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«Den Glauben an die Musik wiedergewonnen»

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Autor: pascal jäggi

Düdingen Eine spezielle Erfahrung haben die Bad-Bonn-Macher eines Tages mit den Medien gemacht. «DRS 3 war genau einmal unser Medienpartner. Leider haben die nicht gewusst, dass sich hinter Donna Summer nicht die amerikanische Discoqueen, sondern ein Berliner Noisekünstler versteckt hat. Uns haben sie nicht gefragt. Der Trailer, dass Donna Summer an der Kilbi spielt, lief 2003 wochenlang auf dem Sender. Beschwert haben sich nur wenige Besucher, was aus dem zuständigen DRS-3-Musikredaktor geworden ist, wissen wir jedoch nicht», erinnert sich Daniel Fontana.

Komplimente für das Düdinger Festival gab es wohl unzählige in den letzten Jahren, Zum Beispiel Al Jourgensen von Ministry: «Hier will ich sterben.» Wohl das Schönste hat Pierre Omer dem Bad Bonn im vergangenen Jahr gemacht: «Dank dem Festival habe ich den Glauben an die Musik wiedergewonnen.»

Problemlose Exzentriker

An Probleme erinnern sich Fontana und Patrick Boschung kaum. «Exzentriker gab es schon einige, aber so richtig daneben hat sich nie jemand aufgeführt», meint Daniel Fontana, «gut, der Österreicher Fennesz hat einst eine Viertelstunde lang in den Himmel gestarrt und unaufhörlich «Ihr seid zum Kotzen» gerufen. Als er danach ins Hotel gefahren wurde, hat er sich übergeben.» Der Isländer Mugison antwortete auf die Frage, ob er Vegetarier sei, mit: «Ich esse nur überfahrene Tiere.»

Immer wieder beliebt ist die schwierige Suche nach dem abgelegenen Weiler. So weit wie Bunny Rabbit hat es aber noch niemand gebracht. Die Amerikanerin, die mit den Coco-Rosie-Schwestern aufgetreten ist, hatte ihren Flug nach Düsseldorf in Deutschland gebucht statt nach Genf. Wieso? Ganz einfach, sie wollte im benachbarten Bonn auftreten.

«Videokünstler Pablo Fiasco hatte ähnliche Probleme. Erst stieg er in Bern aus dem Zug, dann in Freiburg, ging ins Tourismusbüro, das ihm netterweise ein Taxi rief und kam gerade noch rechtzeitig für seinen Auftritt mit Jamie Liddell», erzählt Patrick Boschung.

Viele Musiker schätzen das Festival als Begegnungsort mit anderen Künstlern, sagt Fontana. «Console zum Beispiel. Der hat im Haus aufgelegt, als er plötzlich vom Mischpult weg ist und seine Kollegen weitermachen liess. Die Band, die draussen aufgetreten ist, hat ihm einfach besser gefallen», erinnert sich der Programmator schmunzelnd.

Die Begegnungen am meisten genützt haben The Young Gods und DJ Fett, die in diesem Jahr bereits zum fünften und sechsten Mal auftreten.

Schon legendär ist, wie Mogwaï 2009 ans Festival gekommen sind. «Am Abend, als sie im Fri-Son gespielt haben, hatten wir New Year gebucht. Da die Bands gute Kollegen sind, haben Mogwaï bei uns reingeschaut. Einige Wochen später haben sie für die Kilbi zugesagt», so Fontana.

Schlechte Stimmung wird an der Kilbi im Nu vertrieben, auch wenn Cat Power dafür eine spezielle Methode gebraucht hat. «Sie sass einmal völlig aufgelöst im Treppenhaus. Schliesslich hat sie uns geholfen, die Teller zu waschen. Offenbar ein gut wirkendes Antidepressivum: Das Konzert war grossartig», erinnert sich Patrick Boschung.

Unkomplizierte Stars

Besonders gefreut haben sich die Macher über Sonic Youth. «Die waren unglaublich unkompliziert. Als sie hier gespielt haben, waren auch ein paar Leute vom Montreux Jazz Festival da. Die wollten Sonic Youth unbedingt für dieses Jahr buchen. Doch keine Chance. Stattdessen sagten sie uns, sie würden gerne zurückkehren», so Fontana. Tatsächlich: Die Bandmitglieder Lee Ranaldo und Steve Shelley sind auch 2010 in Düdingen.

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