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Dem Seebezirk gehen die Hausärzte aus

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Autor: Hannes Währer

Ein Rumäne und eine Kasachin meldeten sich als Einzige auf ein Inserat, das ein Hausarzt im Seebezirk geschaltet, hatte, um eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für seine Hausarztpraxis zu finden. Beide kamen dafür nicht in Frage. Nicht weil die fachliche Qualifikation gefehlt hätte, sondern wegen mangelnder Sprachkenntnisse.

Weitere Schliessungen

«Mittlerweile wurde für diese Praxis eine Ärztin aus Deutschland gefunden, worüber wir sehr froh sind», erklärt Gerhard Baumgartner, der in Murten selbst eine Hausarztpraxis führt und zusammen mit anderen Ärzten aus dem Bezirk den jeweiligen Notfalldienst der Hausärzte versieht. Ohne lange nachzudenken, listet der Arzt mehrere Kollegen im Seebezirk auf, die ihre Praxis in naher Zukunft aufgeben und damit ebenfalls vor dem Nachfolgeproblem stehen. Das Fazit: Immer weniger Hausärzte bewältigen eine immer grössere Menge an Patienten.

Laut der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) praktizieren im Seebezirk mit rund 30 000 Einwohnern gerade noch 12 in Voll- und fünf in Teilzeit tätige Fachärzte für Allgemein- oder innere Medizin, auf die der Begriff Hausarzt zutrifft.

Versorgung wird schlechter

Laut Baumgartner «muss man schlicht damit leben, dass die medizinische Grundversorgung in der Region schlechter wird». Zwar wären als Ersatz zu den schliessenden Hausarztpraxen so genannte Grosspraxen denkbar, die durch mehrere Ärzte gemeinsam geführt würden.

«Allerdings», so Baumgartner, «wird dies in kleinen Orten unmöglichen sein». «Und zweitens», fügt der Arzt an, «wurden die Strukturen für Grosspraxen im Seebezirk bisher nicht geschaffen». Der Grund ist einfach. Die meisten als Hausärzte praktizierenden Mediziner im Seebezirk sind über 50 Jahre alt. Baumgartner selbst ist 59 und verweist auf seine eigene Situation. «Ich bin voll ausgelastet. Wie und warum sollte ich also für die wenigen Jahre, während denen ich noch berufstätig bin, eine neue Struktur aufbauen?»

Wichtige Grundversorger

Aber selbst in Grosspraxen käme den Grundversorgern (Hausärzten) eine zentrale Rolle zu. In diesen würde mit einiger Sicherheit nach dem Managed-Care-Modell gearbeitet. Dieses wird sowohl von der FMH wie auch von der Kantonalen Konferenz der Gesundheitsdirektoren unterstützt, beziehungsweise gefordert. Es sieht vor, dass Patienten einen Care Manager definieren, der sie über die gesamte Behandlungsdauer begleitet und bei Bedarf Spezialärzte hinzuzieht. Und «typischerweise ist dies ein Grundversorger», schreibt die FMH in einer Medienmitteilung.

Nach einer Erhebung der Universität Zürich wollen nur noch 10 bis 15 Prozent der angehenden Mediziner die Ausbildung in Allgemeinmedizin bzw. innerer Medizin abschliessen und in der Grundversorgung als Hausarzt arbeiten. Treffend benannte Franz Küng, der seine Hausarztpraxis in Murten nach zehn Jahren schloss und ab 1. August als Chefarzt der neuen Permanence zum Spital HFR Meyriez-Murten wechselt, die Gründe: hohe zeitliche Belastung durch steigende Patientenzahlen und administrativen Aufwand.

Permanence schliesst Lücke

Aber gerade die 24 Stunden geöffnete Permanence wird einen Teil der Lücke, welche durch die absehbaren weiteren Schliessungen von Hausarztpraxen in der medizinischen Grundversorgung des Bezirks entsteht, füllen.

Laut Bernard Vermeulen, medizinischer Direktor des HFR, wird Küng für die chronisch kranken Patienten, die er schon als Hausarzt betreute, weiterhin Sprechstunden anbieten. Zudem werde die Permanence zumindest teilweise darauf ausgelegt, Patienten, die keinen Hausarzt mehr haben, aufzunehmen und allenfalls über einen gewissen Zeitraum weiter zu betreuen.

Managed-Care-Modell?

Noch sei das Konzept nicht eindeutig definiert. Aber intensiv diskutiert werde auch, ob das Managed-Care-Modell in die Betriebsstruktur der Permanence integriert werden solle. «Wenn die Permanence die gewünschten Resultate bringt, könnte sie zu einem Modell für den ganzen Kanton werden und auch einen Teil der medizinischen Grundversorgung abdecken», so Vermeulen.

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