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Der Goalie ist wer?

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Spätestens seit der 0:13-Niederlage vor zehn Tagen gegen den HC Wallis-Chablais ist auch dem letzten Anhänger der Düdingen Bulls klar: Seine Lieblinge haben ein Goalieproblem, und es hat sich in den letzten Wochen besorgniserregend akzentuiert. Sechs verschiedene Torhüter standen in dieser Saison bereits im Tor der Sensler. Verletzungen, Doppelbelastungen und ungenügende Abwehrquoten sorgen dafür, dass Trainer Thomas Zwahlen seinen Keeper immer wieder wechseln muss.

Zauggs fatale Verletzung

Die Goalie-Misere hatte für Düdingen Mitte August ihren Anfang genommen. Im Trainingslager stiess Fabian Zaugg, der designierte Stammtorhüter, in einem Testspiel mit einem Gegenspieler zusammen. Der 29-Jährige fiel rückwärts ins Tor und schlug sich den Kopf an. «Es sah nicht so schlimm aus, darum gingen wir davon aus, dass Fabian in ein paar Wochen zurückkommt», erinnert sich Zwahlen. Die Zeit bis zu Zauggs Rückkehr versuchten die Bulls mit einem Aushilfsgoalie zu überbrücken. So stand im ersten Meisterschaftsspiel David Fragnoli, eine Leihgabe von Uni Neuenburg, bei den Bulls zwischen den Pfosten. Weil der 25-Jährige aber weiterhin für seinen Stammverein in der 1. Liga zum Einsatz kam, konnte Düdingen nur teilweise auf seine Dienste zählen.

Thomas Zwahlen brauchte also einen zweiten Ersatz und fand diesen bei Gottérons Elite-­A-­Junioren in der Person von Christof von Burg. «Ursprünglich war die Idee, mit Fabian Zaugg als Nummer  1 und mit Christof von Burg als Nummer  2 in die Saison zu starten», so der Trainer. «Bei Fabian gibt es aber keine Aussicht auf baldige Besserung. Er hat immer noch Kopfschmerzen und leidet an Gleichgewichtsstörungen.»

Doppelbelastung fordert Tribut

Was nur als kurze Übergangslösung geplant war, wurde so plötzlich zum Courant normal: Fragnoli und von Burg wechselten sich durchgehend im Tor der Bulls ab. Dreizehn Mal sprang von Burg bisher ein, daneben stand der erst 18-Jährige auch mit Freiburgs Elite  A im Einsatz. «Christof hat pro Woche drei bis vier Spiele gemacht. Bei dieser Doppelbelastung war es absehbar, dass er in ein Loch fällt.» Die Leistungen des Youngsters liessen zuletzt nach, das 0:13 war der Tiefpunkt. Warten, bis von Burg aus seiner Baisse findet – das können sich die Bulls nicht leisten, sonst drohen sie die angestrebten Playoffs der Swiss Regio League zu verpassen. Ihr Vorsprung auf Platz neun ist inzwischen auf einen Punkt geschrumpft.

Mauro Flüeler, der in Düdingen ursprünglich als Nummer  3 vorgesehen war und punktuell zum Einsatz kommen sollte, vermochte die Goalieprobleme der Bulls auch nicht zu lösen. Bei seinem Auftritt im Cup konnte er Zwahlen jedenfalls nicht vom Gegenteil überzeugen. Also versuchte es Düdingen mit Thibaud Sau­thier, dem letztjährigen dritten Goalie von Star Forward. Doch auch der 21-Jährige, der seine Karriere im Sommer eigentlich beendet hatte und für die Bulls sein Comeback gab, entpuppte sich bei seinen zwei Einsätzen nicht als der erhoffte Retter: Bescheidene 50  Prozent betrug seine Abwehrquote beim 0:13 gegen Wallis-Chablais.

Nicht besser lief es schliesslich Kevin Geissbühler am letzten Wochenende gegen Seewen (2:7). «Mit einer B-Lizenz haben wir Kevin vom SC Lyss geholt, aber auch dieser Joker hat nicht gestochen», stellt Zwahlen ernüchtert fest.

Anderes Auftreten der Spieler

«Du kannst deinen Gegner noch so gut analysieren und dir eine noch so ausgeklügelte Taktik zurechtlegen. Wenn du einen schlechten Goalie hast, nützt alles nichts», unterstreicht Zwahlen die Wichtigkeit des Torhüters. Ungefähr 30 bis 40 Schüsse würden pro Spiel auf einen Torhüter abgegeben. «Ein Goalie sollte eine Abwehrquote von mindestens 90  Prozent haben. Und er muss in Unterzahl oder bei einem Konter auch mal einen Big Save schaffen, um die Mannschaft im Spiel zu halten. Das ist uns bisher zu wenig gelungen.»

Eine positive Statistik kann von den fünf eingesetzten Bulls-Torhütern einzig David Fragnoli ausweisen. Von den sechs Partien, in denen er zwischen den Torpfosten stand, haben die Düdinger vier gewonnen. Mit Christof von Burg waren es in 13 Spielen vier Siege, bei den anderen resultierten nur Niederlagen. «Je nachdem, wer im Tor steht, tritt die Mannschaft ganz anders auf», sagt Zwahlen. «David ist ein Top-Goalie, zu ihm haben die Spieler blindes Vertrauen. Dadurch agieren sie viel selbstbewusster und mutiger in der Offensive.» Das rühre daher, dass Fragnoli während des Spiels gut mit seinen Mitspielern kommuniziere. «David sagt ihnen zum Beispiel, ob sie kurz oder lang rausspielen sollen. Von Christof kann man das noch nicht erwarten, er ist noch sehr jung. Er ist aber ein sehr talentierter Junge und hat eine vielversprechende Zukunft vor sich.»

Licht am Ende des Tunnels

Spätestens wenn für Uni Neuenburg und Gottérons Elite-­A-­Junioren die Playoffs beziehungsweise die Playouts beginnen, werden Fragnoli und von Burg kaum mehr für die Bulls auflaufen. «Diese Situation müssen wir in den Griff bekommen», sagt Zwahlen. Einen valablen Goalie zu finden, sei aber nicht einfach. Der Markt sei dünn und die guten Torhüter bereits irgendwo engagiert. «Wir sehen aber ein Licht am Ende des Tunnels: Die Chancen stehen gut, dass wir nach Weihnachten mit einem neuen Stammgoalie spielen können.»

Der neue Goalie allein wird indes kaum dafür sorgen können, dass die Bulls wieder Aufwind kriegen. Dass sie von den letzten sieben Matches fünf verloren haben, liegt nicht allein an den zum Teil ungenügenden Torhüterleistungen. Elf Feldspieler – darunter mehrere Stammkräfte und Teamleader – sind momentan verletzt. «Ein solches Verletzungspech wie diese Saison habe ich in meiner gesamten Trainerkarriere noch nie erlebt», sagt Thomas Zwahlen. «Gegen Wallis-Chablais sind innerhalb von drei Minuten drei Spieler ausgefallen. Am Ende waren wir noch zu elft. Zuweilen komme ich mir vor wie das Fähnlein der sieben Aufrechten gegen einen Gegner, der mit doppelt so vielen Leuten und mit vier kompletten Linien antritt.»

Hoffen auf 2019

Drei Spiele haben die Düdinger vor der zweiwöchigen Weihnachtspause noch zu absolvieren: morgen Samstag zu Hause gegen Sierre (17.30  Uhr), dann am Dienstag auswärts bei Sierre und schliesslich am 23. Dezember noch das Heimspiel gegen Thun. «Wir müssen schauen, dass wir irgendwie durchkommen und den einen oder anderen Punkt gewinnen können», sagt Bulls-Trainer Thomas Zwahlen. «Und dann hoffen wir, dass uns das 2019 etwas wohlgesinnter ist.»

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