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Der Biber sorgt für die Renaturierung

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«Ich habe jedes Mal Freude, wenn ich hier herunter komme», sagt Projektleiter Peter Lakerveld auf dem Weg zur Biberaue. Vor zwei Jahren stellte Pro Natura das Biberprojekt bei Ferenbalm vor: Auf dem Land zwischen Bibera und Mühlebach soll auf einem ehemaligen Mais-Acker eine Biberaue entstehen. Eine spezielle Rolle wird dabei der Biber einnehmen: Das possierliche Tier soll auf dem drei Hektaren grossen Terrain als Landschaftsarchitekt wirken. «Ein Vorzeigeprojekt», so Lakerveld.

Biber statt Bagger

Die Sonne scheint über das Gebiet, Regentropfen glitzern in den Gräsern. «Früher war dies ein Auengebiet», sagt der Biologe. «Der Biber soll die frühere Auen-Dynamik wiederherstellen, als die Bibera noch durch das Gebiet mäandrierte.» Die Wiese ist ideal zwischen zwei Abhängen gelegen, so ist das benachbarte Landwirtschaftsland vor Überschwemmungen geschützt. «In Deutschland gibt es ein ähnliches Projekt: Studien haben gezeigt, dass es der Biber einfach besser kann als der Mensch», so Lakerveld. «Der Biber wird oft als schädlich eingestuft, dabei kann er auch nützlich sein.» Und er fügt an: «Landwirte und Naturschutzorganisationen können bei solchen Projekten gut zusammenarbeiten.»

Ein Nager als Architekt

Am Anfang des schweizweit einzigartigen Pionierprojekts stand eine Überschwemmung: Der Biber hatte 2009 den Mühlebach gestaut und setzte so den Mais-Acker unter Wasser–sogar Forellen schwammen auf dem Feld. Pro Natura, die Gemeinde, der Kanton und der Landwirt Martin Bucher suchten nach einer Lösung. Pro Natura kaufte 2012 das Land, der Landwirt als Ausgleich eine gleich grosse Parzelle nahe seines Hofs. Heute ist Bucher mit der Pflege des Gebiets betraut. Der Verkauf seiner Parzelle an Pro Natura war für ihn eine gute Lösung, wie er den FN sagt. «Das Projekt stösst von allen Seiten auf positive Resonanz», so Lakerveld.

Seit dem Verkauf sind drei Jahre vergangen. Und gut Ding will Weile haben: Mittlerweile ist das Vorprojekt von der Gemeinde und dem Kanton genehmigt, die Zielsetzungen wurden bis 2025 formuliert: Bis dann soll die Biberaue ein durch den Biber gestaltetes, natürliches und artenreiches Feuchtgebiet werden. Seltene Vogelarten, Wassertiere, Amphibien, Kleintiere und Insekten sollen einen Lebensraum finden, etwa der Fadenmolch oder das Hermelin. Pro Natura möchte die Artenvielfalt fördern, denn die Biodiversität in der Schweiz ist rückläufig.

Ausserdem ist die Finanzierung des Projekts gesichert. Die Gemeinde und Pro Natura einigten sich über die Bauherrschaft des nötigen Wasserbauprojekts. Finanziell beteiligen werden sich das Bundesamt für Umwelt, der Kanton und diverse Fonds. Die Aufwertungsmassnahmen kosten eine Million Franken. Einberechnet sind darin etwa der Kaufpreis der Parzelle sowie die Kosten für die Bauarbeiten, die 2016/17 anstehen. Dann wird einerseits eine ARA-Leitung verlegt. Diese befindet sich zu nah an der Bibera und entspricht nicht mehr den Anforderungen. Andere Massnahmen sind nötig, damit aus dem Terrain ein Feuchtgebiet entsteht. Unter anderem werden die bestehenden Drainagen verstopft und der Mühlebach vertieft und in die Wiese geleitet. «Diese Initialmassnahmen sind nötig, sonst nutzt der Biber das Gebiet nicht: Er möchte das Wasser stauen und übernimmt auf diese Weise die Wiese.» Auf dieser würden so natürliche Teiche entstehen.

 Ebenfalls besteht ein Pflegekonzept: Die Wiese wird extensiv gemäht und weder mit Pestiziden noch mit Düngemitteln behandelt. Ausserdem sollen Weiden gepflanzt werden, eine Leibspeise des Pflanzenfressers. «Wir versuchen so, den Biber wieder in das Gebiet des Mühlebachs zu locken.» Aktuell hält sich die Biberfamilie nämlich in der Bibera auf. Zu sehen ist leider keiner der drolligen Nager. «Sie sind nachtaktiv», so Lakerveld. Geplant ist ebenfalls ein Laubfroschteich: Dieser wird allerdings durch Menschenhand entstehen.

Die Gemeinde sieht dem Projekt erwartungsvoll entgegen. «Wir sind gespannt, wie es aussehen und sich entwickeln wird, wenn die Massnahmen eingeleitet wurden», so Gemeindeschreiber Bruno Dällenbach.

So soll die Biberaue Ferenbalm einmal aussehen. Bild zvgSpuren der Biberfamilie: ein Damm in der Bibera. 

«Studien haben gezeigt, dass es der Biber einfach besser kann als der Mensch.»

 Peter Lakerveld

Projektleiter Pro Natura

«Hallo Biber!»: Eine Aktion von Pro Natura

M it der Aktion «Hallo Biber!» möchte Pro Natura das Netz natürlicher und naturnaher Flüsse ausbauen. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt in der Nordwestschweiz wurde die Aktion auf die gesamte Schweiz ausgeweitet. Die Regionalprogramme in der Ostschweiz, Nordwestschweiz, im Mittelland, in der Zentralschweiz und in der Romandie setzen gemeinsam mit Gemeinden und Kantonen Biberprojekte um und informieren über die Fähigkeit des Bibers, als Landschaftsgestalter artenreiche Auen zu schaffen. ea

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