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Der Basisstufen-Boogie bewährt sich

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Heiss ist es am ersten Schultag nach den Sommerferien. Die Kinder sitzen brav auf ihren Stühlen im Kreis. Während einige ohne weiteres darauf los erzählen, wie weit sie in den Ferien mit dem Velo fuhren oder wie oft mal sie im Meer badeten, beobachten andere ihre neuen Klassenkameraden erst einmal scheu und still. Für sechs Kindergartenkinder ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie in der Schulstube sitzen. Sie müssen sich nicht nur an ältere Kindergartenkinder gewöhnen, sondern auch an Mitschülerinnen und -schüler, die bereits die erste oder zweite Klasse besuchen.

Kindergartenkinder gemeinsam mit den Erst- und Zweitklässlern unterrichten: das ist denn auch der Kern des Pilotprojekts Basisstufe, welches seit sieben Jahren in den drei Freiburger Schulen Kerzers, Murten und Bärfischen läuft (siehe Kasten). Nachdem sich die neuen Kindergartenkinder in Kerzers mit ihrem Namen vorgestellt haben, ist Singen angesagt: Lehrerin Sandra Reber spielt die CD mit dem Basisstufen-Boogie ab, der zum täglichen Ritual gehört. Die Kinder singen und präsentieren den Neuankömmlingen die einfache Choreografie, die sie gelernt haben.

Nicht die Pulte dominieren

Während es am ersten Schultag ums Kennenlernen geht und die beiden Lehrerinnen Sandra Reber und Corine Käser den Unterricht ungezwungen gestalten, wird wohl schon bald Normalbetrieb herrschen. Ein Blick durch das Schulzimmer zeigt, dass jedes Kind unabhängig von seinem Alter auf seine Kosten kommen wird. In der einen Ecke steht ein «Bäbi-Stübli», vis-à-vis ist eine Leseecke eingerichtet, zum Spielen und Basteln hat es viel Platz. Die klassischen Schülerpulte stehen in einem Nebenzimmer. Dorthin holen die Lehrerinnen die Erst- und Zweitklässler, wenn sie sich beim Unterricht konzentrieren müssen. Die Kindergartenkinder haben in dieser Zeit das grosse Klassenzimmer ganz für sich alleine.

 

Zwischenbilanz: «Viele pädagogische Stärken»

D ie Verantwortlichen des Pilotprojektes Basisstufe ziehen eine positive Zwischenbilanz. «Die Erfahrungen mit den Basisstufenklassen zeigen, dass das Modell viele pädagogische Stärken aufweist», sagt Reto Furter, Vorsteher des Amtes für deutschsprachigen obligatorischen Unterricht (DOA).

Interessen fördern

Der Unterricht in der Basisstufe sei «individueller und differenzierter», konkretisiert Projektleiterin Renata Lichtsteiner. So werden etwa die Mathematiklektionen in der ganzen Klasse eingeführt, und die Kleinsten kämen bereits früh mit der Materie in Kontakt. «Die fortgeschritteneren Kinder lernen mit dem Zahlenbuch, die Kleineren spielen mit Würfeln und können sich so erste Rechenkenntnisse aneignen.» Ein weiterer Vorteil liegt für Lichtsteiner in der Betreuung der Kinder. In der Basisstufe könnten die Lehrkräfte besser auf die unterschiedlichen Lernniveaus und Interessen eingehen, weil sie zu zweit sind. So kann ein Kindergartenkind, das sich für Lesen interessiert, bereits mit den grösseren Kindern unterrichtet werden.

Unklare Kostenaufteilung

Auch die Kerzerser Kindergarten- und Primarschulleiterin Dorli Blaser ist überzeugt vom Projekt Basisstufe. Es sei ein «supergutes Einschulungsmodell», sagt sie. Bei der Kostenaufteilung, die mit dem neuen Schulgesetz erst noch definiert werden müsse, hat Blaser jedoch Vorbehalte: «Werden die Mehrkosten der Basisstufe auf die Gemeinden abgewälzt, wird das Projekt wohl nicht an vielen Schulen umgesetzt.» Auch sei absehbar, dass die Ausbildung der Lehrpersonen hinterherhinke. «Die Lehrer sollten sich jetzt schon weiterbilden, damit sie bereit sind, wenn das Projekt definitiv eingeführt wird.» Um Basisstufen-Klassen unterrichten zu können, müssen die Lehrpersonen eine berufsbegleitende Weiterbildung machen. In einer Basisstufen-Klasse unterrichten jeweils zwei Lehrpersonen mit insgesamt 150 Stellenprozenten.

Das Los entscheidet

In den drei Freiburger Pilotprojekt-Gemeinden Kerzers, Murten und Bärfischen ist das Interesse an der Basisstufe gross, wie Renata Lichtsteiner sagt. In Murten etwa fallen von den 70 Anmeldungen für das erste Kindergartenjahr zwischen 20 und 30 auf das Basisstufen-Modell. Weil jährlich lediglich sechs bis sieben Kinder neu in die Basisstufe eingeschult werden können, entscheidet jeweils das Los über die Aufnahme.

Schulgesetz soll es regeln

Bis der Kanton Freiburg das neue Schulgesetz einführt, laufen die drei Basisstufenklassen als Pilotprojekte weiter. Mit dem neuen Schulgesetz wird nicht nur die Kostenaufteilung zwischen den Gemeinden und dem Kanton definiert. Laut DOA-Amtsvorsteher Reto Furter soll es den Gemeinden selbst überlassen werden, für welches Modell sie sich künftig entscheiden: Entweder können sie die Kinder zwei Jahre in den Kindergarten schicken und danach regulär einschulen lassen. Oder sie können das Modell Basisstufe anbieten, in dem die Kindergartenkinder und die Erst- und Zweitklässler gemeinsam in einer Klasse unterrichtet werden. hs

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