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Der Adventskranz ist aus Hamburg

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascale Hofmeier

Einfach ist es nicht, die Tannäste so um den Bastring zu winden, dass daraus ein ansehnlicher Adventskranz entsteht. Die Nadeln piksen, das Tannenharz klebt an den Händen und der widerspenstige Draht will die Äste nicht zusammenhalten. Diese Probleme hatte der Erfinder des Adventskranzes nicht. Er steckte einfach Kerzen auf ein Holzrad. Denn Johann Hinrich Wichern war es leid, den Kindern ständig zu sagen, wie lange es noch dauert bis Heiligabend. Das war um 1839 im lutheranischen Norden Deutschlands.

Tannäste kamen später

Die Kinder waren verwahrloste und heimatlose Jungen und Mädchen, die er seit 1833 im «Rauhen Haus» in Hamburg und später in einem Waisenhaus in Berlin-Tegel aufgenommen hat. Selber stammte er aus sehr armen Verhältnissen, hatte es aber trotzdem zum Oberlehrer in Hamburg gebracht. Als sich ihm die Chance bot, zog er in ein Bauernhaus und begann dort mit seiner gemeinnützigen Arbeit.

Zunächst befestigte er vier grosse, weisse Kerzen für die einzelnen Adventssonntage. Dazwischen standen 19 rote Kerzen, die an jedem einzelnen Wochentag in der Adventszeit angezündet wurden. So, dass die Kinder an den Kerzen sehen konnten, wie lange es bis Weihnachten dauert. Erst später kamen die Tannäste hinzu.

Licht ins Dunkel

«In der Schweiz kam der Adventskranz nach dem Zweiten Weltkrieg auf», sagt Thomas Perler, Pfarrer von Murten, den FN. Damals existierte er schon in seiner vereinfachten Variante mit nur vier Kerzen.

Dass der Kranz im Norden entstanden ist, erklärt er mit der Tradition der Lichterfeste. Diese sind sehr alt und existierten bereits in vorchristlicher Zeit. Einige davon, zum Beispiel das Lucia-Fest in Schweden, existieren unter neuen Bezeichnungen als christliche Bräuche weiter. Je näher der kürzeste Tag kommt, desto mehr Lichter werden entzündet. «Das Licht soll einen Gegenpol schaffen zu den langen und dunklen Nächten.» Auf dem Adventskranz seien die Kerzen ein Symbol für Jesus Christus, in der Bibel als «Licht der Welt» bezeichnet.

Der geschlossene Kranz selber stehe für die Ewigkeit. «Er hat keinen Anfang und kein Ende, wie der Horizont», sagt Perler. Das Tannengrün symbolisiere die Hoffnung auf Leben nach dem kalten Winter. Mit farbigen Bändern und Kerzen würden zusätzliche Bedeutungen geschaffen. Violett zum Beispiel ist die liturgische Farbe der Adventszeit. «In Frankreich gibt es auch ein Märchen, das jeder Kerze eine Bedeutung gibt: Hoffnung, Vertrauen, Liebe und Frieden.»

Quelle: Christliches Brauchtum gestern und heute, Heim, Walter und Perler, Thomas; Kanisius Verlag (1985).

In der dunklen Adventszeit erhellen Kerzen die kurzen Tage und langen Nächte. Die FN entzünden mit ihrem Adventskalender ebenfalls jeden Tag ein Licht.

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