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Der Grossaufmarsch hat alle überrascht

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«Kommt alle!» Mit dieser Plakataufschrift hatte das Bürgerkomitee, das sich gegen das Bundesasylzentrum am Institut Guglera wehrt, zur Teilnahme am Infoabend mit Bund und Kanton aufgerufen. Dem Aufruf leisteten am Mittwoch über 1050 Personen Folge und kamen in die Sporthalle Giffers (FN vom Donnerstag). Dieser Grossaufmarsch hat viele überrascht, auch den Sensler Oberamtmann Nicolas Bürgisser, wie er gestern auf Anfrage sagte. Als Moderator des emotionsgeladenen Abends, an dem viele ihre Wut gegenüber dem Asyl-Projekt zum Ausdruck brachten, hatte er keine einfache Aufgabe. Er habe diese ablehnende Haltung erwartet, so Bürgisser. «Kein Standort ist der richtige und jede Kommunikation ist die falsche, das ist immer so.» Er bedauere es jedoch, dass die Redner teilweise ausgebuht wurden. «Das ist schade.»

Ausgebuht und ausgepfiffen

 Hart ins Gericht gingen gewisse Bürger mit Guglera-Direktor Beat Fasnacht, dem Besitzer des Instituts, der am Mittwoch 65 Jahre alt wurde. «Es hat mir sehr weggetan, so ausgebuht und ausgepfiffen zu werden», sagte Fasnacht am Morgen danach. Er bedauert, dass man am Infoabend nicht richtig miteinander über die Sache habe reden können. Viele Fragen drehten sich um die Informationspolitik des Bundes. «Der Zeitpunkt für eine solche Information wird nie richtig sein, den kann man immer kritisieren», sagte Beat Fasnacht.

Für ihn gehe es mit dem Projekt Guglerahof, das arbeitslosen Jugendlichen ohne soziales Netz wieder eine Perspektive bieten soll, in der Guglera dennoch weiter. «Ich habe eine Gesamtsicht und kann nicht einfach aufgeben.» Fasnacht plant auf dem Landwirtschaftsbetrieb der Guglera Arbeitslehrateliers.

Komitee macht weiter

Für das Bürgerkomitee rund um SVP-Grossrat Alfons Piller aus Plaffeien und FDP-Grossrat Ruedi Vonlanthen aus Giffers ist trotz des beschlossenen Aufbaus des Zentrums noch nicht aller Tage Abend. Auch wenn es vielleicht nur einen «seidenen Faden» gäbe, an dem man sich halten könne, wolle das Komitee dennoch versuchen, das Zentrum zu verhindern, sagt Piller. Den Kauf an sich, so Vonlanthen, könne man nicht stoppen, der sei Sache zwischen Bund und Besitzer. Welches der «seidene Faden» sein könnte, wollten die beiden nicht verraten. «Wir kommen übernächste Woche zusammen, ziehen ein Fazit des Infoabends und besprechen das weitere Vorgehen», so Alfons Piller. Aus seiner Sicht war der Abend gelungen. «Wir wollten das Volk mobilisieren und das haben wir geschafft.» Auch Ruedi Vonlanthen zeigte sich «überwältigt» vom Grossaufmarsch. «Ich hätte nie erwartet, dass so viele Leute kommen.» Mittlerweile gibt es die Facebook-Gruppe «Gegen das Asylzentrum in der Guglera». Sie zählte gestern Abend über 600 «Gefällt mir»-Angaben.

 Bund sucht Gespräch

Der Bund werde mit Giffers und den umliegenden Gemeinden in nächster Zeit Gespräche führen und daran arbeiten, dass man zu einer gemeinsamen Vereinbarung für die Führung des Betriebs in der Guglera komme, sagt Martin Reichlin vom Staatssekretariat für Migration. «Die Verkaufsverhandlungen sind abgeschlossen.» Wann entschieden wird, ob das Zentrum ein Verfahrens- oder ein Ausreisezentrum sein wird, konnte Reichlin gestern nicht sagen. Dies wird im Kontext der anderen Westschweizer Standorte entschieden und diese seien noch nicht bestimmt. Wird die Gemeinde Hand bieten bei der gemeinsamen Ausgestaltung der Betriebsführung? «Ich kann zurzeit nichts zum weiteren Vorgehen sagen, da zu viele unbeantwortete Fragen im Raum stehen», so Syndic Othmar Neuhaus (CVP).

«Der Abend war eine erste Etappe», sagt Staatsrätin Anne-Claude Demierre. Sie habe Verständnis für die Ängste der Bevölkerung. «Die Leute hatten das Bedürfnis, diese zu äussern.» Sie werde die Gemeinde weiterhin begleiten. «Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Und wir müssen die Leute sensibilisieren.»

 

Luftschutzkeller: Im Besitz von Beat Fasnacht

D er Verkauf des Instituts Guglera an den Bund ist beschlossene Sache. Dennoch versuchen die Gegner alles, um noch Einfluss gewinnen zu können. Am Mittwoch brachte der ehemalige Giffersner Syndic Ruedi Vonlanthen den Luftschutzkeller der Guglera ins Spiel und fragte, ob denn nicht die Gemeinde frühzeitig hätte involviert werden müssen, wenn dort eine Änderung geschehe. Wie Beat Fasnacht gestern gegenüber den FN erklärte, ist der Keller in seinem Besitz und geht damit an den Bund über. Die Zivilschutzplätze würden für die umliegenden Nachbarn auch in Zukunft zur Verfügung stehen und werden nicht von den Asylsuchenden genutzt. ak

 

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