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Der Kammerjäger und das Ungeziefer

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 Morgens um 9.30 Uhr in Villars-sur-Glâne: Raphaël Heimo aus St. Silvester ist mit einer Teleskopstange und einem Giftspray bewaffnet und bereit für seine Arbeit. Ein Wespenvolk hat sich in der Aufrolltrommel einesGartenschlauchs angesiedelt. «Das Wichtigste beim Bearbeiten eines Wespennestes ist, dass die Königin erwischt wird», erklärt Heimo, der seit 32 Jahren als Kammerjäger arbeitet. «Ich spritze ein Nervengift in das Zentrum des Nests und warte zwei bis drei Minuten. Dann sollten alle Wespen im Nest tot sein, und ich kann es entfernen.»

 Wenn er die Königin erwischt, verstummt ihr sogenannter Nestruf. Dann kommen die anderen Wespen des Stammes nicht mehr zurück. Das Volk stirbt. «Die Wespen sind an ihre Königin gebunden. Stirbt diese, schliessen sie sich nicht an ein anderes Volk an. Nach einer Weile verenden alle Tiere des Stamms und werden zu Vogelfutter», so Heimo.

Nicht immer Chemie

Zu seinem Beruf kam er aus reiner Neugier. Er wollte nach der Handelsmatura etwas anderes machen und wurde Kammerjäger. «Mein Beruf ist nicht staatlich anerkannt. Ich habe aber einen Eidgenössischen Fachausweis für die chemischen Mittel, die ich brauche.» Zudem hat er einen Giftschein und eine Eidgenössische Fachbewilligung für Holzschutzmittel. «So kann ich meinen Kunden zeigen, dass ich gut ausgebildet bin und kann auch damit werben.»

Für ihn seien aber auch der Schutz der Umwelt und der Umgang mit der Natur wichtig. «Ich finde es nicht richtig, immer gleich alles mit Chemie zu lösen. Manchmal lassen sich Schädlinge auch mit baulichen Massnahmen bekämpfen. Dies hat vor allem auch einen vorbeugenden Aspekt.»

Abwechslungsreicher Job

«In meinem Beruf braucht es psychologisches Einfühlen. Ich probiere, den Menschen die Angst vor dem Ungeziefer zu nehmen», sagt er. Auch müsse er die Kunden gut beraten, wenn es um bauliche oder präventive Massnahmen gehe. Was ihm vor allem Spass mache, sei die Abwechslung. «Jeder Fall ist anders. Du hast nicht ein fixes Vorgehen für ein Wespennest. Um Erfolg zu haben, muss man sich manchmal auch in ein Tier hineinversetzen und erahnen, was es als Nächstes tun könnte.»

Der Beruf habe auch seine Schattenseiten. Manchmal komme es vor, dass Menschen, die zu Hause gestorben sind, lange nicht gefunden werden. «Nach Leichenhebungen eine Wohnung von Ungeziefer zu befreien, ist alles andere als angenehm.» Zudem sieht er viel. «Manchmal nimmt mich das Leid einiger Menschen mit, wenn ich sehe, wie sie wohnen oder wie es ihnen geht. Aber Schattenseiten hat jeder Beruf.»

Seine grösste Konkurrenz sieht er in der Landi. «Sehr viele Leute gehen zuerst in die Landi und kaufen irgendeinen Spray, um selber gegen Ungeziefer vorzugehen. Erst wenn es zu Komplikationen kommt, rufen sie mich an, und ich soll dann am liebsten in 15 Minuten bei ihnen sein», sagt der Kammerjäger schmunzelnd.

«Manche könnten viel Zeit und Mühe sparen, wenn sie mich zuerst anrufen und nicht einfach selber probieren würden. Und sie könnten Konfrontationen mit den Schädlingen aus dem Weg gehen.»

Beruf: Wespen sind nicht das Einzige

A ls Kammerjäger hat es Raphaël Heimo mit Schädlingen aller Art zu tun. Neben den alltäglichen Arbeiten wie dem Entfernen von Wespen- und Hornissennester oder dem Einfangen von Ratten, Mäusen und Mardern hat er es noch mit ganz anderen Tieren und Pilzen zu tun. «Vermehrt treffe ich wieder auf Bettwanzen», sagt er. «Eigentlich wurden die Bettwanzen ausgerottet. Aber seit einigen Jahren sind sie wieder da.» Bettwanzen können sich in jedem Bett einnisten. Es habe nichts mit der Hygiene zu tun, ob man Bettwanzen habe oder nicht.

Zuletzt ist Raphaël Heimo ein paar Mal auf einen Hausschwamm gestossen. «Dieser bildet sich oft bei Dunkelheit und Feuchte. Anfangs sieht er aus wie ein Spiegelei», erklärt er. Wenn er komplett entwickelt ist, kann er durch Beton, Holz oder Putz wachsen. «Entdeckt jemand so einen Pilz im Keller, muss man sofort handeln», rät der Experte. fab

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