Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der lange Weg ins Kloster

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Corinne Aeberhard

«Am 1. September 1979 stand ich mit dem Koffer vor der Klostertüre. Pater Damian, der damalige Guardian, empfing mich mit einem Lächeln, führte mich durchs Kloster und zeigte mir mein Zimmer.» Bruder Emmanuel erinnert sich präzise an seinen Eintritt ins Franziskanerkloster in Freiburg. Der Eintritt ins klösterliche Leben war aber nicht ganz so einfach, wie es tönt, musste er doch mehrere Anläufe nehmen. Eine schwierige Zeit, erinnert sich der 57-Jährige, obwohl er schon mit zehn Jahren gespürt hatte, «dass Gott in mein Leben getreten war». Damals bei der Erstkommunion konnte er kaum warten, bis er zum ersten Mal das hl. Brot empfangen durfte. Nun würde er nie mehr allein sein, war er überzeugt.

Von der Küche …

Nach einer Kindheit im Heim, welche Bruder Emmanuel als positiv beschreibt, ging er ins Bürgerspital in Freiburg und lernte Koch. Dort fand er eine Atmosphäre, die ihm behagte. «Es war wie eine Familie», erinnert er sich. In der Küche wurde viel gewitzelt und er «löcherte die Ordensschwestern mit Fragen zum Thema Berufung», so Bruder Emmanuel.

… ins Kloster

Und dann – kurze Zeit nach dem Abschluss der Ausbildung – zog es ihn auf direktem Weg in die Abtei Saint-Maurice im Wallis. Doch während des Noviziats trat er wieder aus. «Ich war nicht reif», so Bruder Emmanuel und er arbeitete dann unter anderem in der Küche eines Altersheims. Das gefiel ihm zwar, «aber es gab dieses Religiöse in mir. Da war etwas, das mir fehlte.» Später arbeitete er in der Küche der Abtei Einsiedeln. Dort habe er zwar im Kloster gelebt, aber auf Distanz zum religiösen Leben. Das sei nicht das Richtige gewesen und er habe sich oft gefragt: «Was wird nur aus mir?» Erst mit 27 Jahren trat er endgültig ins klösterliche Leben ein, absolvierte einen Teil seiner Ausbildung in Deutschland, aber auch in Flüeli und Genf.

Im Kloster in Deutschland absolvierte er das Noviziat. Da gab es ein Jahr lang keinen Ausgang. Im ersten Halbjahr durfte er auch keinen Besuch der Familie empfangen und nur einen Brief pro Monat an sie schicken. Das habe er aber nicht als schlimm empfunden. Im Gegenteil – es sei wie eine exklusive Zeit gewesen, da man vom Aussenleben abgeschirmt sei und sich ganz dem Studium widmen könne. Es gehe darum zu prüfen, ob man für das Leben im Kloster wirklich berufen sei. «Man verlässt die Welt, um sich Gott zu widmen.» Ins Kloster zu gehen dürfe aber keine Flucht sein. Das funktioniere längerfristig nicht.

Mit 33 Jahren schliesslich legte Bruder Emmanuel die ewige Profess ab. Seinen Entscheid hat er nie bereut, auch wenn es wie in jedem Leben Höhen und Tiefen gebe. Er lebe aber gerne in der Gemeinschaft, die wie eine Familie sei. Der Mensch – auch der religiöse – sei nicht gemacht fürs alleine Leben.

Sakristan und Schneider

Im Franziskanerkloster in Freiburg ist Bruder Emmanuel nun seit 18 Jahren als Sakristan für die Kirche zuständig. Dabei schätzt er besonders die Kontakte, welche sich mit Kirchenbesuchern ergeben. Dabei ist er oft der erste Ansprechpartner für Menschen, die ihm ihre Sorgen anvertrauen.

Seit ein paar Jahren hat Bruder Emmanuel auch noch eine andere Leidenschaft: das Nähen. Als der Klosterschneider Bruder Franz (Käser) starb, schuf er Ordnung im Schneideratelier und entdeckte dabei viele Stoffballen. Aus diesen wollte er etwas machen. «Erst musste ich aber den Umgang mit der Nähmaschine lernen», so Bruder Emmanuel.

«Nähen beruhigt»

So ging er als 53-Jähriger kurzerhand jeden Montagnachmittag zur Schneiderin Madeleine Baeriswyl in die «Lehre». «Und unterdessen schneidere ich die Gewänder für meine Mitbrüder», freut er sich. Das Nähen beruhige ihn und gleichzeitig könne er sich dabei ausruhen. Bruder Emmanuel näht zwar mit einer modernen Bernina, aber gleichzeitig ist er stolz auf die antike Tret-Nähmaschine, die auch noch in seinem Atelier steht. Er hat sie auf Hochglanz poliert und würde sie um kein Geld in der Welt verkaufen, sagt er.

Ebenso wenig würde er sich von seinen Wellensittichen Mimi und Fifi trennen, mit welchen er die Zelle teilt.

Mehr zum Thema