Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Dem Leben einen neuen Sinn geben»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Alfred Herren weiss, was es heisst, unter Depressionen zu leiden. Schon bei seinem Vater hat er gesehen, wie einschneidend eine psychische Erkrankung sein kann. Als er als junger Mann selbst davon betroffen war, suchte er Hilfe bei verschiedenen Stellen. Erst nach jahrelanger Leidenszeit und Arbeit an sich selbst hat er einen Weg gefunden, um nicht wieder «ins schwarze Loch» zu fallen, wie er sagt. Diese Erfahrungen sind mit ein Grund, warum sich Alfred Herren heute für das Projekt «Trialog» engagiert.

Möglichkeiten aufzeigen

«Ein Trialog ist eine neue Austauschplattform der psychischen Gesundheit», erklärt Caroline Schmutz, Sozialarbeiterin bei der Freiburgischen Interessengemeinschaft für Sozialpsychiatrie (AFAAP). «Auf neutralem Boden können sich Betroffene, Angehörige und Fachleute zu einem ungezwungenen Austausch treffen» (siehe auch Kasten). Diese Gespräche sollen mithelfen, mehr Wissen über und mehr Verständnis für das Erleben der Krankheit aller Beteiligten zu erlangen.

Für viele Betroffene ist der Weg aus der Krankheit lange schier unerreichbar. «Wer ganz unten ist, kann kaum ausbrechen.» Das bestätigt auch Alfred Herren. «Es dreht im Kopf, und man kann es nicht ausschalten», schildert er das Gefühl. «Man sieht alles schwarz und findet keinen Sinn mehr im Leben.»

Ein jahrelanger Kampf

Alfred Herren hat vieles ausprobiert, bis er Techniken (z. B. Yoga und Tai-Chi) und Wege fand, die ihm in zweierlei Hinsicht halfen: einerseits aus der Depression zu kommen und andererseits nicht wieder in ein Tief zu geraten. Es sei nicht leicht, die Balance im Leben zu halten. «Es ist ein jahrelanger Kampf mit sich selbst.» Er habe gelernt, einen Filter einzubauen, sich zum Beispiel beim Anschauen von Nachrichten über Unglücke und Verbrechen nicht runterziehen zu lassen. «Man muss lernen, mit sich selber umzugehen.»

Verschiedene Auslöser

Inzwischen weiss Alfred Herren auch, dass nicht verarbeitete Trauer um einen früh verlorenen Bruder und die Mutter die Gründe für seine Erkrankung waren. «Niemand sprach darüber», erinnert er sich. Gemäss Caroline Schmutz wird heute von einer sogenannten multifaktoriellen Ursache ausgegangen. Das bedeutet, dass verschiedene Faktoren (biologische und psychosoziale) bei den einzelnen Betroffenen mitspielen. Hektik, Leistungsdruck, unerwartete und negative Ereignisse, Einsamkeit und schwierige Lebenssituationen können Auslöser für psychische Erkrankungen sein.

Die Krankheit akzeptieren

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Genesung sei die Einstellung zur Krankheit, sagt die Sozialarbeiterin. «Der Betroffene muss als Erstes die Krankheit akzeptieren und dann lernen, mit ihr umzugehen.» Er müsse akzeptieren, dass er auch mit dieser Krankheit jemand sei. Das persönliche Umfeld und soziale Kontakte seien bei der Bewältigung der Krankheit sehr wichtig.

Das sieht auch Alfred Herren so. «Das Fieseste an einer solchen Krankheit ist, dass der Betroffene es unter Umständen nicht merkt oder die Auswirkungen nicht wahrhaben will», sagt Alfred Herren. Es brauche einen Menschen, der einem den eigenen Zustand spiegle oder ihn reflektiere. «Und zugleich können einem Aussenstehende oft gar nicht helfen, auch wenn sie einem noch so nahe sind.» An dieses Gefühl der Hilflosigkeit erinnert er sich aus seiner Jugend sehr gut. Er ist seiner Frau und seinen zwei Kindern heute sehr dankbar, dass sie immer für ihn da waren und da sind.

Medikamente als Krücke

Lange hat sich Alfred Herren gegen starke Medikamente gewehrt. «Sie können eine Brücke oder eine Krücke sein auf dem Weg zur Besserung, sind aber nichtdieLösung», sagt er heute zu diesem Thema. Caroline Schmutz stimmt ihm zu und zitiert den bekannten Psychiatrieprofessor Daniel Hell, der es ihrer Meinung nach auf den Punkt gebracht hat: «Medikamente sind eine wichtige Nebensache, aber das zentrale Element ist das Verständnis und die Akzeptanz.»

Trialog: Neu in Deutschfreiburg

T rialoge stammen aus Deutschland und sind in der ganzen Schweiz verbreitet. Im Kanton Freiburg gab es bisher nur eine französischsprachige Gruppe. Die Initiative für den Trialog Deutschfreiburg kam von Regula Grossrieder von der Hochschule für Gesundheit. Am 26. September findet erstmals ein Trialog-Abend in Düdingen statt. Trialoge werden von den gleichen drei Pfeilern organisiert, die bei der Gesprächsplattform auch eingeladen sind: von psychischen Krankheiten Betroffene, Angehörige sowie Fachpersonen. Der Austausch soll je nach Erfahrung zwei- bis dreimal pro Jahr an verschiedenen Orten durchgeführt werden. «Jeder ist bei diesen Gesprächsrunden durch seine persönlichen Erfahrungen ein Experte und kann mitreden», sagt Caroline Schmutz. Während des Gesprächs werden keine Namen genannt, und niemand muss den Grund für seine Teilnahme bekannt geben. Die Gruppen werden mit bis zu acht Personen bewusst klein gehalten und jeweils von einem Moderator angeleitet. Für die bessere Organisation ist eine Anmeldung notwendig. Der erste Trialog steht unter dem Titel «Psychische Krankheiten im Alltag – wie verändern sie das Leben eines Betroffenen? Was können Angehörige und Fachpersonen für die Betroffenen und für sich selbst tun?». im

Hotel Bahnhof Düdingen, Mi., 26. September, 19 – 21 Uhr; Weitere Informationen und Anmeldung bis Montag, 24. September: 026 424 15 14 oder per Mail an trialog.dfr@gmail.com

Mehr zum Thema