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«Der Dudelsack veränderte mein Leben»

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«Der Dudelsack veränderte mein Leben»

Hugo Mugglin über ein Hobby, das mindestens so viel Zeit braucht wie eine Ehe

Hugo Mugglin aus Plasselb nimmt dieses Wochenende am Dudelsack-Solowettbewerb der Highland Games teil. Vor fünf Jahren spielte er zum ersten Mal auf dem schottischen Instrument. Seither hat der Dudelsack einen festen Platz in seinem Leben.

Von ILONA STÄMPFLI

Der schottische Dudelsack ist für Hugo Mugglin eine Faszination und eine Leidenschaft, die ihn als kleiner Junge gepackt und bis heute nicht losgelassen hat. Angefangen hat alles vor mehr als zwanzig Jahren. Zu Besuch bei seiner Grossmutter sah und hörte er den Dudelsack zum ersten Mal im Fernseher. Der heute 30-jährige Hugo Mugglin erinnert sich noch ganz genau an die Sendung. Ein paar Jahre später kam er in Plasselb erneut mit dem Instrument in Kontakt. Der Zufall wollte es, dass an seinem Wohnort jedes Jahr ein Musiklager einer Dudelsackformation aus Basel stattfand.

Bis zu 30 Stunden pro Woche

«Es war immer mein Wunsch, Dudelsackspielen zu lernen. Aber ich fand lange keinen Lehrer», erzählt Mugglin. So spielte er in seinen Jugendjahren Trompete, Saxophon, Zugposaune und sogar Gitarre und Violine, bis er vor fünf Jahren einem Strassenmusiker in der Lausannegasse in Freiburg begegnete. Dieser spielte Dudelsack. «Von diesem Tag an veränderte sich mein Leben und dasjenige meiner Frau.»

Der Freiburger Strassenmusiker lud Hugo Mugglin noch am selben Tag zu sich nach Hause ein, um ihm die erste «Piping»-Lektion zu erteilen. Beglückt von der Tatsache, dass er nun endlich sein Lieblingsinstrument lernen konnte, legte sich Mugglin voll ins Zeug. Er übte pro Woche bis zu 30 Stunden. «Manchmal übte ich sogar in der Nacht, weil ich das Gefühl hatte, ich könne noch zu wenig», erzählt er.

Nach fünf Monaten konnte ihm sein Dudelsacklehrer nicht mehr viel Neues beibringen. Er riet ihm, nach Schottland zu reisen und am berühmten College of Piping Unterricht zu nehmen. Hugo Mugglin packte seine Sachen und war zwei Wochen nach diesem Gespräch bereits in den Highlands.

Seither reiste Hugo Mugglin zwei- bis dreimal pro Jahr nach Schottland, nahm dort Dudelsackunterricht, traf seine neuen, schottischen Freunde und heiratete sogar seine Frau in Schottland. Das Land und die Leute ziehen ihn magisch an.

Seine ersten Unterrichtsstunden besuchte Hugo Mugglin bei einem der bekanntesten Lehrer, dem elffachen Piping-Weltmeister Angus J. MacLellan. Dieser brachte ihm bei, nicht nach Noten Dudelsack zu spielen, sondern die Lieder mit einem speziellen Sing-System zu lernen (siehe Kasten).

Zuerst die Flöte, dann der Sack

Seinen ersten Dudelsack erhielt Hugo Mugglin übrigens erst, nachdem er dem Hersteller des Instrumentes ein Stück auf der Übungsflöte (Practice-Chanter) vortrug. «So will es die Tradition. Erst wenn der Schüler die Flöte beherrscht, erhält er den Sack.» Mittlerweilen ist Hugo Mugglin «Pipe-Sergeant»; er kann selber Dudelsackgruppen leiten.

Üben mit Ohrenschützer

Zu Hause in Plasselb hat sich der Schottland-Fan einen Kellerraum eigens fürs Dudelsackspielen hergerichtet. Alles musste isoliert werden. Seine Frau und die Nachbarn sind ihm dankbar dafür, denn das Instrument kann nicht wie eine Violine oder eine Klarinette leise gespielt werden. «Die Lautstärke des Dudelsackes beträgt zwischen 90 und 100 Dezibel. Ich übe immer mit Ohrenschützer», so der Fachmann.

Alle drei Wochen spielt Hugo Mugglin in einer Pipe-Band. In der Gruppe spielen 13 angefressene Dudelsackspieler, von denen einer sogar aus Frankreich an die Proben in die Schweiz kommt. Mugglin unterrichtet auch einen Schüler aus Alterswil und leitet eine Pipe-Band in Lausanne. Daneben vertreibt er über einen Online-Shop schottische Kilts, «Piper»-Shoes und -Socks und alles andere, was man zum Dudelsackspielen benötigt. An den Highland Games in St. Ursen, wo der einzige Dudelsackwettbewerb in der Schweiz stattfindet, zeigt Hugo Mugglin sein ganzes Können an der «Solo competition».

Dudelsack im Mutterbauch

Dudelsackspielen ist ein aufwändiges Hobby. Die Mundstücke (Doppelrohrplättchen in der Fachsprache) müssen in mühsamer Arbeit selber geschnitzt und der Sack muss regelmässig desinfiziert und behandelt werden. «Einen Dudelsack in Stand zu halten, braucht mindestens so viel Zeit wie eine Ehe», zitiert Hugo Mugglin ein altes schottisches Sprichwort schmunzelnd. Im Moment nimmt sich der Vorsorgeberater jedoch viel Zeit für seine fünf Monate alte Tochter mit dem schottischen Vornamen Fiona. Die Kleine wurde bereits im Mutterbauch mit der schottischen Dudelsackmusik bekannt gemacht. Offenbar teilt sie nun die Leidenschaft mit ihrem Vater, denn zu «Piobaireachd», der klassischen Dudelsackmusik, schlafe sie besonders gut ein, bemerkt Mugglin stolz.
Spezielle
Musiksprache

Der schottische Dudelsack besteht aus einer Spielpfeife und aus mehreren Dronen, die andauernde Töne spielen und so für die Grundharmonie sorgen. Die Flöte wird nicht mit den Fingerspitzen, sondern mit den zweiten Fingergliedern gespielt. Der Spieler bläst durch ein Rohr einen Sack auf, der die Pfeifen mit Luft versorgt. So kann ein Ton ohne Atemunterbrüche erzeugt werden.

Zur schottischen Dudelsack-Tradition gehört eine spezielle Musiksprache (Canntaireachd). Diese Singsysteme wurden früher, als noch keine Noten geschrieben wurden, als Übermittlungshilfe gebraucht, um die Melodien und Lieder den Dudelsackschülern weiterzugeben.

Die klassische Dudelsackmusik (Piobaireachd) wurde früher an Schlachten und bei Clanzusammenkünften gespielt. Die Stücke sind bis zu 25 Minuten lang und werden heute beispielsweise an Beerdigungen gespielt. Die traditionellen Stücke unterscheiden sich von der modernen Dudelsackmusik, die auch als Marschmusik bezeichnet werden kann. ist
Dritte Highland Games in St. Ursen

Am 27. und 28. August finden zum dritten Mal die Schweizer Meisterschaften im Steinstossen, Gewichthochwurf, Baumstammwerfen und Dudelsackspielen statt.

Die dritten «wùy ù ay» Highland Games werden bereits am Freitagabend, 26. August, mit einem Konzert der Freiburger Coverband «Wech mit Blech» eröffnet. Mit der ersten Sportqualifikationsrunde gehts am Samstagmorgen um 10 Uhr los.

Das Steinstossen bildet den Auftakt der Games. Jeder Athlet hat drei Versuche den 15,9 Kilogramm schweren Stein so weit wie möglich zu werfen. Der amtierende Schweizer Meister Daniel Bächler aus Zumholz schaffte letztes Jahr den Rekord von 6,1 Metern.

Im Gewichthochwurf geht es darum, ein 25,4 Kilogramm schweres Gewicht mit einer Hand über eine vorgegebene Höhe zu werfen. Der Schweizer Rekord in dieser Disziplin liegt bei 3,5 Metern und wird vom Berner Alexander Rippl, der dieses Jahr in St. Ursen antreten wird, gehalten. Das Baumstammwerfen ist die Königsdisziplin der Highland Games. Der Baumstamm ist fünf Meter lang und wiegt 42 Kilogramm. Die grosse Herausforderung dieser Disziplin liegt darin, den Stamm vor dem Wurf zu balancieren.

Am Samstagabend spielt das Duo Tretienne mit irischem Folk auf. Musikalisch geht es am Sonntagnachmittag weiter mit der «Pipe Band Competition». Bei diesem Wettbewerb treten Dudelsackformationen gegeneinander an. Eine Pipe Band besteht aus mindestens sechs Pfeifen, zwei Snaretrommlern und eine

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