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Der chinesische Pate des Cardinal-Projekts

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Autor: URS HAENNI

Als eine Freiburger Delegation aus Wirtschaft und Politik im Juni von einer Reise aus Ost-China zurückkehrte, da nahmen sie eine grosse Vision im Gepäck mit: ein CO2-freier Technologie- und Innovationspark auf dem Cardinal-Areal. Die Delegation hatte sich auf ihrer Reise vom Campus der Universität Nottingham in der chinesischen Stadt Ningbo inspirieren lassen. Dort steht seit 2008 das erste und einzige CO2-freie Gebäude Chinas.

Gestern stellte nun der Schöpfer dieses Modellgebäude in Freiburg einem 150-köpfigen Publikum vor. Jo Darkwa, Direktor des Zentrums für Nachhaltige Entwicklung in Ningbo, präsentierte ein modernes, elegantes Gebäude, innen aus Beton und aussen aus Glas, welches zu 100 Prozent made in China ist, sich selber lüftet, maximal das Tageslicht nutzt und mit einer Solaranlage so viel Energie produziert, dass es Strom an das nationale Netz liefert.

Keine Auflage in China

Im Gespräch mit den FN verriet Darkwa aber, dass man das Gebäude in China nicht eins zu eins auf das Cardinal-Areal übertragen kann. Für jedes Projekt müsse eine individuelle Lösung erarbeitet werden, so Darkwa. «Ein CO2-freies Gebäude ist möglich. Es kann aber nicht auf einer einzigen Quelle basieren, sondern muss aus einer Kombination von Technologien, Designs, Arbeitsweisen, Regelungen und Anreizen entstehen.»

Darkwa hatte bisher erst vom Freiburger Projekt gehört; gestern nach der Tagung nahm er aber einen Augenschein auf dem Cardinal-Areal. Freiburg und Ningbo seien nicht vergleichbar, so der seit vier Jahren in China lebende Brite. «Es ist einfacher, so ein Projekt in China zu realisieren. Dort braucht es keine öffentliche Auflage; man tut es einfach.»

In Ningbo wandte Darkwa das Prinzip an, möglichst mit einheimischen Materialien und Arbeitern zu konstruieren. So wählte er viel Beton und Glas als Baumaterial. «Dies ist in China in Überfluss vorhanden», sagte der Direktor. Ningbo befindet sich in einer warmen und sonnenreichen Region, erklärte er. Deshalb habe man Materialien gewählt, welche möglichst gut kühlen. Eine Freiburger Lösung würde hingegen wohl eher wärmende Materialien vorsehen.

Die Sonneneinwirkung in Ningbo beeinflusste auch die Wahl von Sonnenkollektoren für die Energieproduktion sowie des Lichtkonzeptes. Windenergie sei dort nutzlos, so Darkwa. Für ihn ist klar, dass in Freiburg andere Technologien zur Anwendung kommen werden als in Ningbo.

Schwieriger bei Altbau

Ein weiterer grosser Unterschied zwischen dem Cardinal-Areal und dem chinesischen Universitätscampus besteht darin, dass man in Freiburg ein bestehendes Gebäude hat, in Ningbo aber ein Neubau erstellt wurde.»

Ein bestehendes Gebäude umzubauen macht das CO2-freie Konzept in gewissen Bereichen schwieriger», erklärte Darkwa. «Man muss ein Gleichgewicht zwischen dem Einbau neuer Technologien und der Erhaltung historischer Substanz finden. Grundsätzlich aber können alle Technologien auch bei einem bestehenden Gebäude angewandt werden.»

Mehrkosten

Ob es tatsächlich möglich ist, aus dem Cardinal-Areal einen CO2-freien Technologiepark zu machen, wagte der Fachmann nicht zu prophezeien: «Man kann nicht jedes Gebäude CO2-frei machen. Und wenn, dann betrifft dies nur den Betrieb, nicht den Bau. Aber man kann auf alle Fälle eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstosses anstreben.»

Für Jo Darkwa muss man dafür aber bereit sein, Extrakosten in Kauf zu nehmen. «Im Grunde geht es ums Geld. CO2-frei bedeutet zusätzliche Kosten von etwa 30 Prozent. Aber es ist eine Investition in die Zukunft, die Einkünfte bringt. Bei einem Neubau ist dies allerdings einfacher.»

Die Kontakte zwischen Ningbo und Freiburg haben bis jetzt auf dem Niveau gegenseitiger Information stattgefunden. Jo Darkwa kann sich vorstellen, dass daraus eine engere Zusammenarbeit entsteht: «Als Universität sind wir an Zusammenarbeit mit anderen Institutionen interessiert.» Er könnte sich beispielsweise vorstellen, dass in Freiburg energiesparende Materialien verwendet werden, welche von seiner Universität entwickelt wurden, in China aber noch nicht zum Einsatz gekommen sind.

Der Erbauer eines CO2-freien Gebäudes in China, Jo Darkwa, besuchte gestern nach der Konferenz das Cardinal-Areal.Bild Aldo Ellena

Konferenz:Bauen ohne CO2-Emissionen

Der Technologie- und Innovationspark des Kantons Freiburg stand als letzter Punkt auf dem Programm der Konferenz «Gebaute Umwelt ohne CO2». Doch das Projekt auf dem Cardinal-Areal gab der Tagung die Initialzündung, sagte der Direktor der Freiburger Handelskammer gestern im Auditorium der Ingenieurschule Freiburg.

Zwanzig Fachleute und rund 150 Teilnehmer debattierten einen ganzen Tag lang über die Vision von Gebäudebau ohne Emissionen.

«Null Emission» könnten rund um den Klimawandel, den Ausstieg aus der Atomenergie und dem Ende der fossilen Energien eine mögliche Lösung darstellen, erklärten die Organisatoren des Freiburger Wirtschafts- und Technologiezentrums in ihrer Einladung.

Ziel der Konferenz war, dass die Teilnehmer Projekte kennenlernten, um später im Kanton Freiburg diese Visionen umzusetzen. Verschiedene «Null Emission»-Konzepte wurden anhand von Beispielen aus der Schweiz und dem Ausland erläutert, beispielsweise das Quartier Vauban in Freiburg i. B., das Elthis-Gebäude in Dijon und die Gebäude der Universität Nottingham in China.

Die Beispiele sollten nicht nur «isolierte Inseln» bleiben, so die Organisatoren, sondern wirtschaftlich und sozial realistisch sein. Die Tagungsteilnehmer sollten mit gutem Beispiel vorangehen und mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, den CO2-Ausstoss ihrer Anreise kompensieren oder Fahrgemeinschaften bilden. Für eine Fahrgemeinschaft meldete sich aber nur ein einziger Teilnehmer.uh

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