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«Den Stall kann ich nicht abreissen»

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Elmar Fasel ist auf dem neuesten Stand. Der Landwirt aus Tafers hat im Stall zwei Melkroboter, die rund um die Uhr die 100 Kühe melken. Neben dem Milchwirtschaftsbetrieb, den er zusammen mit seinem Nachbarn in ei-ner Betriebszweiggemeinschaftführt, pflanzt Fasel auf 48 Hektaren Kartoffeln, Saatgetreide und andere Ackerkulturen an. «Ich habe meinen Betrieb voll auf die Produktion ausgerichtet», erklärt er. Die neue Agrarpolitik 2014–17, die im Januar in Kraft tritt und für die nächsten vier Jahre gilt, wird Fasel aber in eine andere Richtung lenken. Denn das Direktzahlungssystem belohnt künftig nicht mehr Bauern wie Fasel, die viele Tiere halten und auf die intensive Nahrungsmittelproduktion setzen, sondern entschädigt vermehrt ökologische Massnahmen. Durch diesen Richtungswechsel in der Politik werden die konventionell wirtschaftenden Bauern wohl mehr finanzielle Einbussen erleiden als die Biobauern (siehe FN von gestern).

Verliert bis zu 30 Prozent

Das neue Direktzahlungssystem wird sich direkt auf Elmar Fasels Einkommen auswirken. «Wirtschafte ich so weiter wie bis anhin, könnte ich 30 Prozent der Direktzahlungen verlieren», sagt er. Beträge will der Landwirt keine nennen. «Aber es macht sicher mehrere Tausend Franken aus.» Zwar wird Fasel vom Bund voraussichtlich für die nächsten acht Jahre Übergangsbeiträge erhalten, damit er den Systemwechsel finanziell überhaupt verkraftet. Aber ihm ist klar, dass er den Verlust mit anderen Mitteln kompensieren muss.

Obschon Fasel und sein Nachbar mit der Agrarpolitik 2014–17 für die 100 Milchkühe und ihre Rinder keine Beträge mehr erhalten, wollen sie mit der Milchproduktion nicht zurückfahren. «Der Stall steht, den kann ich nicht abreissen.» Fasel hofft, dass er die Arbeit auf seinem Betrieb noch stärker optimieren kann. «Zwar habe ich momentan das Gefühl, dass ich alles so gut wie möglich optimiert habe.» Das Sparpotenzial in seinem Betrieb sei mehr oder weniger ausgeschöpft. «Aber der Produktionsfortschritt steht ja nicht still.» Seit er den Betrieb übernommen habe, habe sich vieles verändert, und die Entwicklung werde weitergehen. «Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten, um den Betrieb noch effizienter zu führen.»

Kühe fressen zu wenig Gras

Damit Fasel nicht zu viele Direktzahlungen einbüsst, muss er künftig auf ökologische Massnahmen setzen, indem er etwa mehr Blumenwiesen ansät. «So verliere ich aber Land für die Produktion.» Anstelle der Tierbeiträge zahlt der Bund zwar neu Beiträge für graslandbasierte Milchproduktion. Aber auch davon kann Fasel nicht profitieren, denn seine Kühe fressen neben Gras auch Silomais. Er könnte zwar zum Beispiel fünf Hektaren mehr Gras produzieren und dieses an die Kühe verfüttern; so würde der Anteil Gras am Futter steigen und er bekäme somit den Beitrag für die graslandbasierte Milchproduktion. «Aber im Gegenzug fehlen mir die fünf Hektaren dann für den Ackerbau.» Diese Umstellung ist für Fasel keine Lösung–umso mehr, weil damit die Futterzusammensetzung für die Kühe nicht mehr ideal wäre und die Tiere weniger Milch produzierten.

So wie bei der Fütterung der Milchkühe muss er bei allen anderen Betriebszweigen verschiedene Varianten durchrechnen und abwägen, was sich für ihn lohnt. «Man muss sich arrangieren mit der Agrarpolitik», sagt er. Trotzdem geht für Fasel die neue Politik in die falsche Richtung. Er kann sich nicht vorstellen, dass die Bauern in der Schweiz mit dem neuen Direktzahlungssystem mehr Lebensmittel produzieren können, um die wachsende Bevölkerung zu versorgen, wie es das Bundesamt für Landwirtschaft vorrechnet. Ökologie und Biodiversität töne zwar gut, meint Elmar Fasel. «Ich bin mir aber nicht sicher, ob es im Sinn eines jeden Steuerzahlers ist, die Bauern Blumen und Bäume setzen zu lassen und dafür immer mehr Lebensmittel aus dem Ausland zu importieren.»

In der gestrigen Ausgabe der FN hat der Biobauer Rudolf von Niederhäusern aus Überstorf erklärt, wie sich die AP 2014–17 auf seinen Betrieb auswirkt.

«Ich habe meinen Betrieb voll auf die Produktion ausgerichtet.»

Elmar Fasel

Landwirt aus Tafers

«Ich habe alles so gut wie möglich optimiert.»

Elmar Fasel

Landwirt aus Tafers

Auswirkungen: «Freiburg ist ein Verliererkanton»

D er Kanton Freiburg gehöre zu den Verlierern der neuen Agrarpolitik 2014 – 17, sagt Elmar Fasel. Fasel betreibt nicht nur einen Ackerbau- und Milchwirtschaftsbetrieb in Tafers, sondern ist auch Vizepräsident des Freiburgischen Bauernverbandes. Die Mehrheit der Freiburger Bauern setzten wie er auf die Produktion von Lebensmitteln. «Auch haben wir mit der Cremo, der Elsa und der Nestlé drei grosse Milchverarbeiter im Kanton.» Durch die Änderungen in der Agrarpolitik werde der Kanton Freiburg nun geschwächt, so Fasel. «Im Gegensatz profitieren Bergkantone, wo der Tourismus und die schöne Landschaft wichtiger sind als die Nahrungsmittelproduktion.» hs

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