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«Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht»

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Eine Weltreise plant man, wenn man jung ist, keine Verpflichtungen hat und die Welt entdecken will. Anja Förster ist nicht mehr ganz so jung und hat allerlei Verpflichtungen: Die 43-Jährige hat zwei Kinder, einen Mann und ein Haus. Trotzdem steckt sie mitten in den Vorbereitungen für eine Weltreise. Im Juli will die Familie aus Gurmels nach Schottland aufbrechen und dort drei Monate bleiben, danach geht die Reise nach Laos, Kambodscha und Myanmar, anschliessend nach Bali und Neuseeland. Die Familie wird ein ganzes Jahr unterwegs sein; Mutter Anja wird Freiwilligenarbeit leisten, wo immer dies möglich ist, und Vater Stéphane wird auch vom Ausland aus für seinen jetzigen Arbeitgeber weiterarbeiten können–als Ingenieur macht er quasi Homeoffice in den Ferien anstatt zu Hause.

Studium, Job, Heirat

Schon als 14-jähriges Mädchen entschied sich Anja Förster, im Ausland zu studieren. Sie ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Als 1989 die Mauer fiel, verwarf sie diese Idee aber wieder. Sie begann ihr Studium in Deutschland, um dann vier Jahre später nach Grossbritannien aufzubrechen, wo sie sieben Jahre studierte und arbeitete. Dort lernte sie auch ihren späte- ren Mann kennen und zog nach einem Zwischenhalt in Deutschland in die Schweiz. Zwar war ihr Wunsch nach Reisen noch immer präsent, aber das Leben nahm ihren Lauf: «Ich studierte, erhielt einen Job, bekam Kinder, kaufte ein Haus und heiratete», erzählt sie am Küchentisch und lacht. Und dann erhielt sie die Diagnose Hirntumor. 2008 teilten ihr die Ärzte mit, dass sie eine seltene Art eines Hirntumors habe. 2009 wurde Förster zwei Mal in Folge operiert, 2010 liess sie den Tumor bestrahlen. Ende 2013 erhielt sie Bescheid, dass vom Tumor wieder etwas zu sehen ist–und sie musste sich wieder bestrahlen lassen. Anja Förster erzählt ihre Krankheitsgeschichte, wie sie auch von ihren Plänen für die Weltreise erzählt. Die Krankheit sei Teil ihrer Familiengeschichte, sagt sie. «Ich mache weder ein Drama daraus noch eine Geheimniskrämerei vor den Kindern.»

Die Diagnose rückte bei Anja Förster aber ihren Traum wieder in den Vordergrund. 2011 beschloss sie, mit ihren beiden Töchtern Alina und Lara–damals vier- und sechsjährig–drei Wochen in Indien Freiwilligenarbeit zu leisten. «Als wir zurückgekommen sind, habe ich den Entschluss gefasst, auf Weltreise zu gehen.» Sicherlich habe die Krankheit ihren Entscheid beeinflusst, sagt Förster. Doch sie habe auch gemerkt, dass sie ihren Traum einfach leben muss. «Ich mag nicht immer aufschieben.» Förster will ihre Geschichte erzählen, weil sie das Gefühl hat, dass viele auf den richtigen Zeitpunkt warten, um ihre Träume zu verwirklichen. «Den richtigen Zeitpunkt gibt es aber nicht. Mein Leben passiert jetzt.»

Den Kindern Zeit schenken

Anja Förster will auf der Weltreise mit ihren beiden Töchtern einen Teil der verloren gegangenen kindlichen Freiheit zurückholen, die sie in den letzten sechs Jahren ihres Lebens wegen der Diagnose Hirntumor nicht immer gehabt haben. Und ihr Mann? «Es ist mein Lebenstraum, nicht seiner», sagt Anja Förster lachend, «aber er ist grosszügig und macht mit.»

Reisen und andere Kulturen kennenlernen will Anja Förster auch, um ihren Kindern andere Werte als die der westlichen Konsumgesellschaft zu vermitteln. Und sie will es einfach geniessen, unterwegs zu sein. «Wenn ich hier auf den Zug warte, und dieser zwei Minuten Verspätung hat, bin ich gestresst.» Müsse sie in Indien auf den Zug warten, sei es kein Problem–auch wenn er einen halben Tag Verspätung habe.

Anja Förster ist selbständig und arbeitet als Erwachsenenbildnerin und Dozentin. Wie es weitergeht, wenn sie mit ihrer Familie nach der Weltreise wieder in die Schweiz zurückkehrt, weiss sie nicht. «Ich vertraute aber darauf, dass es irgendwie gut wird.» Im Januar wird sie ihre nächste Kontrolluntersuchung haben. Anja Förster weiss auch nicht, wie diese Untersuchung verläuft. Doch sie vertraut darauf, dass es gut kommt.

«Ich vertraute darauf, dass es irgendwie gut wird.»

Anja Förster

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