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«Der Arme hat nie etwas»

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«Der Arme hat nie etwas»

Anton Schwaller lebt seit 40 Jahren in Tansania

Vor 40 Jahren hat Anton Schwaller aus St. Antoni das Fernweh gepackt: Er begann als Feldarbeiter im tansanischen Tanga, bereiste nach und nach das ganze ostafrikanische Land und führte mehrere Farmen.

Von KARIN BRÜLHART

«Ich liebe die Weite Tansanias, die faszinierende Natur, die Küsten und die Vielfalt der Tierwelt», erzählt Anton Schwaller. Leider würden die Raubtiere immer mehr aus ihren angestammten Gebieten zurückgedrängt, sagt er weiter. Der 65-Jährige verbringt diesen Sommer in St. Antoni, wo er aufgewachsen ist. Als Jugendlicher absolvierte er die landwirtschaftliche Schule und sollte – wie sein Vater – Bauer werden und den Hof bewirtschaften. «Ich spürte immer schon den Drang in mir, in die Fremde zu ziehen», erläutert Schwaller. So hatte er sich für eine Stelle als Feldarbeiter in Tansania beworben und bereits im Sommer 1965 verliess er die Schweiz. «Meine Familie glaubte, dass ich in spätestens sechs Wochen wieder vor der Türe stehe», fügt Schwaller lachend an.

Vom Feldarbeiter zum Manager

Die Verständigung mit den Einheimischen in Tansania war zu Beginn sehr schwierig: «Wir kommunizierten mit Händen und Füssen», erzählt er, «nur allmählich lernte ich Kisuaheli zu sprechen.»

Anton Schwaller arbeitete zuerst in Tanga auf dem Kuamdula-Estate, einer Farm von 4000 Hektaren. Seine Hauptaufgabe bestand darin, den Boden zu roden und so die nutzbare Fläche zu erweitern.

Als Manager-Vertreter konnte er das ganze Land bereisen. Nachdem er die notwendige Erfahrung gesammelt hatte, führte er mehrere Jahre lang verschiedene Farmen. «Wir bauten Sisal an, bewässerten die Reisplantagen, züchteten Mastochsen und Ziegen», erläutert Schwaller.

Rückkehr nach St. Antoni

Im Jahr 1968 begannen die ersten Verstaatlichungen von Farmen, Banken und Hotels in Tansania. «Das Leben wurde zusehends schwieriger.» Die Wirtschaft des Landes sei zusammengebrochen und Verhaftungen sowie Polizeikontrollen hätten das Strassenbild geprägt.

Nachdem auch die Lebensmittel im Land sehr knapp wurden, schmuggelte der Sensler Zucker und Mais aus Sansibar. Das weitere Leben in Tansania erwies sich für die Familie Schwaller als unmöglich: So kehrte das Ehepaar mit Sohn im Jahr 1983 zurück nach St. Antoni.

Der neue Job als Vertreter im
Aussendienst bereitete Anton Schwaller aber keine Freude: «Jedes Flugzeug am Horizont entfachte mein Fernweh von neuem», betont er. So wanderte das Ehepaar Schwaller sieben Jahre später erneut aus. In Arusha – einer Stadt in der Nähe des Kilimandscharo – führte Anton Schwaller eine Kaffeefarm mit rund 150 Festangestellten und 800 bis 900 Tagelöhnern, die aus benachbarten Bergdörfern auf die Farm kamen.
Auf den Farmen arbeiteten vor allem Arushaner – ein ehemaliges Nomadenvolk, das von den Masai abstammt. «In Tansania herrscht hohe Arbeitslosigkeit und die Industrie entwickelt sich nur schleppend», so Schwaller. «Für viele Menschen bedeutet Arbeit auf einer Farm die einzige Möglichkeit zumindest etwas Geld zu verdienen.»
Anton Schwaller weist dabei auf den Missbrauch vieler Spendengelder hin. «Der Arme hat nie etwas», beklagt die Ehefrau Doris Schwaller. Dritt-Welt-Produkte müssten in Europa zu einem anständigen Preis verkauft werden, so dass die einheimischen Arbeiter auch existieren können.

Bald wieder in Afrika

Am 1. Juni dieses Jahr konnte Anton Schwaller seine Pensionierung feiern – seine Angestellten organisierten ein Fest für ihn. Er hat sich vorgenommen, in Zukunft etwas kürzer zu treten und seine Freizeit zu geniessen. Aber auch der jetzige Aufenthalt in der Schweiz ist nur vorübergehend: Bereits im Oktober zieht es ihn wieder zurück in die Weiten Afrikas.

Tansania

Die Republik Tansania am Indischen Ozean in Ostafrika umfasst das Gebiet Tanganjika sowie Sansibar mit den Inseln Sansibar und Pemba. Die Bevölkerung beträgt 36,6 Millionen Menschen. Dodoma ist die Hauptstadt. Amtssprache ist Suaheli. Der höchste Berg Tansanias ist der Kilimandscharo – der höchste Berg Afrikas.

Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und ist ein Agrarland mit geringer Industrialisierung. Wichtige Erzeugnisse sind: Sisal, Kaffee, Bananen, Mais, Maniok und Zuckerrohr.
1961 erhielt Tanganjika im Rahmen des Commonwealth die staatliche Unabhängigkeit von Grossbritannien. Nach Ausrufung der Unabhängigkeit vereinigte sich Tanganjika mit Sansibar und Pemba 1964 zur Vereinigten Republik von Tansania. Erster Staatspräsident war Julius Kambarage Nyerere, der eine Politik auf sozialistischer Grundlage einleitete. Nyerere trat im Oktober 1985 als Präsident zurück.

1995 endete das Einparteiensystem und es fanden demokratische Wahlen statt. Seither ist Benjamin William Mkapa Staatspräsident. kb

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