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Der enge Zeitplan wird zur Knacknuss

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Der Staatsrat, die vorberatende Kommission des Grossen Rates und auch die Geschäftsprüfungskommission haben das Projekt «Campus Schwarzsee» einstimmig und «mit Begeisterung» genehmigt, wie Staatsrat Erwin Jutzet an der gestrigen Pressekonferenz in der Kaserne Schwarzsee sagte.

Nun fehlt noch die Zustimmung der Grossrätinnen und Grossräte. Sie entscheiden in der Mai-Session, voraussichtlich am 15. Mai, über den Verpflichtungskredit für den Umbau der Kaserne Schwarzsee. Erwin Jutzet zeigte sich gestern zuversichtlich, dass die 27,7 Millionen Franken genehmigt werden. «Es ist kein Sensler Projekt, sondern ein Kantonsprojekt», betonte er.

Die Zeit drängt

Auch wenn der Grosse Rat den Kredit genehmigt, muss das Projekt noch einige zeitliche Hürden nehmen. «Es muss unheimlich schnell gehen», sagte Erwin Jutzet. «Das Tempo macht uns etwas Sorgen.» Schon am 1. Januar 2016 müssen nämlich die Strukturen für das neue nationale Zivildienstzentrum stehen, weil der Zivildienst seinen heutigen Standort in Schwarzenburg auf Ende 2015 aufgeben muss. Der Campus Schwarzsee wird dann während 45 Wochen im Jahr, jeweils von Montag bis Freitag 226 Zivildienstleistende und zwölf Instruktoren aufnehmen. Zugleich soll ein Sport- und Freizeitzentrum aufgebaut werden. Staatsrat Jutzet hat den ehemaligen Direktor der Kantonalen Gebäudeversicherung, Pierre Ecoffey, als Projektkoordinator eingesetzt. «Er hat viel Erfahrung, er hat Zeit und Energie, er ist ein Macher», beschrieb ihn Staatsrat Erwin Jutzet.

Wohnen, Essen und Kurse

Pierre Ecoffey wird unter anderem die Details des Vertrags mit dem Bund für das künftige Zivildienstzentrum regeln, die Baueingaben koordinieren und Offerten für die Wäscherei und die künftige Restauration einholen. «Es wird das grösste Hotel des Kantons», sagte Pierre Ecoffey. Der Campus Schwarzsee wird unter anderem ein Gebäude A für die Verköstigung, ein Gebäude B für die Schulung sowie zwei Gebäude C und D fürs Wohnen umfassen (siehe Kasten).

Bereits Anfang Juni findet die Ausschreibung für die zwei Holzpavillons statt, die neu erstellt werden. Baubeginn soll im Herbst sein. Die Bauzeit beträgt ein Jahr. Auch für die Umgestaltung und Sanierung der restlichen Räume läuft im Sommer eine Ausschreibung. Das enge Bauprogramm kann nur eingehalten werden, wenn keine Einsprachen erfolgen.

Im richtigen Moment

Staatsrat Erwin Jutzet rief gestern in Erinnerung, dass die Diskussionen um die Zukunft der Kaserne schon lange laufen. Zwei Arbeitsgruppen haben Ideen gesammelt, nachdem bekannt wurde, dass sich sowohl das Militär wie auch die belgischen Schulkinder aus Schwarzsee zurückziehen (die FN berichteten). Da sei die Idee von Barbara Wyssbrod, Leiterin des Zivildienstzentrums Schwarzenburg, gerade richtig gekommen. Sie hatte dem Vorsteher der Freiburger Justiz- und Polizeidirektion von der Suche nach einem neuen Ausbildungszentrum erzählt. «Dass sich der Bund für uns entschieden hat, ist wie ein Sechser im Lotto», erklärte Erwin Jutzet.

Alle Bedingungen erfüllt

Auch der Zivildienst ist zufrieden mit der Lösung Schwarzsee, wie Christoph Hartmann, Leiter der Vollzugsstelle für den Zivildienst beim Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung, erklärte. «Das Projekt Freiburg erfüllt alle unsere Bedingungen», sagte er. Der Bund suchte nach einem mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbaren Kursort mit genügend Platz für Kurse, Verköstigung und Unterbringung sowie Freizeitmöglichkeiten. Der bisherige Standort in Schwarzenburg muss der Zivildienst bis Ende 2015 aufgeben, weil der ebenfalls dort ansässige Zivilschutz den ganzen Platz beansprucht.

321 Kurse im letzten Jahr

Die Kaserne sei nach dem Umbau die ideale Lösung, um den steigenden Ausbildungsbedarf zu sichern, sagte Christoph Hartmann. Im neuen Kurszentrum werden die Zivildienstleistenden (Zivis) während fünf Tagen auf ihre künftigen Einsatzgebiete in der Betreuung von Kindern, Betagten und Behinderten, in der Landschaftspflege oder für den Umwelt- und Naturschutz vorbereitet. Alle Zivis, die Menschen betreuen, müssen den Kurs «Gewaltfreier Umgang mit Konflikten» besuchen. Dieser machte 2013 rund die Hälfte der insgesamt 321 Kurse aus.

Christoph Hartmann schloss nicht aus, dass sich die Anzahl der Kurse wegen der Zunahme der Zivis erhöht. «Der Bund bietet Hand für eine langfristige Lösung», betonte Christoph Hartmann. Derzeit leisten über 30 000 Personen Zivildienst. Sie absolvierten 2013 1,3 Millionen Diensttage in 4000 zivilen Einsatzbetrieben, 148 davon im Kanton Freiburg.

Langfristig rentabel

Mit einem langfristigen Mietvertrag im Rücken–zehn Jahre mit der Option auf Verlängerung–ist Staatsrat Erwin Jutzet guter Hoffnung, dass das Zentrum längerfristig rentabel wird. Die Vermietung an den Zivildienst bringt jährlich 2,2 Millionen Franken. Im provisorischen Budget 2016 sind Ausgaben von rund 2,9 Millionen und Einnahmen von 2,5 Millionen Franken vorgesehen, was ein Defizit von gut 400 000 Franken ausmacht. Bis 2020 soll dieses auf rund 176 000 sinken–inklusive Schuldzinsen und Abschreibungen.

Das Sport- und Freizeitzentrum soll mithelfen, dass der Campus Schwarzsee schwarze Zahlen schreibt. Es soll Schulen, Sportvereine und auch andere Organisationen ansprechen.

Die Koordination liegt beim Amt für Sport. «Wir haben andere Sportzentren evaluiert und gesehen, dass sie gut ausgelastet sind. Es besteht ein Bedarf», sagte Amtsvorsteher Benoît Gisler. «Die Vereinbarkeit von zwei Aktivitäten–Sportzentrum und Kurszentrum für Zivis–ist wohl schweizweit einmalig», ergänzte Staatsrat Erwin Jutzet. Die Idee, Schwarzsee zu einem Ableger von Magglingen zu machen, wurde bereits früher fallen gelassen.

So soll der Campus Schwarzsee künftig aussehen: Gebäude A für die Mensa, Gebäude B für die Schulung. C und D sind die Holzpavillons, die neu erstellt werden. E ist die Sporthalle. Hinter dem Sportplatz unten rechts befindet sich der Schwarzsee.  Illustration zvg 

«Die Vereinbarkeit von zwei Aktivitäten ist wohl schweizweit einmalig.»

Erwin Jutzet

Staatsrat

Projekt: Ein Abbruch und zwei Neubauten

A uf dem Gelände der Militärkaserne Schwarzsee entsteht ein Ausbildungszentrum für Zivildienstleistende sowie ein Sport- und Freizeitzentrum. Das Projekt sieht vor, dass der grösste Teil des Gebäudes A (Buchstabe A auf dem unten stehenden Plan) abgebrochen wird. Es ist zu alt, um modernisiert zu werden. Was stehen bleibt, sind die Küchen, die in gutem Zustand sind, und die grossen Essräume. Es entstehen neue WC-Anlagen sowie Umkleideräume. Die Räume, die bestehen bleiben, werden aufgefrischt, was Böden, Wände und Fenster betrifft. Das zweite grosse Gebäude (B) wird umgestaltet: Aus den heutigen Schlafsälen werden Klassenzimmer.

Zwei neue Pavillons

Die Zivildienstleistenden werden künftig in zwei neuen Pavillons übernachten. Diese Bauten mit einer Länge von 66 beziehungsweise 86 Metern mit drei Etagen werden aus Zeitgründen aus vorfabrizierten Elementen erstellt. Während der kleinere Pavillon (C) dem Zivildienst vorbehalten bleibt, soll der grössere (D) auch einen Sektor für die Benützer des Sport- und Freizeitzentrums beinhalten (rund 160 Betten). Diese beiden Neubauten im Minergiestandard sind auf 20 Millionen Franken veranschlagt.

Keine Dreifach-Sporthalle

Für die Freizeitgestaltung der Zivildienstleistenden und für den Aufbau eines Sport- und Freizeitzentrums wird die bestehende Infrastruktur erweitert: Die Sporthalle (Gebäude E) wird renoviert. Neu entstehen ein Beachvolley-Feld, ein Fussballplatz mit Kunstrasen, ein Fitnessraum, eine Kletterwand und ein erweiterter Steg am See. Allein für die Verbesserung der Sportanlagen ist ein Budget von 2,6 Millionen Franken vorgesehen. Auf eine Dreifach-Turnhalle, wie sie ursprünglich zur Diskussion stand, hat der Kanton aus Kostengründen verzichtet, wie Staatsrat Erwin Jutzet an der gestrigen Medienkonferenz erklärte. Sie hätte zehn Millionen Franken gekostet. Möglich wäre, dass sie nachträglich erstellt wird. im

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