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Der Boom im Laufsport ist ungebrochen

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Dass sich der Laufsport in der Schweiz einer grossen Beliebtheit erfreut, lässt sich allein schon daran festmachen, dass mehr und mehr Joggerinnen und Jogger auf den Strassen und Waldwegen das Bild insbesondere bei Feierabend prägen. Belegt wird dieser ungebrochene Boom im Laufsport von einer Studie im Auftrag des Bundesamtes für Sport (Baspo). Der umfassende Bericht «Sport Schweiz 2014–Sportaktivitäten und Sportinteresse der Schweizer Bevölkerung» kommt dabei zum Schluss, dass im vergangenen Jahr 23,3 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer Laufsport betrieben haben–dies bei total fast 70 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 74 Jahren, die regelmässig sportliche Aktivitäten ausübt. In der Zeitspanne von 2008 bis 2014 verzeichnete der Laufsport sogar eine signifikante Zunahme von 5,7 Prozent an praktizierenden Personen. Für die Fortsetzung des Joggingbooms sind insbesondere die Frauen verantwortlich, ist der Frauenanteil doch seit 2008 um 5 Prozentpunkte gestiegen und beträgt heute genau 50 Prozent. Interessant auch: 8,7 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer geben das Laufen als ihre Hauptsportart an. Nur Fitness und Aerobics (9,6 Prozent) wird in dieser Statistik noch öfter genannt.

GP Bern: Feld verzehnfacht

Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung läuft also. Das widerspiegelt sich zwangsläufig in den Teilnehmerfeldern der unzähligen Volksläufe des Landes. Heinz Schild geht davon aus, dass rund 400 000 Personen jährlich an den Wettläufen eingeschrieben sind. Der Gründer des Grand Prix von Bern und des Jungfrau-Marathons führt seit Jahren detaillierte Statistiken zu den wichtigsten Volksläufen weltweit und insbesondere jenen der Schweiz. Hatte der GP 1982 bei seiner Premiere noch knapp 3000 Teilnehmer melden können, so sind es mittlerweile über 30 000. Damit stehen die «schönsten 10 Meilen der Welt», wie der Lauf-Event in der Altstadt von Bern auch genannt wird, stellvertretend für viele Volksläufe in der Schweiz.

Und der Boom ist ungebrochen. «Im Jahr 2014 verzeichneten die 25 grössten Volksläufe des Landes eine Zunahme der klassierten Läuferinnen und Läufer von 7,8 Prozent. Die steigende Tendenz ist unverändert. In diesem Jahr liegt die Zunahme bis jetzt bei 7,6 Prozent», untermauert Schild den Trend mit Zahlen. Rund vier Fünftel der grössten Laufveranstaltungen konnten die Zahl der Finisher 2015 erhöhen, bei nur einem Fünftel gingen die klassierten Läuferinnen und Läufer ein Stück weit zurück. Die Laufbegeisterung von Herrn und Frau Schweizer sei im weltweiten Vergleich wohl einzigartig, sagt Schild deshalb.

Drei Freiburger Läufe in den Top 20

Als bemerkenswert erachtet Schild die Tatsache, das gleich drei der 25 grössten Läufe der Schweiz im Kanton Freiburg beheimatet sind. 2014 lag der Murtenlauf in Sachen Beteiligung auf Rang 11, der Kerzerslauf auf Rang 15 und die Corrida in Bulle immerhin auf Rang 19 dieser Rangliste. Mit dem Halbmarathon Freiburg und dem Marcheton finden sich zudem zwei weitere Läufe in den nationalen Top 60. «Die Vielzahl der Volksläufe im Kanton Freiburg ist auffallend. Dabei ist die Rolle der kleineren Läufe in den Dörfern nicht zu unterschätzen. Die grossen Events sind wichtig für das Image und die Medien, die kleineren aber für die gesamte Laufszene.» Die Rennen in den Dörfern würden wie Saugnäpfe für die Klassiker wirken, hält Schild fest. Zu diesen Klassikern gehört zweifelsohne der Murtenlauf, der sich nach einer Teilnehmer-Baisse in den letzten Jahren wieder gefangen hat und steigende Teilnehmerzahlen verbucht. «Dass sich der Murtenlauf erholt hat und wieder der Leuchtturm von früher ist, ist wichtig für die ganze Laufszene.»

Strukturelle Grenzen

Ob die Escalade in Genf, der GP in Bern oder der Frauenlauf: Tendenziell gelte, dass die grossen Läufe noch grösser werden würden, so Schild. «Rein von der Infrastruktur her stossen aber auch diese Läufe an ihre Grenzen.» So könne es vorkommen, das die Events dem veritablen Boom teilweise nicht mehr gerecht werden können–ein weltweites Problem. «Im vergangenen Jahr etwa wollten 350 000 Personen am Tokio-Marathon teilnehmen. Wie die Marathons in New York oder Chicago ist aber auch der in Tokio auf 50 000 Teilnehmer beschränkt.»

Schild rechnet damit, dass die Laufbegeisterung auch in den kommenden Jahren nicht signifikant abflachen wird. «Man soll zwar niemals nie sagen, aber es sieht jedenfalls nicht danach aus. Als ich 1978 das erste Laufbuch der Schweiz mit dem Titel ‹Jogging in der Schweiz› geschrieben habe, hiess es, das sei eine Modeerscheinung. In der Schweiz sei die Wanderbewegung zu gross.» Heute aber stelle man fest–allen Unkenrufen zum Trotz–, dass der Trend ungebrochen sei. Schild bedauert einzig, dass viele Medien an diesem Trend vorbeischauen. «Die Breitensportbewegung steht im Schatten von Fussball, Eishockey und Co.»

Ein Wirtschaftsfaktor

Doch trotz der mangelnden Mediatisierung ist die Relevanz des Laufsports hierzulande nicht zu unterschätzen. In einer Zeit, in der der Schweizer Sport einen Gesamtumsatz von 15 Milliarden Franken sowie eine Bruttowertschöpfung von 8 Milliarden erwirtschaftet, unterstützten laut dem Online-Statistik-Portal «www.statista.com» im Jahr 2014 nicht weniger als satte 33,3 Prozent der befragten Unternehmen in der Schweiz den Laufsport. Nur der Fussball (50 Prozent) und das Eishockey (39,3Prozent) werden noch mehr gesponsert. Laut demselben Portal wird sich das Sponsoring des Laufsports bis 2016 mit einem Indexwert von 2,36 Prozent weiter erhöhen. Angeführt wird diese Statistik vom Schwingsport (2,73 Prozentpunkte) und vom Fussball (2,37 Prozent).

 

Freiburg: Seit 1993 ein Volkslaufcup

Z wischen 35 bis 40 Volksläufe finden allein im Kanton Freiburg jedes Jahr statt. So bildete in dieser Saison beispielsweise der Düdinger Cross im Januar den Auftakt zu einer ganzen Serie von Laufveranstaltungen, die am 12. Dezember mit dem Weihnachtscup in Estavayer-le-Lac ihr Ende finden wird.

Eine Besonderheit des Kantons Freiburg ist zweifelsohne der Volkslaufcup. «Es gibt in anderen Kantonen wie Waadt oder Neuenburg zwar ähnliche Cups, diese finden aber meist unter der Woche statt und sind weniger ausführlich», sagt Charles-Henri Remy, der Verantwortliche des Freiburger Volkslaufcups und Vorstandsmitglied des kantonalen Leichtathletik-Verbandes. Im Jahr 1993 wurde der Cup erstmals ausgetragen. Die Formel hat sich seither kaum verändert. Jeweils zehn Läufe zählen zur Wertung des Volkslaufcups, wobei die sechs besten Resultate für die Gesamtwertung gewertet werden.

Berücksichtigt man die Statistiken der vergangenen Jahre, so fällt auf, dass die Anmeldungen und die Zahl der Klassierten (Läuferinnen und Läufer, die mindestens vier Rennen bestritten haben) zunächst bis ins Jahr 2009 mehr oder weniger kontinuierlich zunahmen, seither jedoch entgegen dem allgemeinen Trend eher rückläufig waren. «In diesem Jahr stiegen die Anmeldungen wieder. Insgesamt sind die Zahlen aber relativ stabil», sagt Remy. Auch wenn heute immer mehr Leute joggen würden, so heisse das nicht zwangsläufig, dass sie auch an Volksläufen teilnehmen würden. «Viele beschränken sich zum Beispiel auf den Murtenlauf, weil es eben der Klassiker ist.» Komme hinzu, dass das Niveau im Volkslaufcup anspruchsvoll sei, was viele von einem Start abhalte, weil sie nicht zu viel Zeit auf die Sieger verlieren möchten. fs

Murtenlauf: 1975 der Eckpfeiler der Schweizer Laufszene

V or 40 Jahren war der Murtenlauf mit 4510 klassierten Läuferinnen und Läufern das Aushängeschild der Schweizer Laufszene. «Neben dem Murtenlauf war der 100-km-Lauf von Biel, der seit 1959 existiert, im Jahr 1975 ein weiterer Pionier mit 3938 gemeldeten Teilnehmern und 2615 Finishern», hält Heinz Schild fest. Daneben habe es damals eine Handvoll regionale und lokale Läufe, wie der 1957 erstmals ausgetragene Brienzerseelauf, der Hallwilerseelauf (seit 1975), der Berglauf-Klassiker Sierre-Zinal (seit 1974) und eine Vielzahl von Geländeläufen unter der Regie der Schweizerischen Gemeinschaft für Volksläufe (SGVL) gegeben, führt Schild aus.

Heute sind die Teilnehmerzahlen ungleich höher. Vor zehn Jahren haben die Genfer Escalade und der GP Bern die Marke von 20 000 Finishern erstmals geknackt. 2011 klassierten sich beim GP gar über 25 000, und in Genf sei man inzwischen bei der 30 000er-Marke angekommen, so Schild. «2014 nahmen an den zwanzig grössten Schweizer Volksläufen eine viertel Million Menschen teil», titelte die Fachzeitschrift «Fit for Life». fs

Statistik

Die Entwicklung im Freiburger Volkscup

 

1. Murtenlauf * 10725

2. Kerzerslauf 8196

3. Corrida Bulloise * 4249

4. Halbmarathon Freiburg 1665

5. Marchethon Freiburg * 1355

 

* Ausgabe 2014

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