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Der Kampf um die Bundesforschung hat sich für den Kanton Freiburg gelohnt

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Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat das verlockende Angebot aus Freiburg angenommen: Bis 2017 soll die Forschungsanstalt Agroscope in Posieux konzentriert werden. Damit werden 150 hochwertige Arbeitsplätze von Köniz-Liebefeld verlagert und dieser Standort wird geschlossen. Es sollen keine Stellen abgebaut werden, schreibt das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD).

Der Kanton Freiburg hatte sich im Vorfeld intensiv für das Projekt eingesetzt und versteht den Entscheid laut einer Mitteilung als ersten Schritt der Entwicklung einer Hauptstadtregion. «Es stärkt die Rolle des Kantons Freiburg in der landwirtschaftlichen Forschung», freut sich Staatsrat Pascal Corminboeuf. «In Posieux hatten wir bisher schon die Fleisch-Forschung. Nun kommt von Liebefeld noch die Milch-Forschung dazu.»

Viele Investitionen nötig

Die Mitarbeiter in Posieux und Liebefeld hätten gestern den Entscheid gefasst aufgenommen, sagt Agroscope-Sprecher Reto Burkhardt. Man habe ihn erwartet. «Die Kollegen wissen, dass ihre Arbeitsplätze mit der Zusammenlegung sicherer geworden sind.» Die Stimmung in Bern sei dennoch gedrückt gewesen. Für viele Angestellte sei der neue Arbeitsort kein grosses Problem, aber für jene, die von weither kommen, schon. Man erhoffe sich deshalb bessere Anschlüsse über den öffentlichen Verkehr. Agroscope-Sprecher Burkhardt hält fest: Der Kanton Freiburg habe versprochen, die Infrastruktur in Posieux den Bedürfnissen des Bundes entsprechend auszubauen. Die Verlagerung sei für den Bund kostenneutral und er miete die vom Kanton gebauten Gebäude. «Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, überwiegen für uns die Vorteile.»

Pascal Corminboeuf bestätigt diese Abmachung und sagt, Freiburg werde ein Gebäude für 70 Millionen Franken zur Verfügung stellen. «Der Kanton hat vier bis fünf Jahre Zeit, um ein Gebäude zu bauen», so Corminboeuf.

Attraktiv und kompetent

Das federführende Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist zufrieden mit dem Entscheid: «Das landwirtschaftliche Wissenssystem wird langfristig gestärkt», erklärt BLW-Kommunikationschef Jürg Jordi. Die Forschung werde immer komplexer. Grösse sei deshalb wichtig, um die Kräfte zu konzentrieren und für Forscher attraktiv zu bleiben. Deshalb werde ein Kompetenznetzwerk aus verschiedenen Institutionen aus dem Bereich der Agrarforschung und -beratung aufgebaut.

«Wir erwarten nun, dass der Bund an der Konzentrierung der Bundesverwaltung im Raum Bern und in Liebefeld festhält», stellt Generalsekretär André Nietlisbach von der Berner Volkswirtschaftsdirektion klar. Der Einfluss des Kantons auf den Entscheid des Bundesrates sei gering gewesen.

Die Konzentration der Agrarforschung in Posieux sei eine Nagelprobe für das Gewicht Freiburgs beim Bund, so der Staatsrat.Bild Charles Ellena/a

Standortentscheid: Staatsrat in corpore beim Bundesrat

Dem Freiburger Landwirtschaftsdirektor Pascal Corminboeuf ist mit dem Entscheid zur Zusammenlegung der Forschungsanstalt Agroscope am Standort Posieux ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. «Seit einem Jahr warten wir vom Bundesrat auf eine positive Antwort. Johann Schneider-Ammann hatte uns gesagt, ohne Entscheid würde er nicht in die Sommerferien fahren», so Corminboeuf.

Einen möglicherweise entscheidenden Impuls hat ein Treffen von letzter Woche gegeben, als der Freiburger Staatsrat in corpore bei Bundesrat Schneider-Ammann vorsprach.

Corminboeuf erinnert daran, dass die Idee für den Standort Posieux entstanden sei, weil Freiburg das Bundesverwaltungsgericht nicht erhalten und später auch das Bundesamt für Flüchtlinge verloren habe. «Wir sagten, wir wollen auch etwas. Bundesrat Merz hat dann gesagt: ‹Macht Vorschläge!› Da habe ich das Projekt eingegeben», so Pascal Corminboeuf. Damals war noch Danielle Gagnaux Chefin des Agroscope gewesen. Heute ist sie Freiburger Staatskanzlerin. uh

Agroscope: «Eine Win-win- Situation»

Der Standortentscheid zugunsten von Posieux ist erst zustande gekommen, als der Kanton Bern auch für Liebefeld Perspektiven sah. Zentral war der Entscheid des Bundes, in Liebefeld ein neues Verwaltungszentrum für die Bundesämter für Gesundheit und Landwirtschaft zu erstellen. Das habe die Berner beruhigt, sagt Jürg Jordi, Sprecher des Bundesamtes für Landwirtschaft: «Das hat gezeigt, dass in Liebefeld keine Arbeitsplätze verloren gehen.»

Der Freiburger Volkswirtschaftsdirektor Beat Vonlanthen würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass der Kanton Bern ganz hinter dem Entscheid stünde, aber er ist überzeugt: «Sie haben realisiert, dass es eine Win-win-Situation ist.»

Vonlanthen erwähnt, dass das Berner Parlament eine Motion des Grossrats Freiburghaus angenommen hat, damit der Regierungsrat alles unternehme, um den Standort Liebefeld zu erhalten. Dass nun ausgerechnet ein Berner Bundesrat diesen Entscheid gefällt hat, rechnet Vonlanthen Schneider-Ammann hoch an: «Ich bin überrascht über seinen Mut vor den Bundesratswahlen.»

Entscheidend ist für Vonlanthen, dass man über die «Hauptstadtregion Schweiz» besser mit dem Kanton Bern verhandeln konnte. «Es wird ein Katalysator für die Hauptstadtregion sein», glaubt er.

Die neue Forschungsanstalt werde auch ein Kompetenzzentrum für die landwirtschaftliche Ausbildung, ist Vonlanthen in Hinsicht auf die Zusammenlegung des Landwirtschaftlichen Instituts Grangeneuve mit dem Agroscope überzeugt, die nun zusätzlichen Schwung erhält.uh/fca

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