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Der Deutschen Bibliothek fehlt das Geld

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«Die Kosten sind gestiegen, die Einnahmen nicht», so fasst Dunja Keller, Vorstandsmitglied der Deutschen Bibliothek der Stadt Freiburg, das Dilemma zusammen, in dem sich der Verein befindet. Auf der Ausgabenseite fielen vor allem die Lohnkosten ins Gewicht – weil die Bibliothek nach dem Weggang einer langjährigen Mitarbeiterin die Lohnstruktur anpassen musste. Jedes Jahr fehlen so rund 15 000 Franken, die dann irgendwo abgezwackt werden müssen. «Das ist kein Zustand», sagt auch Vorstandspräsident Reto Furter. «Wenn wir keine Lösung finden, leidet die Attraktivität des Angebots.» Das heisst, die Öffnungszeiten, die erst vor kurzem ausgebaut wurden, müssten erneut eingeschränkt werden. Und noch problematischer: Der Medienkredit von 22 000 Franken kann nicht ausschliesslich für den Kauf von Büchern genutzt werden, sondern muss anderweitig Löcher stopfen helfen. «Wir sind dringend auf Geld angewiesen, um den Bücherbestand zu aktualisieren, insbesondere im Jugendbereich», sagt Dunja Keller, die für die Finanzen des Vereins zuständig ist.

Schwierige Sponsorensuche

Aus diesem Grund hat sich der Verein 2016 intensiv auf Sponsorensuche gemacht. Trotz einigen Erfolgen – so sprach Groupe E in den letzten beiden Jahren jeweils einen einmaligen Betrag – gestaltet sich das Fundraising allerdings schwierig, wie Keller weiter erklärt: «Die Visibilität einer Bibliothek ist nicht enorm. Zudem glauben viele Firmen, dass wir von der Stadt finanziert werden.» Doch dem ist nur bedingt so. Im Unterschied zur französischsprachigen Bibliothek, die sich ebenfalls im Alten Bürgerspital befindet, wird die Deutsche Bibliothek nicht über das Gemeindebudget der Stadt finanziert. Als kultureller Verein erhält sie von der Stadt aber jährlich eine Subvention von 70 000 Franken. Das entspricht laut Keller ungefähr der Hälfte des Gesamtbudgets.

Vor einem guten Jahr rief der Vorstand eine Spendenaktion ins Leben – den 100er-Club (siehe Kasten). Das hat die Finanzlage ein wenig entspannt. Dennoch braucht es eine längerfristige Lösung.

Stadt hat das Problem erkannt

Der Verein suchte darum den Kontakt zu CVP-Gemeinderat und Kulturvorsteher Laurent Dietrich. Mit Erfolg. Dieser hat eine Arbeitsgruppe einberufen. Darin ist nicht nur die Deutsche Bibliothek vertreten, sondern auch die französischsprachige Bibliothek, die Ludothek Freiburg und die interkulturelle Bibliothek Freiburg «LivrEchange». «Ich wollte schon immer mal alle ‹-theken› zusammennehmen», erklärt Dietrich das Vorgehen. «Es geht darum, den Institutionen mehr Visibilität zu verschaffen und nach möglichen Synergien zu suchen.» Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Stadtverwaltung ein latentes Raumproblem habe. Der Kulturchef kann sich vorstellen, dass die vier Institutionen fusionieren. Vielleicht sei dadurch auch finanziell mehr möglich. Reto Furter denkt, dass eine zweisprachige Bibliothek oder eine Kooperation einen Mehrwert bedeuten würde. «Ob das ein Sparmodell für die Stadt Freiburg wäre, müsste sich zeigen.»

Entscheid Ende Juni

Gemäss Laurent Dietrich geht die Arbeitsgruppe ergebnisoffen vor. Bis Ende Juni soll eine Entscheidung auf dem Tisch liegen. Grundsätzlich betont er aber: «Die Wichtigkeit der Deutschen Bibliothek ist anerkannt.» Gleichwohl könne es nicht darum gehen, einfach Geld zu geben. «Das wäre zu simpel.» Schliesslich sei die Deutsche Bibliothek ein Verein. «Die Stadt steht aber im Hintergrund bereit.» So habe sie Ende 2017 schon mal einen nachträglichen Beitrag von 5000 Franken zur Linderung der Not versprochen, so Dietrich.

Spendenaktion

10 000 Franken – mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein

2016 hat der Verein der Deutschen Bibliothek Freiburg den 100er-Club ins Leben gerufen. Mit einer einmaligen Spende von 100 Franken könnten Interessierte die Bücherei unterstützen, ohne Mitglied zu werden. Dank dieser Spendenaktion schrieb die Bücherei 2016 schwarze Zahlen. Sie erlaubte es, das aktuelle Angebot an Büchern, E-Books, Hörbüchern, DVDs und Veranstaltungen für die deutschsprachige Bevölkerung von Freiburg zu erhalten. Ende 2017 wiederholte der Verein den Spendenaufruf, wie Vorstandsmitglied Dunja Keller erklärte. So sollen 10 000 Franken zusammenkommen. Bei 17 000 Franken, die im laufenden Jahr erneut fehlen dürften, wäre das mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Eine Face­book-Aktion soll zudem die Sichtbarkeit der Bibliothek erhöhen.

rsa

 

 

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