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Der FC Freiburg an einem neuen Tiefpunkt

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Als nach knapp einer Stunde die frühe 2:0-Führung Düdingens in Vevey bei den Zuschauern, Trainern und Spielern die Runde machte, war die Luft in diesem fürs Erste letzten 1.-Liga-Spiel so gut wie draussen. Bei sommerlichen Temperaturen plätscherte der Match danach mehr oder weniger nur noch dahin. Vom Gast aus Bern hätte man trotz der Nachwuchsverbindung mit dem Nachbarn aus Freiburg doch etwas mehr erwarten dürfen, denn was die jungen Gelb-Schwarzen vor allem in der Schlussphase zeigten, dürfte den Verantwortlichen für die Zukunft doch etwas zu denken geben. Der FCF nutzte dies, um in den Schlussminuten einen kurz davor eingehandelten 0:1-Rückstand noch zu drehen, Doppeltorschütze Khallil Lambin konnte mit den zwei Toren seine Spätform nochmals unter Beweis stellen. Am tristen Verdikt Abstieg des Stadtklubs änderte dies jedoch nichts, und so sass nach dem Spiel trotz des dritten Siegs im dritten Spiel der Schock bei allen Beteiligten tief.

Administrativer Fehler mit fatalen Folgen

Im dünnen Matchprogramm figurierte der FCF noch auf dem drittletzten Platz mit Punktevorsprung auf die beiden Konkurrenten La Sarraz und Düdingen. In Tat und Wahrheit stieg der langjährige Nationalliga-Klub jedoch als Letzter mit einer im Endeffekt zu grossen Hypothek in dieses letzte Spiel. Dies, weil den Verantwortlichen vor Wochen mit dem Einsatz des nicht qualifizierten Spielers Dejan Janjic ein Riesenbock passiert war, der am Ende für den Traditionsklub sportlich und vielleicht auch finanziell fatale Folgen hat. Am Ende fehlen dem FCF genau diese drei abgezogenen Punkte zum Ligaerhalt.

Während Ehrenpräsident Héribert Brühlhart auch am Samstag noch grossen Frust gegenüber diesen Leuten und der Liga zeigte, schaute FCF-Präsident Jean-Pierre Gauch schon ein paar Minuten vor Spielende in die Zukunft, als er sagte, jetzt müsse man in der Klubleitung alle Varianten prüfen und ein nachhaltiges Konzept für die Zukunft aufstellen. Das betreffe auch ihn, aber auch den ganzen Klub, er könne sich schwer vorstellen, in der Stadt Freiburg zwei 2.-Liga-inter-Mannschaft (Richemond und den FC Freiburg) zu haben, umso mehr, als die halbe Mannschaft, vor allem die auswärtigen Spieler, den Klub verlassen würden und man diese auf dem einheimischen Markt kaum ersetzen könne. So gesehen steht hinter dem Klub FC Freiburg ein riesiges Fragezeichen. Auch Trainer Ismaël Djelid, der für nächste Saison keinen Vertrag hat, liebäugelt mit einem Weggang. Er möchte einen höher klassierten Klub mit Ambitionen übernehmen. Kämpferischer gab sich Brülhart, der möglichst schnell eine neue kompetitive Mannschaft auf die Beine stellen will, um den Wiederaufstieg zu schaffen. Wie er das machen will und mit welcher Klubleitung, das konnte er jedoch nicht sagen.

Kleiner Hoffnungsschimmer

Bei einigen Spielern flossen nach dem Schlusspfiff Tränen, Trainer Djelid war ebenfalls extrem enttäuscht: «Ich hatte den Auftrag, mit drei Siegen und neun Punkten den Klub vor dem Abstieg zu retten. Sportlich haben mein Team und ich diesen Auftrag erfüllt, und deshalb bin ich unglaublich traurig, dass wir jetzt trotzdem absteigen müssen. Die Mannschaft hat diesen Abstieg nicht verdient.» Eigentlich würde er gerne bei seinem Heimatklub weiter arbeiten, so Djelid, aber er sehe im Moment keine grosse Zukunft in Freiburg. Wie viele andere Verantwortliche im Klub sagte auch der erfolgreiche Übungsleiter, dass der Trainerwechsel wohl zu spät gekommen sei und die sportliche Katastrophe – der FCF verfügt im Gegensatz zum SCD über keine kompetitive Juniorenabteilung – kaum abzuwenden sei.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer sieht Héribert Brülhart, nach wie vor die starke Hand im Verein, doch noch: Erstens will der Club den Rekursfall in Sachen Punkteabzug vielleicht ans TAS weiterziehen, weil es laut dem FCF einen Formfehler im Protest Yverdons gibt; statt des Präsidenten soll «nur» der Klubsekretär das Formular unterschrieben haben. Ausserdem steht noch der «Abstiegsfall»Le Mont auf den Traktanden der Liga. Durch den Abstieg des Challenge-League-Klubs in die 2. Liga inter oder die 2. Liga regional gibt es in den beiden 1. Ligen einen zusätzlichen Platz. Der FCF ist dank dem Samstagssieg vor immerhin noch 550 Fans plötzlich der beste Zweitletzte in der 1. Liga Classic und könnte mit etwas Glück und Wohlwollen des Verbandes vielleicht doch noch profitieren. Aber besser wäre es wohl, sich den Tatsachen zu stellen, hat sich dieser Abstieg doch seit Jahren angedeutet und auch mit fast einem halben Dutzend neuer Trainer, aber immer der gleichen schwachen Klubleitung – ein effektiver Sportchef fehlt immer noch – mehr oder weniger abgezeichnet.

Telegramm

Freiburg – YB U21 3:1 (0:0)

St. Leonhard: 550 Zuschauer. – SR Raphael Gentile.

Tore: 72. Toure 0:1, 78. Lambin 1:1, 81. Lambin 2:1, 91. Luis Fernando Rodrigues 3:1.

FC Freiburg: Ummel; Déglise, Kanté, Ndarugendamwo, Nucera; Benhaddouche (64. Rodrigues), Tchaoule, Charrière; Nzinga, Efendic (92. B. Rodrigues); Lambin (87. Gachoud).

BSC YB U21: Marzino; Seydoux, Schmied, Hajrozo, Markinovic (46. Ciftci); Hadzi, Sadiki, Girod, Taveira; Argomenti (65. Tokam); Wehrlin (57. Toure).

Bemerkungen: Freiburg ohne Uka (verletzt), Dejan (nicht qualifiziert); YB U21 ohne Allessandri, Kronig, Mzee, Obexer, Sulejamanov (alle verletz), Aebischer (1. Mannschaft). Verwarnungen: Efendic (34.), Charrière (49.).

1. Liga. Gruppe 1. Resultatübersicht: Martigny – La Sarraz-Eclépens 5:1. Echallens – Oberwallis Naters 0:1. Azzurri Lausanne – Etoile Carouge 1:1. Vevey Sports 05 – Düdingen 1:5. Yverdon – Team Vaud U21 3:0. Freiburg- Young Boys II 3:1. Lancy – Stade Lausanne-Ouchy 1:1.

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