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Der Käfer beschäftigt Marlys Bürger

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Noch um 19.30 war der Strom von Leuten nicht abgebrochen, die sich über den Asiatischen Laubholzbockkäfer informieren wollten: Einer nach dem anderen betrat die Aula der Orientierungsschule Marly, nach und nach füllten sie auch die oberen Ränge. Auf der Bühne hatten derweil die Redner Platz genommen: Neben zwei Gemeinderäten auch sieben Experten, darunter Vertreter von Bund, Kanton und Umweltbüros, Baumkletterer, Hundeführer und Holzfäller.

Im Juli war der Asiatische Laubholzbockkäfer, der einen gesunden Baum in wenigen Jahren tötet, in Marly entdeckt worden, zunächst im Quartier des Rittes, einige Wochen später auch im Chemin du Publiet. Kontrollen mit Baumkletterern und Hunden, das Abholzen der befallenen Bäume sowie Präventivfällungen sind seither Alltag für die Anwohner in den betroffenen Zonen.

Gift ist keine Alternative

«Kann ich irgendwelche präventiven Massnahmen ergreifen, damit mein Baum nicht gefällt werden muss?», so eine mehrmals gestellte Frage.

Die einzige präventive Massnahme, die zu 100 Prozent greife, sei das Abholzen der bei den Käfern beliebten Bäume, sagte André Chassot vom kantonalen Pflanzenschutzdienst. Die Anwendung von Insektiziden sei keine Alternative. Diese wirkten nur bei direktem Kontakt mit dem Käfer. «Wir müssten sie sehr regelmässig anwenden, und um zu garantieren, dass wirklich der ganze Baum geschützt ist, müssten wir das Gift wohl mit einem Helikopter sprühen. Stellen Sie sich das mal vor in einem Wohnquartier.»

Deshalb gelte für die rote Zone, also den Befallsherd, eine präventive Fällung aller beim Schädling besonders beliebten Bäume, namentlich der Ahorne, Pappeln, Weiden, Kastanienbäume, Buchen, Birken und Platanen. Zudem sei es ratsam, auch andere Laubbäume wie Eschen, Linden oder Haseln zu fällen. «Profitieren Sie vom Angebot, und lassen Sie Ihre Bäume kostenlos fällen», versuchte Chassot die Anwesenden zu überzeugen und erntete einige Lacher.

Er verstehe, dass die Bäume gefällt werden müssten, begreife aber nicht, warum die Arbeiter nicht die ganzen Bäume entfernten, sagte ein Mann. Der Laubholzbockkäfer niste sich nicht in Baumstrünken ein, erklärte Chassot. Der Rest sei eine Frage der Kosten.

Wie hoch diese denn seien und wie sie aufgeteilt würden, wollte ein weiterer Bürger wissen. Um die Ausgaben einzuschätzen, sei es noch zu früh, antwortete Chassot. «In Winterthur, wo der Befallsherd sicher nicht kleiner war als in Marly, haben die Massnahmen aber rund eine Million pro Jahr gekostet–vier Jahre lang.» Diese Kosten übernehme grundsätzlich der Kanton.

Gemäss aktuellem Gesetz könne der Bund nur für Schutzwälder Subventionen sprechen, sagte Therese Plüss vom Bundesamt für Umwelt. Das Gesetz werde jedoch überarbeitet und die Subventionen voraussichtlich ausgeweitet. Im Fall von Brünisried habe der Kanton entschieden, dass die Bekämpfung des Schädlings von allgemeinem Interesse sei und eine betroffene Gemeinde mit dem Schädling bereits genug zu kämpfen habe. Dennoch verursacht der Käfer auch für die Gemeinde Marly Kosten: Durch die Massnahmen ist der Personalaufwand angestiegen, die geleisteten Überstunden werden bei der Abrechnung zu Buche schlagen, so Vize-Syndic Eric Romanens.

Die für Brünisried erstellten Regeln gälten auch im Fall der Entschädigung, so Chassot: «Grundstückbesitzer müssen die Arbeiten nicht bezahlen, Schmerzensgeld gibt es aber nicht.»

Botschaft ist angekommen

Der Abend sei seiner Meinung nach gelungen, so André Chassot. «Ich glaube, die Leute haben begriffen, wie ernst die Situation ist und dass wir keine Wahl haben», sagte er und fügte an: «Und ich habe aggressivere Fragen erwartet.»

Zonen: Befallsherde nun neu definiert

S eit gestern sind auf der Internetseite der Gemeinde Marly die neuesten Pläne der vom Asiatischen Laubholzbockkäfer befallenen Zonen aufgeschaltet. Der Befallsherd, also die rote Zone, in welcher Bäume präventiv gefällt werden müssen, sei nun auch am Chemin du Publiet definiert, sagte André Chassot vom kantonalen Pflanzenschutzdienst. Auch der bereits definierte Befallsherd im Quartier des Rittes habe erweitert werden müssen. «Nun gehört auch das OS-Areal zur roten Zone.» rb

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