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Der Kanton sucht Kies – und könnte dafür in Kerzers oder im Sensebezirk graben

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Aufgrund des hohen Bedarfs an Rohstoffen in den kommenden Jahren sucht der Kanton nach Standorten für Kieswerke. Er ist in drei Sensler Gemeinden fündig geworden. Und in Kerzers.

Aktuell wohnen rund 335’000 Menschen im Kanton Freiburg. Bis 2050 sollen es fast 400’000 sein. Das schrieb das kantonale Amt für Statistik im vergangenen Herbst. Und bei dieser Zahl handelt es sich nur um die «mittlere Prognose», die Schere geht von rund 370’000 im Szenario «tief» bis fast 420’000 im höchsten Szenario.

Eine steigende Bevölkerung bedeutet auch einen steigenden Bedarf an Infrastruktur. An Wohnhäusern, Schulen, Spitälern und Strassen. Der Sand- und Kiesbedarf für Bauprojekte im Kanton Freiburg werde für die nächsten 25 Jahre auf drei Kubikmeter pro Person und Jahr geschätzt. Das sagte Staatsrat Jean-François Steiert an einer Medienkonferenz zum Sachplan Materialabbau (SaM) am Mittwochmorgen.

Deshalb habe der Staatsrat beschlossen, den SaM zu überarbeiten. Damit soll nicht nur die lokale Produktion gewährleistet, sondern auch ein Beitrag an Umweltschutz, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft geleistet werden.

Freiburg sei ein an Baumaterial reicher Kanton und verfüge über hohe Kiesvorkommen. Im SaM, der heute in die Vernehmlassung geht, werden «nutzbare Standorte» identifiziert – davon 18 als «vorrangig» und 62 als «Reserve».

Vier dieser «vorrangigen» Standorte befinden sich im Sensebezirk, weitere 21 Standorte befinden sich in der Reserve.

Zumholz, Schmitten, Alterswil und Kerzers im Fokus

Die vier als «vorrangig» identifizierten Standorte im Sensebezirk sind eine landwirtschaftlich genutzte Terrasse im Norden von Zumholz mit einem geschätzten Gesamtvolumen von fast 720’000 Kubikmetern sandiger Kiese oder Sand.

Die dunkelblaue Fläche ob Zumholz ist der als «vorrangig» erachtete Standort. Blau gestrichelt sind «zu erhaltende Ressourcen».
Bild: Sachplan Materialabbau

In einem landwirtschaftlich genutzten Hügel im Osten von Schmitten, am linken Ufer der Taverna, sollen gar über 1,7 Millionen Kubikmeter Material – vornehmlich sandige Kiese – abgebaut werden können. Am rechten Taverna-Ufer wird das Gesamtvolumen auf fast 1,4 Millionen Kubikmeter geschätzt.

Im Osten von Schmitten werden sowohl Standorte am linken wie am rechten Ufer der Taverna als «vorrangig» betrachtet.
Bild: Sachplan Materialabbau

Und auch in Alterswil beziehungsweise auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche am Westausgang des Dorfes hat der Kanton einen Perimeter zur Prüfung definiert. Er schätzt das Gesamtvolumen auf 890’000 Kubikmeter.

Ein Standort am Westausgang von Alterswil gilt als «vorrangig». Er ist dunkelblau eingezeichnet.
Bild: Sachplan Materialabbau

Im Seebezirk hat der Kanton zwar nur je einen Standort beider Kategorien identifiziert, dort aber ein hohes Gesamtvolumen geschätzt: Über 2,7 Millionen Kubikmeter Material, vor allem Sedimente und sandige Kiese, sollen am Standort Sunnenberg bei Kerzers abgebaut werden können. Besonders pikant: im oder unmittelbar am geprüften Perimeter liegen drei Immobilien. Und, schreibt der Kanton im 80-seitigen Bericht zum SaM: «Bevor die Ausbeutung des Sektors ins Auge gefasst werden kann, muss eine Umfahrungsstrasse gebaut werden.»

Am Standort Sunnenberg bei Kerzers schätzt der Kanton ein Volumen von 2,7 Millionen Kubikmeter Material, vor allem Sedimente und sandige Kiese.
Bild: Sachplan Materialabbau

Planen, versichert der Kanton, bedeute aber nicht nutzen. Zumindest noch nicht.

Planen bedeutet (noch) nicht nutzen

Im SaM würden einzig die nutzbaren Standorte identifiziert. Die Entwicklung eines konkreten Projekts hänge letztlich vom Willen des Betreibers und der Gemeinde ab. Diese entscheide, ob ein neuer Standort für Materialabbau eingezont werden soll. Der Kanton schreibt: «Dass ein Standort im SaM verzeichnet ist, bedeutet also noch nicht, dass dort auch abgebaut wird.»

Der grösste Unterschied zum letzten SaM aus dem Jahr 2011 betrifft die unmittelbare Umgebung der Nutzungszonen. Dazu werden jeweils zwei Varianten in die öffentliche Vernehmlassung gegeben: Eine Variante schliesst Grundstücke in unmittelbarer Nähe von Bauzonen nicht mehr von den vorrangig abbaubaren Sektoren aus. Gemäss den Mitgliedern des Steuerungsausschusses Copil würden geeignete Schutzmassnahmen eine «Ausbeutung dieser Grundstücke trotz ihrer Nähe zur Bauzone erlauben». Die zweite Variante schliesst dies aus.

In den vorliegenden Fällen betrifft dies die geplanten Standorte ob Zumholz, am linken Taverna-Ufer in Schmitten und westlich von Alterswil. Auch am Standort Kerzers sind zwei Varianten vorgesehen.

Zur nun angelaufenen Revision des SaM werden öffentliche Informationsabende organisiert. Der einzige Anlass, der auf Deutsch abgehalten wird, findet am heutigen Mittwoch um 19 Uhr in der Aula der Orientierungsschule Tafers statt.

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