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Der inexistente Schalter

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Zu Hause ist Gottéron eine Macht. Acht Spiele, 24 Punkte. Besser geht’s nicht. Doch das ist nur das eine Gesicht der Freiburger. Derweil die Freiburger in heimischen Gefilden den Spielrhythmus bestimmen, aggressiv zu Werke gehen und es verstehen, den Gegner unter Druck zu setzen, agieren sie in der Fremde zu sehr mit angezogener Handbremse. Statt zu agieren, reagieren die Freiburger nur – wenn überhaupt. Als Klotens neuer Kanadier James Sheppard in der 42. Minute von einem kapitalen Puckverlust Yannick Rathgebs hinter dem eigenen Tor profitieren konnte und zum 3:1 markierte, hatte das Schussverhältnis unmissverständlich 30:10 (!) zugunsten der Gastgeber gelautet. Gottérons dritte Auswärtsniederlage en suite war damit besiegelt. Holte Freiburg im St. Leonhard bisher das Punktemaximum, so sind es in fremden Hallen 7 von 18 möglichen Zählern.

Trügerischer Ausgleich

«Wir wollten das Tempo aus dem Spiel gegen Davos (Red.: 4:2-Heimsieg am Freitagabend) nach Kloten mitnehmen, sofort forcieren und die neutrale Zone dichtmachen», sagte Gottéron-Trainer Gerd Zenhäusern. Zu sehen war von all dem indes kaum etwas. «Stattdessen sind wir schlecht in den Match gekommen und standen viel zu weit weg vom Gegner.» So machten es die Freiburger einer Mannschaft, die zuletzt zweimal verloren hatte und weiterhin auf der Suche nach Konstanz ist, ziemlich einfach. Die Flyers, gedankenschneller und auch mit den frischeren Beinen, rissen das Spieldiktat sofort an sich. Benjamin Plüss konnte zwar einen frühen Rückstand praktisch postwendend wettmachen. Doch der Ausgleichstreffer in der 8. Minute hatte eine irreführende Wirkung, weil er so gar nicht dem Gezeigten entsprach. Es wird dann schon irgendwie gehen, dachten sich die Freiburger wohl–ein fataler Trugschluss.

Zu wenig gelaufen

«Während 40 Minuten waren wir nicht präsent und sind nicht Schlittschuh gelaufen», analysierte Sebastian Schilt, der im ersten Drittel Klotens Goalgetter Chad Kolarik grenzwertig gecheckt hatte. «Im dritten Abschnitt begannen wir, uns zu bewegen, und haben gezeigt, dass wir dazu fähig wären, zu laufen. Nach dem dritten Gegentreffer war es aber schon zu spät.» Der Verteidiger gestand ein, dass sein Team auswärts ein bisschen zu sehr auf Abwarten spiele und sich so immer wieder Rückstände einhandeln würde. «Wenn wir einmal das erste Tor erzielen würden, wäre es mental sicher einfacher zu spielen.» Am Samstag aber in Rücklage glich Gottéron so gar nicht der Mannschaft, die es versteht, Tempohockey wie gegen den HCD zu spielen. Die Sturmformation um Topskorer Andrei Bykow, gegen die Bündner mit drei Treffern noch die alles überragende Linie, blieb ebenso blass wie jene mit Marc-Antoine Pouliot, der nach seinen zwei Spielsperren ein eher diskretes Comeback gab. Und selbst in den wenigen Überzahlsituationen wollte für die Gäste nichts Zählbares herausschauen, zu statisch war das Gebotene. Zeichen des Widerstands gegen die drohende Niederlage waren kaum auszumachen, vielmehr verzettelten sich die Freiburger immer wieder in kleinen Scharmützeln und vergeudeten so die Energie am falschen Ort. Denn war der Puck im Spiel, gingen die Duelle an der Bande und vor den Toren zumeist verloren.

«Kein Grund zur Panik»

«Passivität wird bestraft», brachte Zenhäusern die Leistung Gottérons passend kurz und bündig auf einen Nenner. Seine Spieler wären dem Irrglauben aufgesessen, sie könnten den Schalter irgendwann doch noch umlegen. Doch diesen Schalter gäbe es nun einmal nicht, bemerkte der Walliser völlig zu Recht. Anlass, alles infrage zu stellen, ist die neuerliche Auswärtsniederlage selbstredend nicht, zumal Gottéron auch nach 14 Spieltagen nach wie vor an der Tabellenspitze steht. «Es gibt keinen Grund zur Panik», setzte Schilt, für den die Auswärtsschwäche eine Kopfsache ist, das verlorene Spiel in den Kontext des bisherigen Saisonverlaufs. Morgen in Genf biete sich die Möglichkeit, es besser zu machen und die Negativserie in der Fremde zu beenden. «Dafür müssen wir jedoch die Zweikämpfe gewinnen, ansonsten werden wir keine Chance haben», blickte sein Trainer voraus. Dass seine Mannschaft dazu imstande sei, daran hegt Zenhäusern keine Zweifel. Die Art und Weise, wie sie in dieser Saison bereits gespielt habe, stimme ihn zuversichtlich. «Es ist ein gefestigtes Team.» Ein Auftritt der Freiburger mit ihrem Heimgesicht wäre der definitive Beweis dafür.

Telegramm

Kloten Flyers – Gottéron 3:1 (1:1, 1:0, 1:0)

4054 Zuschauer.–SR Kurmann/ Wehrli, Peter Küng/Progin.Tore:6. Santala (Praplan) 1:0. 8. Plüss (Gardner, Picard) 1:1. 37. Bieber (Ausschluss Schilt) 2:1. 42. Sheppard (Bieber) 3:1.Strafen:3-mal 2 Minuten gegen Kloten, 4-mal 2 Minuten gegen Freiburg-Gottéron.

Kloten Flyers:Gerber; Frick, von Gunten; Harlacher, Gustafsson; Collenberg, Stoop; Schelling; Praplan, Santala, Hollenstein; Kolarik, Sheppard, Bieber; Hartmann, Kellenberger, Casutt; Lemm, Liniger, Studer.

Freiburg-Gottéron:Conz; Kamerzin,

Ngoy; Rathgeb, Picard; Maret, Schilt; Camperchioli; Neukom, Gardner, Plüss; Mauldin, Pouliot, Mottet; Sprunger, Bykow, Salminen; Fritsche, Schmutz, Rivera; Vauclair.

Bemerkungen:Kloten ohne Olver (überzähliger Ausländer), Back, Boltshauser, Guggisberg, Hasani, Obrist und Leone, Freiburg-Gottéron ohne Abplanalp, Loichat und Pivron (alle verletzt).–59:10 Timeout Gottéron, danach ohne Torhüter.

Die FN-Besten:Bieber und Conz.

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