Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der Kiesabbau in Kerzers erhält Priorität

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Lukas Schwab

Bis anhin wurden die Kiesreserven zwischen Kerzers und Fräschels als zu «erhaltende Ressource» beurteilt, deren Abbau keine Priorität hatte. Dies hat sich im neuen Sachplan Materiabbau (siehe Kasten), der diese Woche veröffentlicht wurde, geändert: Neu werden die Kiesvorkommen als «vorrangig abbaubare Sektoren» eingestuft. Damit wird ein Abbau im Vergleich zur früheren Einstufung in den nächsten 15 Jahren grundsätzlich möglich.

Diese Beurteilung bedeutet aber nicht, dass auch tatsächlich Kies abgebaut werden kann. «Das hängt vom konkreten Projekt des Gesuchstellers ab, das alle Vorgaben erfüllen muss», sagt Corinne Rebetez, Kommunikationsverantwortliche der Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD). Zudem sind für den Abbau Einzonungen nötig, die durch die jeweiligen Gemeinden vorzunehmen sind.

Prozess ist noch am Anfang

Susanne Schwander, Gemeindepräsidentin von Kerzers, hält fest, dass trotz neuer Einstufung heute und morgen keine Bagger auffahren werden. «Es wird zwar etwas konkreter, ich gehe aber davon aus, dass der Prozess noch mindestens zehn Jahre dauern wird.» Es werde noch viele Diskussionen und Möglichkeiten zur Einflussnahme geben.

Der Kerzerser Gemeinderat hatte im Sommer 2009 ein Vorgesuch der Firma Holcim für den Kiesabbau in einer Stellungnahme positiv beurteilt (die FN berichteten). An dieser Haltung hat sich laut Schwander nichts geändert. «Die Kiesvorkommen sind da und früher oder später werden sie auch abgebaut», sagt sie. Eine Verhinderungsstrategie bringe deshalb nichts. «Wir wollen das Ganze aktiv angehen, um mitzureden und unsere Interessen zu vertreten.» Das Ziel sei, die Wohn- und Lebensqualität im ganzen Dorf auch bei einem allfälligen Kiesabbau aufrechtzuerhalten. Dazu müssten als zentrale Bedingungen die angrenzenden Wohnquartiere geschützt und eine Umfahrungsstrasse gebaut werden. «Die Umfahrung muss fertig sein, bevor der erste Bagger auffährt», so Schwander. Aus ihrer Sicht würde der Kiesabbau die Chancen auf eine Realisierung der Umfahrung erhöhen und damit die Lebensqualität im Dorf steigern. «Das ist aber nicht der Hauptgrund für unsere positive Haltung.»

«Wäre wichtiger Entscheid»

Bei der Firma Holcim, die sich seit längerem für einen Abbau der Kiesvorkommen in Kerzers interessiert, hat man noch keine Kenntnis des neuen Sachplans Materialabbau. «Wir können uns deshalb noch nicht konkret dazu äussern», erklärt Markus Gerber, Leiter Kommunikation von Holcim Schweiz, auf Anfrage. Falls es aber so sei, dass die Kerzerser Kiesvorkommen vom Kanton neu als «vorrangig abbaubare Sektoren» klassifiziert würden, sei dies für Holcim eine erfreuliche Nachricht. «Das wäre ein wichtiger Entscheid, auf den wir gewartet haben», so Gerber. Man werde diese neue Entwicklung nun prüfen und danach abklären, wie es weitergehen soll. «Am Ende geht es darum, gute Lösungen für alle Beteiligten zu finden», so Gerber. Dabei sei eine offene Kommunikation von zentraler Bedeutung.

Mehr zum Thema