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«Der Kronleuchter ist am schönsten»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Pascale Hofmeier (Text) und Charles Ellena (Bilder)

An normalen Tagen beschreiten Politiker und Staatsangestellte die ehrwürdigen Gänge des Bundeshauses West. Das war gestern anders. Es wimmelte vor dem Sitzungszimmer des Bundesrates von Primarschülern, und mancher Angestellte musste seinen Schritt drosseln, um sich einen Weg durch die Kinder zu bahnen. Vier Schulklassen waren zum Empfang geladen, weil sie im Frühjahr für das Hilfswerk Swissaid Abzeichen zu Gunsten Benachteiligter in Ländern der Dritten Welt verkauft hatten (vgl. Kasten). Unter ihnen war auch die 4. Primarklasse von Trudy Schneuwly aus Schmitten. Besonders gefreut hatten sich die Kinder und auch die Lehrerin auf den Besuch bei der Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey. Gross war darum die Enttäuschung, als diese kurzfristig absagen musste. «Wer kommt dann?», fragte einer der Schüler trotzig.

«Kann nicht alles planen»

Es kam Maya Tissafi, Vizedirektorin der eidgenössischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza. «Als Bundespräsidentin kann man nicht immer alles ganz genau planen» sagte sie. Der Grund für das Fernbleiben wurde nicht bekannt gegeben. Tissafi bedankte sich für das Engagement der Kinder und der Lehrkräfte.

Tissafi beantwortete auch die Fragen, die die Kinder für die Bundespräsidentin vorbereitet hatten. «Wie wählen Sie die Länder aus, denen die Schweiz hilft?», wollte Marc von der Schmittner Klasse wissen. «Wir überlegen, welches die ärmsten Länder sind. Dann fragen wir den Bundesrat und das Parlament, ob sie damit wirklich einverstanden sind», antwortete Tissafi. Nicht beantworten konnte sie die persönlichen Fragen an Calmy-Rey. «Diese wird sie euch schriftlich beantworten», versprach die Stellvertreterin. Und neue Medien sei Dank wird sie auch die Darbietungen noch sehen, die die Klassen vorbereitet hatten: Ein Zusammenschnitt davon wird ins Internet gestellt.

Stau vor dem Salon

Die Kinder durften sogar das Sitzungszimmer des Bundesrates und den Salon des Bundespräsidenten besichtigen. Kaum waren einige Kinder im Raum, bildete sich ein riesiger Stau: Mit gezückten Kameras dokumentierten sie jeden Winkel der für die Öffentlichkeit verschlossenen Räume. Der Gedanke, dass im Salon Staatsempfänge stattfinden, war für die Schüler nicht das Wichtigste. «Der Kronleuchter ist am schönsten», da waren sich die Mädchen einig.

Und das Schönste am anschliessenden Apéro war das Dessert. Während die Lehrerin versuchte, die Kinder davon abzuhalten, Schokolade und Mohrenköpfe zu hamstern, bediente der bundesrätliche Weibel die Kinder mit dem Silbertablett und den Worten: «Hier befehle ich.» Wie es sich für offizielle Empfänge gehört, folgte der Tag einem strikten Protokoll. Um 12 Uhr war Schluss im Bundeshaus West, ab ins Hauptgebäude, zum Rundgang durch die Kuppelhalle, den Nationalratssaal und die Wandelhalle.

Erfüllt von Eindrücken, sei es, einmal auf dem Stuhl eines Parlamentariers zu sitzen oder die Kuppel zu bestaunen, war am Ende des Tages die Enttäuschung über den Nicht-Besuch bei der Bundespräsidentin – zumindest beinahe – vergessen. In den Worten von Luca: «Die Kuppel war toll! Jetzt ist es eigentlich nicht mehr so schlimm, dass sie nicht kommen konnte.»

Der bundesrätliche Weibel weiss, wie er Kinder verwöhnt.

Die Nippes in den Vitrinen im Bundeshaus West ziehen die Kinder magnetisch an.

Swissaid

Abzeichen geben Handwerkern Arbeit

Seit mehr als 60 Jahren verkaufen Schulkinder in der Schweiz «Abzeichen» für das Hilfswerk Swissaid. Jährlich sind rund 20000 Schülerinnen und Schüler für das Hilfswerk unterwegs. Früher verkauften sie Anstecknadeln, heute sind es zum Beispiel handbemalte Kartenhalter oder handgedrechselte Schatzdöschen aus Holz. Hergestellt werden diese von Kunsthandwerkern in neun Ländern in Asien, Afrika und Südamerika, in denen das Hilfswerk tätig ist. Swissaid finanziert sich durch Spenden und auch durch Beiträge der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit. Letztes Jahr kamen durch den Abzeichenverkauf 1,2 Millionen Franken zusammen. hpa

«Jetzt ist es eigentlich nicht mehr so schlimm, dass sie nicht kommen konnte.»

Autor: Luca

Autor: Primarschüler aus Schmitten

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