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Dem spektakulären Aufstieg folgte ein jäher Absturz

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Autor: Anton Jungo

Ende Januar 1948 wird in Heitenried der «Motorflugzeugklub der Sense» gegründet. Der Verein bezweckt die Förderung des Motorflugzeugwesens. Der Hauptinitiant, Josef Zurkinden aus Schmitten, wurde zum Präsidenten gewählt. Im Vorstand waren weiter vertreten: Martin Binz, Zimmermeister, St. Antoni; August Aebischer, Architekt; Eugen Schwartz, Giffers, sowie Cölestin Riedo, Schmitten. Bei der Gründungsversammlung ist auch schon von der Anschaffung eines Flugzeuges, einer «Piper», die Rede.

Erster Flugtag in Fillistorf

Am 25. Mai 1948 treffen sich auf dem zukünftigen Flugplatzgelände in Fillistorf Josef Vonlanthen, Ried, Ammann von Schmitten; Pius Roggo, alt Grossrat und Friedensrichter, sowie Eigentümer des Landes; Josef Roggo, Pächter des Grundstücks, sowie Anton Seewer, Techniker bei der kantonalen Baudirektion. Sie beschliessen über den Bau und die Situierung eines Hangars. Er soll Platz bieten für vier Maschinen.

Am 5./6. Juni 1948 nehmen acht Zweiplätzer-Flugzeuge an einem Flugtag in Fillistorf teil. Es werden 200 Flüge durchgeführt.

Die Konzession trifft ein

Ende Juli 1948 erteilt das eidgenössische Luftamt dem «Motorflugzeugklub der Sense» die Konzession zum Betrieb des Flugplatzes in Fillistorf. Von Fillistorf aus dürfen in der Folge Passagier- und Propagandaflüge unternommen werden. Als Fluplatzchef wird Josef Zurkinden ernannt. «Dem ersten konzessionierten Zivilflugplatz unseres Kantons, dem Flugplatz der Stadt Freiburg in Fillistorf» wird im Bericht der Freiburger Nachrichten eine grosse Zukunft beschieden.

Landungen auf dem Schwarzsee

Am 30. Dezember 1948 landen Josef Zurkinden, Schmitten, und Paul Verdon, Freiburg, mit ihrer HBODI auf dem gefrorenen Schwarzsee.

Im Rahmen eines dreitägigen Flugmeetings wird am 18. Juni 1949 der Hangar eingeweiht. Die Segnungsfeier wird von Feldpredigerhauptmann Joseph Grossrieder vorgenommen. In den FN trägt der Flugplatz den Namen «Das freiburgische Kloten».

In den folgenden Jahren nimmt der Flugbetrieb seinen gewohnten Lauf. Erwähnenswert ist, dass der Kavallerieverband Sense und der Skiklub Schmitten am 10. Januar 1954 auf dem Flugplatzgelände ein Skijöring organisieren. Am 11. August 1961 besuchen fünf amerikanische und zwei belgische Pilotenschüler den Flugplatz Fillistorf.

«Eine Bombe platzt»

Am 16. März 1963 wird in Freiburg die Fribair SA gegründet. Präsident ist der damalige Staatsanwalt Jean-Daniel Piller; auch Josef Zurkinden ist Mitglied der Gesellschaft. Am 1. Oktober 1969 übernimmt diese die Aktivitäten des Motorflugzeugklubs der Sense und reicht das Gesuch für den Bau eines Flughafens in Fillistorf ein.

Doch von den Plänen der Fribair SA vernimmt die betroffene Bevölkerung rund um den zukünftigen Flughafen eher zufällig. Durch einen Artikel in den FN und eine schriftliche Anfrage von Grossrat Rudolf Schnyder aus Bösingen wird bekannt, dass das eidgenössische Verkehrs- und Energiedepartement der Fribair SA am 22. September 1969 die Konzession für den Bau eines Flughafens in Fillistorf erteilt hat.

Landeigentümer fühlen sich übergangen

Erbost sind vor allem die Landeigentümer, da sie in die Pläne nicht eingeweiht waren. Sie wollen es zudem nicht hinnehmen, dass sie noch zusätzlich Land verlieren, nachdem ihnen schon beim Autobahnbau kein genügender Realersatz zugesichert werden konnte. Grossrat Schnyder will in seiner Anfrage vor allem auch wissen, ob die Linienführung durch die – geheim gehaltenen – Pläne eines Flugplatzes beeinflusst worden war.

In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass der Freiburger Staatsrat 1963 verschiedene Möglichkeiten für den Bau eines Flugplatzes hatte evaluieren lassen. Fillistorf hatte dabei am besten abgeschnitten. Nicht erstaunlich, dass der Staatsrat auf das Gesuch der Fribair SA hin ein günstiges Gutachten abgegeben hatte. Es wurde aber auch bekannt, dass in Fillistorf Flugaktivitäten «beheimatet» werden sollten, die andere Flugplätze nicht mehr haben wollten. Man sprach von einer «Deponie von Flugaktivitäten».

Massiver Widerstand

In der Bevölkerung regt sich Widerstand. Am 19. Novem-ber 1969 nehmen an einer Informationsveranstaltung in Schmitten über 400 Personen teil. Als die Regierung sich weigert, die Angelegenheit nochmals zu prüfen und beim zuständigen eidgenössischen Departement zu verlangen, dass die Konzession zurückgezogen wird, bildet sich ein Aktionskomitee gegen den geplanten Flughafen. Dieses wird von Theodor Nussbaumer, Ammann von Bösingen und Grossrat, präsidiert. An einer vom Komitee organisierten Veranstaltung nehmen am 26. Juni 1970 in Schmitten über 800 Personen teil.

Alles geht verloren

Vom 1. bis 30. Juni 1970 wird der Zonenplan der Fribair SA für den Flughafen Fillistorf öffentlich aufgelegt. Es werden 847 Einsprachen eingereicht.

Am 2. Oktober 1970 lädt der Staatsrat zu einer Sitzung ein. Er versucht, wenigsten die Bewilligung für den bisherigen Sportflugplatz noch zu retten.

Am 25. November 1970 beschliessen die Landeigentümer, sie seien nicht bereit, der Fribair SA Land zu verkaufen, zu verpachten oder im Baurecht zur Verfügung zu stellen.

Anfang Dezember 1970 zieht der Staatsrat angesichts des Widerstandes sein früher günstiges Gutachten, das zur Konzessionserteilung geführt hatte, zurück und bittet das zuständige Bundesamt, daraus die Konsequenzen zu ziehen. Anfang 1971 entzieht dieses dem Motorflugzeugklub der Sense die Betriebsbewil- ligung für das Flugfeld in Fillistorf.

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