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Den Weg «gottwärts» suchen

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Der Moment erinnert eher an ein Pop-Konzert einer regionalen Musikgruppe als an einen Kirchenanlass. Der kleine, dunkle Saal ist etwa zur Hälfte mit Zuschauern gefüllt. Die Scheinwerfer sind auf die junge Musikband vor der Bühne gerichtet. Ausgestattet mit modernster Technik und besten Lautsprechern spielen sie religiöse Lieder, während die Texte auf die Leinwand hinter der Bühne projiziert werden.

Ergriffenheit beim Singen

Die knapp 100 Zuschauer stehen fast alle und singen mit. Einige bewegen leicht ihre Lippen, andere hingegen knien von der spürbaren Energie ergriffen auf dem Boden. Nach rund zwanzig Minuten ist die Veranstaltung vorbei. Die jungen Katholiken, Reformierte und Mitglieder der Freikirchen gönnen sich eine Nachmittagspause. Der Benediktiner Thomas Fässler, Kommunikationsbeauftragter des Events, hat den Überblick über die 110 angemeldeten Teilnehmer: «Die Konfessionen sind mehr oder weniger gleichmässig auf die Teilnehmer verteilt.» 42 Prozent gehörten der römisch-katholischen Kirche, 30 Prozent den Freikirchen und 28 Prozent der evangelisch-reformierten Kirche an.

Suchen nach Gemeinsamkeit

Seit elf Uhr morgens nun ist das interkonfessionelle Wochenende schon im Gange. Die Teilnehmer haben sich kennengelernt, vermitteln aber noch keinen sehr vertrauten Eindruck, wie ein Blick in die Runde kurz vor der Podiumsdiskussion am Nachmittag zeigt. Das Publikum ist hier zur grossen Mehrheit zwischen 20 und 30 Jahre alt. In der Geschlechterverteilung halten sich Mann und Frau etwa die Waage. Nach einer kurzen und humorvollen Einführung von Thomas Fässler sprachen Jonas Oesch, Peter Janf, und Hanspeter Nüesch während einer knappen Stunde über die Bedeutung interkonfessioneller Zusammenarbeit. Obwohl die drei Referenten aus drei verschiedenen Konfessionen stammen, teilen sie eine Gemeinsamkeit: Alle waren in ihrem Leben mit anderen christlichen Konfessionen konfrontiert. Dies im familiären Umfeld oder im Freundeskreis oder weil sie selbst die Konfession gewechselt hatten.

Das Podiumsgespräch ist mit viel Humor und Ironie bepackt. Die Redner äussern sich in einfacher Sprache und verzichten auf komplexe theologische Abhandlungen, die womöglich das Publikum gelangweilt hätten. Allerdings entsteht keine wirkliche Diskussion, das Podium wie das Publikum setzen auf gegenseitiges Zustimmen und Ergänzen.

Als der Moderator die Diskussion für Fragen aus dem Plenum öffnet, meldet sich nebst Ralph Kunz, Professor für Praktische Theologie an der Universität Zürich, nur ein Teilnehmer mit einer kritischen Frage. Die Grundaussage des Gesprächs fasst Jonas Oesch kurz zusammen: «Die Jugend interessiert sich nicht für die theologischen Diskussionen zwischen den Konfessionen. Sie suchen nur Antworten auf Lebensfragen.» Die Band «Adam’s Wedding» beendet das Podium mit ihrem popartigen Auftritt.

Daniela Seibert kommt aus einem reformierten Umfeld, bewegt sich aber mehr in Freikirchen. «Man spürt die Gegenwart Gottes richtig», erklärt die 32-jährige aus Schlossrued im Aargau. Sie hofft, dass es an diesem Wochenende endlich möglich sei, sich auf das Wesentliche aller Konfessionen zu konzentrieren. Dass die Wege zu Gott unterschiedlich sind, sei eine Bereicherung und nicht eine Bedrohung, sagt sie.

Ähnlich sieht es die italienische Katholikin Arianna Estorelli: «In Mailand habe ich nie etwas mit anderen Konfessionen zu tun», sagt sie. Erst seit sie in der Schweiz sei und jetzt bei «Gottwärts», habe sie vom interkonfessionellen Austausch profitieren können. Und dies ist der 28-Jährigen sehr wichtig. Am Anlass gefällt ihr «vor allem wie die Treffen gestaltet sind, mit viel moderner Musik und Interaktion. Das fehlt der katholischen Kirche ein wenig.»

Reger Austausch

In der Nachmittagspause herrscht reger Austausch. Viel Zeit für Gespräche bleibt allerdings nicht. Um 16 Uhr beginnen bereits die fünf «Gottwärts»-Workshops. Einen davon, nämlich «Exegese Live», leiten Andi Bachmann-Roth und Ralph Kunz. Nur sieben Personen – Referenten inklusive – sitzen im Raum, der wie ein Schulzimmer aussieht. Alle sitzen in einem Kreis auf Schulstühlen, was Erinnerungen an die Primarschulzeit heraufbeschwört. Kunz erklärt, dass er einen trockenen Monolog verhindern wolle und den Workshop interaktiv gestalte. Durch die Methode des «Bibel-Teilens» soll jeder und jede eigene Gedanken zu einer Textstelle aus dem Johannes-Evange­lium mit den anderen teilen.

Nach einigen Minuten melden sich die ersten Teilnehmer und interpretieren ihre Stellen. Dies geschieht oft sehr emotional. Bachmann-Roth und Ralph Kunz ergänzen die Interpretationen mit theologischem Basiswissen. Besonderen Fokus legen die beiden auf die Immanenz-Formel aus dem Johannes-Evangelium, die sie als Aufruf zur vollständigen Einigkeit aller Konfessionen interpretieren.

«Die Konfessionen sind mehr oder weniger ­gleich­mässig auf die Teilnehmer verteilt.»

Thomas Fässler

Benediktiner

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