Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der (Geld-)Schein trügt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die Formel 1 macht in dieser Saison gleich viermal im Nahen Osten ihre Aufwartung. Die Auftritte in der Region sind finanziell lukrativ, heizen aber auch wieder Debatten über Menschenrechte an.

Die Anlage beeindruckt. Der neu gebaute Jeddah Corniche Circuit in Dschidda dem Roten Meer entlang lässt staunen. Ein Werk soll es sein, wie es die Formel-1-Welt noch nicht gesehen hat. Hinter der Extravaganz steckt Absicht. Der gut sechs Kilometer lange Stadtkurs mit der grossartigen Kulisse soll nicht nur neue Massstäbe in der Formel 1 setzen. Seine Bedeutung soll über den Sport hinausgehen.

Die Strecke, auf der Anfang Dezember der erste Grand Prix von Saudi-Arabien ausgetragen wird, soll ein weiteres Symbol für den Aufbruch in der grössten Volkswirtschaft am Golf sein, ein Zeichen für die von den Herrschern eingeleiteten Reformen, für die Politik der Zukunft.

Undurchsichtige Anstrengungen

So weit, so gut. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass die Reformen dem Volk nicht die erhofften Freiheiten bringen, dass sich die Strukturen nicht signifikant ändern und das Zentrum der Macht bleiben wird. Die Differenz zwischen sozialer und politischer Liberalisierung wird, so die Befürchtung, Bestand haben.

Die Anstrengungen der Machthaber mit Mohammed bin Salman an der (faktischen) Spitze bleiben undurchsichtig. Daran ändern auch das Modernisierungskonzept „Vision 2030“ und die 500 Milliarden Dollar teure neue Planstadt Neom nichts, mit der der Kronprinz in seinem Land die wirtschaftliche Basis für die Zeit nach dem Versiegen der Öl-Quellen legen will.

Die Formel 1 soll, so die Überlegungen in Saudi-Arabien, zur Image-Korrektur des Landes beitragen. Es dürfte ein schwieriges Unterfangen werden in einem Land, in dem die Menschenrechte noch viel zu oft mit Füssen getreten werden, in dem noch immer Folter herrscht und Demokratiebewegungen mit Gewalt niedergedrückt werden.

Wegen Ignorierens der Menschenrechte steht auch Katar am Pranger. Seit der Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 vor elf Jahren finden die Meldungen über Missbräuche im Emirat auch globale Beachtung. Sie handeln von Todesfällen auf den Baustellen der Stadien und miserablen Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Langfristige Verträge

Katar kommt in dieser Formel-1-Saison nach der neuerlich coronabedingten Absage des Grand Prix von Australien unverhofft als Veranstalter zum Zug. Aus dem kurzfristigen ist mittlerweile wie in Saudi-Arabien ein langfristiges Projekt geworden, basierend auf einem für zehn Jahre gültigen Vertrag. In den Schaltzentralen der Formel 1 scheint die Sorge unbegründet, nach den Veranstaltern in Bahrain und in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwei weitere Organisatoren im Mittleren Osten ins Boot geholt zu haben – ungeachtet dessen, dass der Grand Prix von Bahrain vor zehn Jahren wegen politischen Unruhen und Protesten für mehr Demokratie abgesagt werden musste.

Beim amerikanischen Konzern Liberty Media, seit fünf Jahren Besitzer der Formel 1, und in der Chefetage des Internationalen Automobil-Verbandes FIA wollen sie die zusätzlichen Rennen am Persischen Golf nicht auf die lukrativen finanziellen Aspekte reduzieren und versuchen, den vom Kommerz-Gedanken getragenen Entscheid zu rechtfertigen.

Die Macher der Formel 1 stellen die Expansion in ein anderes Licht. Sie sehen eine technische Relevanz und den Nahen Osten als eine entscheidende Kraft für künftige Antriebstechnologien wie alternativen Treibstoff. „Wir haben eine Verantwortung mit Blick auf die Zukunft mit unserem Projekt im Sinne der Nachhaltigkeit“, sagt Stefano Domenicali, der Geschäftsführer der Formel 1. „In dieser Region haben wir den richtigen Weg für das richtige Wachstum gefunden.“

Klassisches Argument

In der Diskussion um Menschenrechte im Nahen Osten sehen sich die Oberen der Formel 1 nicht in der ersten Reihe. Sie machen das klassische Argument geltend, Sport und Politik nicht zu vermischen – was aber gerade in den im Fokus stehenden Ländern hochgradig praktiziert wird. Stichwort „Sportswashing“. Links liegen lassen die Entscheidungsträger der Formel 1 das Thema dann aber doch nicht. FIA-Präsident Jean Todt zeigt sich jedenfalls gesprächsbereit. „Wir müssen mit Menschenrechtsorganisationen in Kontakt treten. Wir wollen unseren Beitrag leisten. Daran arbeiten wir.“

Wie gross der Spagat von Todt und seinen Leuten zwischen lukrativen Verträgen und humanistischem Denken auch sein wird: Vieles, wohl zu vieles, wird Fassade bleiben für die Formel 1 im arabischen Raum. Der Schein wird weiter trügen. Die beeindruckende Anlage in Dschidda hin oder her.

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema