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Der Kluge reist im Zuge

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Kluge reist im Zuge

Aber aus finanzieller Sicht ist das wohl gar nicht mal so klug. Gut vorbereitet ging es vor ein paar Tagen mit Bus und Zug und wieder Bus und nochmals Zug usw. über den Furka- und Gotthardpass und wieder nach Hause. Zur guten Vorbereitung gehörten nicht nur Muskelsalbe und Fersenpflaster, Zahnbürste und Wanderstöcke, sondern auch die ausführliche Fahrplanrecherche im Internet (www.sbb.ch).

Wir hatten also sämtliche Bahn- und Busverbindungen mit allen
relevanten Informationen beisammen. Um die Reise möglichst
angenehm zu gestalten, hatte ich mir zu meinem Halbtaxabo noch zwei Tageskarten besorgt. Denn
ich wollte ganz bequem einmal entwerten und den ganzen Tag
lang nach Lust und Laune fahren . . .

Dass wir als Zufallsfahrgäste im renommierten Glacier-Express von Brig bis Oberwald – die Zugskombination weist gerade mal einen (!) Panoramawagen auf – Zuschlag zahlen müssen, wird uns immerhin vor Besteigen des ganz gewöhnlichen 2.-Klass-Wagens gesagt. Aber aus der Fahrplaninformation ging dieser Umstand nicht hervor. Bilanz: 2 Erwachsene à 9 Franken = 18 Franken.

In Oberwald geht der Zuschlagspoker dann munter weiter. Das GA meines Begleiters ist auf der «touristischen Postautolinie Oberwald- Andermatt» nicht voll gültig: Zuschlag 8 Franken. Die Kinder schlüpfen mit dem 20-Franken- Kinder-GA noch gerade mal durchs Netz. Und meine Tageskarte bedeutet hier «freie Fahrt».

Auf der Wanderung von Tiefenbach nach Realp können wir diesen Frust so richtig gut abschütteln. Und die Fahrt von Realp nach Hospental gelingt gar ohne irgendeinen Aufpreis – es ist schon fast alles vergessen. Deshalb halte ich dem Chauffeur im Postauto zum Gotthardpass voller Zuversicht mein Halbtax hin und der kassiert dennoch stolze Fr. 12.20. Diskutieren geht nicht – mein Italienisch ist zu lückenhaft und ausserdem ist es das letzte Postauto, welches auf den Pass fährt, und oben im Ospizio warten weiche, warme Betten auf uns. Aus den Billetten ersehe ich, dass ich mit meinem Halbtaxabo Fr. 6.20 bezahle und mit dem GA noch ein Zuschlag von 6 Franken fällig ist. Immerhin, für die Kinder muss ich auch hier nicht extra bezahlen.
Auf der Heimreise wird dann aus dem Zuschlagspoker ein Zuschlagskrimi. Im Zug nach Brig – kurz vor dem Furkatunnel – bellt mich der Kondukteur an, dass er noch 10 Franken von mir haben müsse!
«Häh?», kann ich da nur noch stammeln. Jetzt sitze ich in einem ganz gewöhnlichen Zug – ohne Glacier- oder Glacé-Wagen – und muss schon wieder auf meine Tageskarte draufzahlen. Da streckt er mir ein Kärtli hin, auf dem steht: «Die saisonalen Kapazitätsengpässe zwingen uns zur Erhebung eines Lenkungszuschlags von 10 Franken in der 2. Klasse und 16 Franken in der 1. Klasse.» Ich halte ihm mein letztes Nötli hin und muss den Kindern erklären, dass in meiner Reisekasse ein Kapazitätsengpass entstanden ist. Die versprochene Wegzehrung – Sandwich und Cola von der Minibar – ist buchstäblich unter die Räder gekommen.

Eines steht fest, den nächsten Kurztrip plane ich wohl eher mit Bleifrei 95 als mit Halbtax und GA.

In regelmässig erscheinenden Kolumnen halten FN-Redaktorinnen und -Redaktoren ihre Beobachtungen und Erfahrungen zu sommerspezifischen Aktiviäten oder Ereignissen fest.

Von RUTH SCHMIDHOFER HAGEN

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