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«Der Entlastungsdienst ist gefährdet»

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Autor: Nicole Jegerlehner

FreiburgDie Nachfrage ist riesig: 7668 Stunden Einsatz hat der Entlastungsdienst des Freiburgischen Roten Kreuzes im letzten Jahr geleistet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lösen für einige Stunden Personen ab, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen – und eine Ruhepause benötigen. Vor drei Jahren hat das Rote Kreuz dieses Angebot auf die Beine gestellt, doch nun steht es vor dem Aus: «Der Entlastungsdienst ist gefährdet», sagt Charles Dewarrat, Direktor des Freiburgischen Roten Kreuzes. «Greifen unsere Massnahmen nicht, dann müssen wir den Dienst im Herbst einstellen.»

Bund stützte das Projekt

Als das Rote Kreuz 2006 den Entlastungsdienst auf die Beine stellte, wusste es den Bund hinter sich: Das Bundesamt für Sozialversicherungen subventionierte den Dienst. Doch 2007 teilten Bund und Kantone ihre Aufgaben untereinander neu auf – so ist seither die Subvention des Entlastungsdienstes nicht mehr Bundes-, sondern Kantonssache.

Der Kanton Freiburg hat 2007 gleich viel Geld an den Dienst des Roten Kreuzes bezahlt, wie der Bund im Vorjahr. Doch war der Service zum einen im 2006 nur während drei Monaten in Betrieb, und zum andern stieg im 2007 die Nachfrage enorm, so dass auch die Kosten stiegen.

Die Tarife steigen

«Wir erhalten einfach jedes Jahr 30 000 Franken vom Kanton, mehr nicht», sagt Dewarrat. Das Rote Kreuz hingegen trägt das grosse Defizit: 85 000 Franken waren es letztes Jahr. Das sind 33 Prozent des Budgets. «Wir haben Massnahmen ergriffen, aber ich weiss noch nicht, ob sie greifen», sagt Dewarrat. So werden die Tarife an das Einkommen angepasst: «Rund die Hälfte unserer Klienten wird ab Juli mehr bezahlen», sagt Dewarrat. Er ist zudem auf Geldsuche bei mehreren Stiftungen – und will mit dem Kanton verhandeln.

«Wenn der Kanton den Entlastungsdienst nicht will, dann soll er das klar sagen», meint der Direktor des Freiburgischen Roten Kreuzes: «Mir sind klare Worte lieber.» Er gehe aber davon aus, dass die Alterspolitik genau solche Angebote brauche, wenn doch das Ziel sei, dass ältere Menschen so lange als möglich zu Hause lebten. «Da wäre es schade, wenn wir nun den Entlastungsdienst wieder schliessen – und in einigen Jahren dann genau ein solches Angebot gefordert wird.»

Sandra Peissard vom Amt für Gesundheit zeigt sich leicht erstaunt über die Aussagen von Charles Dewarrat: «Wir haben mit dem Roten Kreuz im April 2008 eine Leistungsvereinbarung unterschrieben – darin haben wir die Beiträge für 2008 bis 2010 festgelegt.» Das Rote Kreuz habe also gewusst, mit welcher Summe der Kanton das Projekt subventioniere. Bei der Festlegung der Subventionshöhe habe sich das Gesundheitsamt auf die Beiträge gestützt, welche der Bund vorher an den Entlastungsdienst des Roten Kreuzes bezahlt habe. «Und das Rote Kreuz hat diese Vereinbarung unterschrieben», sagt Peissard.

Warten auf die Politik

Jetzt warte das Gesundheitsamt die ersten konkreten Ansätze in der Frage der Altersbetreuung im Kanton ab, bevor die Subventionen neu diskutiert werden, sagt Peissard.

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