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Der ehemalige Captain will Olympic stoppen

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Erst gestern vor einer Woche flog Jonathan Kazadi von Spanien in die Schweiz, nachdem er mit dem CBC Valladolid in der ersten Playoff-Runde der zweiten spanischen Division ausgeschieden war. Zwei Tage später gab der bald 28-jährige Berner sein Debüt für die Lions de Genève, als die Westschweizer mit einem Sieg in Vevey in den Playoff-Final einzogen. Möglich machten das die Verletzung von Juraj Kozic und eine Regel im Schweizer Basketball. Fällt ein Spieler in den Playoffs langfristig aus, können die Clubs den sogenannten «Medical Joker» ziehen und einen Ersatz holen. In der Finalserie trifft Kazadi mit Genf auf Freiburg Olympic, den Club, der Kazadi als Junior ausbildete – und den er vor drei Jahren als Captain zum Meistertitel führte.

 

Jonathan Kazadi, wie ist es, quasi auf den Final hin zu einem neuen Team zu stossen?

Es ist natürlich super. Ich wäre nach dem Ausscheiden mit Valladolid sowieso in die Schweiz geflogen. Die Finalspiele hätte ich mir im TV angeschaut – stattdessen stehe ich nun selbst auf dem Feld. Das ist definitiv noch besser. Es war ein Glück für mich, dass das Timing perfekt gepasst hat.

Wie waren Sie mit Ihrem Debüt vom letzten Samstag zufrieden?

Es war ganz okay. Natürlich kannte ich noch nicht alle Systeme und Spielzüge. Aber im Training konnte und kann ich ja weiter daran arbeiten.

Trotzdem dürfte eine solche Last-minute-Integration in einer taktischen Mannschaftssportart wie Basketball nicht leicht sein …

Tatsächlich. Realistisch betrachtet ist es nicht möglich mich in dieser Saison noch komplett zu integrieren. Ich hatte zwar bereits vor der Saison bei Genf unterschrieben, allerdings im Sommer schon von meiner Ausstiegsklausel fürs Ausland Gebrauch gemacht, bevor das Training überhaupt begonnen hatte. Bevor ich nach Spanien ging, trainierte ich stattdessen sogar noch kurz mit Olympic mit, um mich fit zu halten.

Dann würden Sie Freiburgs Systeme und Spielzüge besser kennen als diejenigen von Genf?

Das sowieso, schliesslich kenne ich ja den Coach (Petar Aleksic) gut aus meiner Zeit in Freiburg und auch von der Nationalmannschaft. Aber selbstverständlich werde ich auch in Genf alles daran setzen, einen positiven Impact auf das Spiel zu haben.

Wie werden Sie versuchen das Team weiterzubringen?

Die Aussenspieler standen in dieser Saison jeweils viele Minuten auf dem Feld. Ich werde versuchen ihnen ab und zu eine Pause zu gönnen. Mit mir hat der Trainer nun eine Rotation mehr, ich werde mit vollem Einsatz dafür sorgen, dass die Intensität in unserem Spiel nie nachlässt.

Wie schätzen Sie die Ausgangslage vor diesem Final ein? Wer ist der Favorit?

Das ist schwierig zu sagen. Das letzte Qualifikationsspiel, als sich Olympic mit einem Sieg in Genf den Heimvorteil holte, war wohl sehr wichtig. Sonst aber zeigten sich die beiden Teams in dieser Saison auf ähnlichem Niveau. Natürlich hatte Olympic mit der Champions League lange eine Doppelbelastung – die fällt nun weg. Auch wenn Freiburg deshalb leicht favorisiert ist, glauben wir hier in Genf an unsere Chance und wollen sie packen.

Was spricht für Freiburg, was für Genf?

Bei Genf verfügen die Guards über sehr viel Qualität, Freiburg ist wohl einen Tick grösser, physischer und athletischer. Auf jeden Fall werden wir intelligent spielen müssen, um mitzuhalten. Freiburg bestraft Fehler des Gegners mit seinem schnellen Transitionsspiel gnadenlos.

Sie sind zwar Berner, kamen aber bereits mit 15 nach Freiburg in Olympics Akademie und wurden 2014 und 2016 gar als genügend freiburgisch erachtet, um als Kandidat für die Wahl zum Freiburger Sportler des Jahres nominiert zu werden. Wie ist es für Sie, gegen Olympic zu spielen?

Natürlich ist es eine sehr spezielle Affiche für mich. Nicht nur weil Freiburg die Stadt ist, in der ich erwachsen geworden bin, sondern vor allem, weil ich zehn Jahre lang für Olympic gespielt habe. Es ist eine Freude, in diese Halle zurückzukehren, in der ich so viele Stunden meines Lebens verbracht habe. Es ist allerdings nicht meine erste Rückkehr als Gegner, 2017 spielte ich bereits mit Monthey einen Match im St. Leonhard.

Haben Sie noch Kontakt zu Leuten aus dem Club?

Ja, Olympic ist definitiv mehr als bloss ein Ex-Team für mich. Da gibt es einige Personen im Club, mit denen ich wohl mein ganzes Leben in Kontakt bleiben werde. Ich denke da zum Beispiel an den Coach, oder auch an die Spieler Natan Jurkovitz und Andre Williamson. Trotzdem werde ich in den nächsten Tagen alles daran setzen, dass es für Olympic diesmal nicht zum Titel reicht.

Freiburg und Genf sind im Schweizer Basketball klar die erfolgreichsten Clubs der letzten Jahre, was zu einer immer grösseren Rivalität geführt hat. Ist da auf Spielerseite eine Art gegenseitige Abneigung entstanden?

Nein, diese Rivalität herrscht vielleicht mehr auf Stufe der Präsidenten oder so. Unter den Spielern herrscht jedenfalls keine besondere Rivalität, sehr viele haben schon für beide Clubs gespielt. Natürlich schenken wir uns auf dem Feld absolut nichts, aber damit hat es sich dann auch bereits.

 

Die Saison mit ihrem eigentlichen Team ist bereits zu Ende. Wie sind Sie zufrieden mit ihrem Jahr in Valladolid?

Es war eine interessante Erfahrung. Als Team haben wir mit der Playoff-Qualifikation eine gute Saison gespielt. Persönlich hatte ich mir allerdings erhofft, dass es mir ein bisschen besser läuft. Gleichzeitig habe ich durch meine limitierte Spielzeit gelernt, auch mit weniger Präsenz auf dem Feld einen positiven Impact auf das Team zu haben.

Für Valladolid standen Sie in dieser Saison im Schnitt 17,9 Minuten pro Spiel auf dem Feld und holten dabei 7,8 Punkte. Woran lag es, dass es persönlich nicht zu mehr reichte?

Vielleicht hat der Spielstil des Teams letztlich nicht richtig zu mir gepasst. Ich bin eher der Teamplayer. Bei Valladolid hingegen wollte der Trainer, dass nach individuellen Lösungen gesucht wird. Ich hatte Mühe damit, mich durchzusetzen und Verantwortung zu übernehmen – und habe für den Geschmack des Trainers wohl zu oft noch einmal weitergepasst.

Wo würden Genf oder Olympic in der Tabelle der zweiten spanischen Division stehen?

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt, aber sie ist schwierig zu beantworten. Vielleicht werde ich es nach dem Final besser einschätzen können. Beide könnten sicher problemlos mitspielen, aber ob sie ganz oben stünden, bin ich nicht sicher.

 

Es war bereits Ihre dritte Saison im Ausland, Valladolid Ihre dritte Station. Welche Zwischenbilanz ziehen Sie?

Ich habe viel gelernt. Zum Beispiel ist mir bewusst geworden, dass es nicht immer nur von dir, sondern auch von der Situation abhängt, ob du Erfolg hast. Und dass du als Ausländer immer bereit sein musst, dich an einen Stil oder an ein System anzupassen. Es waren drei sehr bereichernde Jahre, in gewissen Bereichen habe ich viel dazugelernt.

Sind Sie heute ein besserer Spieler als vor Ihrem Sprung ins Ausland?

Ich bin sicher erfahrener. Und ja, ich hoffe auch besser (lacht).

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Ich weiss noch nichts und werde mich nun erst einmal auf den Final konzentrieren.

Aber in Valladolid werden Sie nicht bleiben?

Es gab keine Gespräche. Wäre der Club an einer Weiterverpflichtung interessiert gewesen, wäre er bestimmt auf mich zugekommen. Meine Sachen dort habe ich jedenfalls gepackt.

Streben Sie erneut ein Engagement im Ausland an?

Am liebsten schon, ich hoffe auf ein gutes Angebot. Wenn sich aber keine gute Option ergibt, ist auch eine Rückkehr in die Schweiz möglich.

Auch nach Freiburg?

Natürlich, falls ich in die Schweiz zurückkehre, wäre Olympic selbstverständlich eine Topadresse, wie etwa auch Genf.

Bisher scheiterte eine Rückkehr zu Olympic jeweils daran, dass der Club Ihnen keine Ausstiegsklausel für das Ausland gewähren wollte. Werden Sie auch weiterhin darauf bestehen?

Für die Clubs ist es natürlich problematisch, weil es die Planung schwierig macht. Dafür habe ich Verständnis. Deshalb weiss ich nicht, ob ich in Zukunft wirklich weiter darauf bestehen werde.

Thema

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Lauftext

Karriere

10 Jahre bei Olympic

Bereits im Alter von 15 Jahren wechselte der Berner Jonathan Kazadi 2006 zu Olympic in die Nachwuchsakademie. Schnell einmal entwickelte er sich anschliessend zum Führungsspieler des NLA-Teams und war 2016 als Captain einer der Hauptverantwortlichen für Olympics Meistertitel. Danach wechselte Kazadi in die höchste Liga Frankreichs zu Orléans. Weil die Franzosen den Vertrag des Spielmachers nicht verlängerten, kehrte Kazadi 2017 nach einem Jahr zurück in die Schweiz zum BBC Monthey. Im Verlauf der Saison machte er jedoch von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und wechselte zu Aix-Maurienne in die zweite französische Liga. Anschliessend unterschrieb der Nationalmannschaftsspieler für die aktuelle Saison bei Genf, wechselte aber noch vor Saisonbeginn zu Valladolid in die zweite spanische Liga. Nach dem Playoff-Out mit Valladolid läuft er nun als «Medical Joker» doch für Genf auf.

fm

 

Finalserie

Olympic – Genf: Duell der Giganten

Die Viertelfinals und Halbfinals der Playoffs waren letztlich nur Vorgeplänkel. Mit Olympic und Genf haben sich die beiden klar besten Mannschaften der Liga problemlos und ungeschlagen für den Playoff-Final qualifiziert. Fast schon zwangsläufig hat sich zwischen den Clubs eine Rivalität entwickelt. In jüngster Vergangenheit hatte Olympic meist die Nase vorn. So gewannen die Freiburger letzte Saison die Finalserie 4:1. Letzten Monat besiegten sie die Genfer, die zuvor den Liga-Cup gewonnen hatten, weil Olympic im Halbfinal an Massagno gescheitert war, im Final des Schweizer Cups erneut.

Speziell macht die Affiche die Tatsache, dass auf beiden Seiten zahlreiche Spieler eine Vergangenheit beim jeweils anderen Team haben. Auf Genfer Seite sind das neben Jonathan Kazadi noch Arnaud Cotture, Marko Mladjan und Roberto Kovac, auf Freiburger Seite Dusan Mladjan, Jérémy Jaunin und Paul Gravet.

Nicht zuletzt dank des Heimvorteils starten die Freiburger als leichte Favoriten in die morgen im St. Leonhard beginnende Best-of-5-Serie. Trainer Petar Aleksic weiss, was sein Team tun muss, um dieser Rolle gerecht zu werden. «Unsere Erfolge basieren immer auf einer soliden Defensive. Genf ist ein sehr starker Gegner, wir dürfen uns keine Löcher erlauben und müssen die Intensität immer hochhalten.»

fm

 

Playoff-Final (best of 5). Freiburg Olympic (1. der Qualifikation) – Genf (2.). Der Spielplan. Samstag, 1. Juni: Freiburg – Genf 17.30. Mittwoch, 5. Juni: Freiburg – Genf 19.30. Samstag, 8. Juni: Genf – Freiburg 17.30. Mittwoch, 12. Juni (ev.): Genf – Freiburg 19.30. Samstag, 15. Juni (ev.): Freiburg – Genf 17.30.

«Olympic ist definitiv mehr als bloss ein Ex-Team für mich. Da gibt es Personen im Club, mit denen ich wohl mein ganzes Leben lang in Kontakt bleiben werde.»

«Realistisch betrachtet ist es nicht möglich, mich in dieser Saison noch komplett zu integrieren.»

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