den Augen von Philippe Menoud zwingend den Kanton. Dieser könne sich über eine stärkere Beteiligung an Leistungen, über eine Bürgschaft oder als Gebäude-Eigentümer direkt an den Investitionen beteiligen. Letzteres hätte eine Volksabstimmung zur Folge. «Damit hätte ich kein Problem», so Menoud. «Es braucht eine öffentliche Debatte über die Finanzierung des Spitals.»

Teil dieser Debatte ist der Status des Spitalpersonals. 70 Prozent des Betriebs sind Personalkosten. Das HFR hat das Sparpotenzial beim Personal dem Staatsrat in einem Bericht vorgelegt. Claudia Käch sagt: «Es ist substanziell.» Menoud ergänzt: «Wir können die Zahlen nicht kommunizieren, aber wir kennen sie. Wenn die Freiburger Bevölkerung die gute Entlöhnung des Personals aufrechterhalten will, muss der Staat es finanzieren.

Kommentar

Urs Haenni

Investitionshilfen untergraben den Wettbewerb

Gesundheitskosten sollten mit dem Krankenversicherungsgesetz von 2012 schweizweit vergleichbar werden. Seither gilt in den Spitälern die Baserate pro Fall als Referenzwert für Kantone und Kassen. Zehn Prozent dieser Baserate sind als Teil der Behandlung für die Infrastruktur vorgesehen. Das Beispiel des Freiburger Spitals zeigt nun, dass diese Spitalfinanzierung bereits an ihre Grenzen gestossen ist: Statt zehn Prozent kann das HFR nur noch zwei Prozent beiseitelegen. Der wirtschaftliche Druck wird derweil immer grösser: Seit 2012 erachtet ein Teil der Krankenkassen die vom HFR errechneten Kosten pro Behandlung als zu hoch. Nun sieht das Spital keinen anderen Ausweg mehr, als beim Staat die hohle Hand zu machen. Das Gesetz sollte eigentlich ausschliessen, dass der Steuerzahler in Zukunft noch teure Spitalbauten bezahlen muss. Wie andere auch, ist das HFR bereit, dieses Prinzip über den Haufen zu werfen. Doch wenn Kantone über Investitionshilfen nun eingreifen, wird der angestrebte Wettbewerb unter den Spitälern ausgehebelt.

«Wir sind nahe daran, ein Sanierungsfall zu werden.»

Claudia Käch

Generaldirektorin HFR

Statistik

Sprunghafter Anstieg der Notfallbehandlungen

Die Spitaltätigkeit hat am HFR im vergangenen Jahr sowohl bei den stationären als auch bei den ambulanten Behandlungen zugenommen. Im stationären Bereich stiegen die Behandlungen um 1,7 Prozent auf 127 330 Pflegetage und 17 246 Patientenaustritte an. Die mittlere Aufenthaltsdauer blieb mit 7,38 Tagen konstant. Die schweren Fälle nahmen am Kantonsspital leicht und am Standort Merlach markant zu. In Merlach ist dies durch die neue Akutgeriatrie selbsterklärend. An den Standorten Tafers und Riaz ging der durchschnittliche Schweregrad der Fälle hingegen zurück. Gemäss Generaldirektorin Claudia Käch entspricht dies dem Willen, leichtere Fälle an der Peripherie in einer günstigeren Infrastruktur zu behandeln.

Im ambulanten Bereich gab es 2016 eine Zunahme um 8,75 Prozent auf 460 000 Behandlungen. Besonders stark haben die Notfallbehandlungen zugenommen. «Über 70 Prozent aller Fälle erfolgen heute notfallmässig», so Käch. Von diesem Trend waren alle HFR-Standorte mit notfallmässigen Aufnahmen betroffen. Parallel zu den medizinischen Leistungen ist auch der Personalbestand von 3249 auf 3361 Mitarbeitenden angestiegen.

Für Verwaltungsratspräsident Philippe Menoud gehörte 2016 die Wiedereröffnung des HFR Merlach-Murten zu den erfreulichen Entwicklungen. In Merlach sei die Bilanz ein Jahr nach der Eröffnung sehr positiv: Die maximale Belegung wurde früher als erwartet erreicht. In Freiburg wurde zudem die neue Geburtenabteilung in Betrieb genommen. Durch diese ist auch die Anzahl der Geburten von 882 auf 967 angestiegen.

Bernard Egger, Präsident des Ärztekollegiums, pries die Erweiterung des medizinischen Angebots. Er erwähnte das Zentrum für Essstörungen und Übergewicht, das Zentrum für integrative Pädiatrie, einen pädiatrischer Bereitschaftsdienst, den Ausbau der Gefässchirurgie sowie des Brust- und Prostatazentrums, die Tagesklinik Palliative Care, und die Mammografie und Geriatrie in Tafers.

uh

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