Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der Bischof im Wirtshaus

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Bischof im Wirtshaus

Erstmals kam Bischof Genoud für einen Hock nach Deutschfreiburg

Im Wirtshaus falle den Leuten das Sprechen leichter als in der Kirche, meint Bischof Genoud. Deshalb habe er vor vier Jahren den Hock eingeführt. Am Montag war er erstmals in Tafers. Rund 30 Interessierte nahmen an der Gesprächsrunde im «Maggenberg» teil.

Von IRMGARD LEHMANN

«Mein Deutsch wird jeden Tag besser. Ich kann bald nicht mehr Französisch sprechen.» Mit diesen Worten begrüsste Bernard Genoud, Bischof von Lausanne, Genf, Freiburg, am Montagabend die Anwesenden in einer Hinterstube des Restaurants Maggenberg. Letztlich hat der Bischof aber doch nichts riskiert. Er sprach französisch und Nicolas Betticher, der zweisprachige Kanzler, übersetzte und fasste zusammen.

Die Themen waren ganz unterschiedlicher Art und reichten vom Papstbesuch bis hin zur Frage, wie es mit der Priesterweihe von Verheirateten stehe. Ausgeklammert wurde das Thema «Weihe von Frauen». Da solches einen ganzen Abend beanspruche, sei es jetzt zu spät, meinte der Bischof.
Nach der Diskussionsrunde, die der Bischof pünktlich um 21.00 Uhr abbrach, war von Heimwärtsziehen noch keine Rede. In der Beiz setzte sich der Bischof an einen der wenigen freien Tische – man verfolgte die EM -, lud zu einer Bierrunde ein und gönnte sich die Zigarette.

***

Anlässlich der Gesprächsrunde ergriffen sowohl Männer wie Frauen das Wort:

Was sagen Sie zur Aufforderung, der Papst müsse zurücktreten?

Bischof Genoud: Ich habe es sehr bedauert, dass die 40 Kirchenleute den Brief auf den Papstbesuch hin veröffentlicht haben. Ich selber bin der Ansicht, dass der Papst mit seiner Schwachheit einen Gegenpol setzt zum veridealisierten Bild der Gesellschaft, die nur jung, reich und gesund sein darf.

Ausserdem würde eine Demission Signalwirkung haben und künftig könnte auf «unbeliebte Päpste» Druck ausgeübt werden.

Zehntausende von Jugendlichen am Papstbesuch und doch bleiben die Kirchen leer.

Bischof Genoud: Das stimmt. Wir müssen anders regieren, den Gottesdienst lebendiger gestalten. Denn Jugendliche wollen Gemeinschaft erleben, und das vielfach nicht in einem kirchlichen Gebäude. Jugendliche leben die Solidarität und den Glauben auf ihre Art und dessen müssen wir uns bewusst werden.

In diesem Zusammenhang muss aber auch einmal laut gesagt werden, dass sich die Zahl der Berufungen in den letzten 25 Jahren verdoppelt hat. Hat man 1980 noch 68 000 Seminaristen gezählt, so sind es heute 118 000 – wohlverstanden weltweit gesehen. Die Krise gibt es nur bei uns.

Ein Papsttreffen ist das eine, die Betreuung der Jugendlichen in den Pfarreien das andere. Wie gedenkt man die Lücken zu füllen?

Wir müssten die Priester aus andern Ländern zu uns holen. Doch eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung zu bekommen ist nicht so einfach. Es ist hier einfacher, eine Arbeitsbewilligung für einen Fussballer als für einen Priester zu erhalten.

Die Schweizer Bischöfe sind sich ausserdem einig in der Forderung nach der Priesterweihe für bewährte verheiratete Männer. Das Begehren soll demnächst im Vatikan vorgebracht werden.

Bischofsvikar Kurt Stulz: Kürzlich wollte ich einen indischen Priester nach Deutschfreiburg holen. Doch der Staat lehnte das Gesuch ab mit der Begründung, der Priester sei zu wenig spezialisiert.

Wie gedenkt sich der Bischof zu verhalten angesichts der Instruktionen aus Rom, das die Laienpredigt verbieten will.

Es ist keine Frage, dass der Bischof die Pastoralassistentinnen und -assistenten in der Eucharistiefeier ausschalten will. In der Schweiz hat sich diesbezüglich eine Tradition herausgebildet, die man nicht einfach zerstören kann.

Bischofsvikar Stulz: In der Schweiz dürften Laien seit 20 Jahren predigen. Und dieses Ausnahmerecht wird auch weiterhin bestehen bleiben. Ohne die Mithilfe der Laien ist eine Kirche gar nicht mehr vorstellbar. Da die Regelungen weltweit gelten, muss man «das Papier» mit den rund 80 Hinweisen in einen grösseren Kontext stellen.

Die Instruktionen wurden wahrscheinlich aufgrund von Einwänden erzkonservativer Katholiken erstellt. Sowohl Rom als auch der Nuntius in Bern erhalten viele «Klagen».

***

Abschliessend sprach ein Teilnehmer den Wunsch aus, der Bischof möge sich doch zu brisanten Themen vermehrt über die Medien zu Wort melden.

Mehr zum Thema