Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Der langersehnte Verteidiger von Format

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Genf-Servette und der EHC Biel hatten ihr Interesse öffentlich bekundet, den Zuschlag erhielt jedoch Gottéron: Philippe Furrer, der in seinem dritten und letzten Vertragsjahr mit dem HC Lugano steht, unterschrieb gestern mit den Freiburgern einen Kontrakt über die drei nächsten Saisons. Still und heimlich hatte Sportdirektor Christian Dubé an diesem Coup gearbeitet. Es ist einer dieser Transfers, die das Gefüge einer Mannschaft nachhaltig verändern können.

«Philippe Furrer ist einer der ­grossen Verteidiger im Schweizer Eishockey.»

Christian Dubé

Sportdirektor Gottéron

 

Es mag spektakulärere Verteidiger als Furrer geben, dessen Markenzeichen das schnörkellose Spiel ist. Sein Palmarès lässt indes keinen Raum für Zweifel, dass es sich beim 32-jährigen Berner um einen der dominantesten Schweizer Verteidiger der letzten Jahre handelt. Drei Schweizer Meistertitel mit dem SC Bern (2004, 2010 und 2013), eine WM-Silbermedaille mit der Schweizer Nationalmannschaft (2013) und 625  Spiele in der National League (49  Tore/150  Assists) für den SCB und Lugano sprechen für sich. In dieser Saison weist Furrer aktuell die beste Plus-Minus-Bilanz aller National-League-Spieler auf (+12). Im Schnitt steht er 21:20  Minuten pro Partie auf dem Eis, und er konnte sich in 16 Partien ein Tor und acht Assists notieren lassen.

Ein Zeichen für andere Spieler

Lange Rede, kurzer Sinn: Mit Philippe Furrer hat Gottéron endlich gefunden, was es seit Jahren suchte – einen Verteidiger von internationalem Format. «Philippe Furrer ist einer der grossen Verteidiger im Schweizer Eishockey. Er ist sehr professionell und ein harter Arbeiter. Für uns ist das ein Top-Transfer», sagt Dubé, der in seiner Aktivzeit beim SC Bern jahrelang die Kabine mit Furrer teilte.

Gottéron-Verteidiger Lorenz Kienzle, der vor seinem Wechsel nach Freiburg eine Saison lang in Lugano ein Teamkollege Furrers war, unterstreicht die Aussagen von Dubé. «Philippe ist eine starke Führungspersönlichkeit und sowohl auf als auch neben dem Eis ein Leader. Und obwohl er schon so viel in seiner Karriere erreicht hat, ist er bodenständig und sympathisch geblieben.» Sein Einfluss in der Lugano-Garderobe, wo immer viel Rambazamba geherrscht habe, sei enorm gewesen, erklärt Kienzle. Diese Gelassenheit und Ruhe, die Furrer genau so auch im Spiel ausstrahlt, wird Gottéron nicht weniger dienlich sein.

Das Interview mit Philippe Furrer gibt es weiter unten zu lesen.

«Ich kenne Furrer bisher nur aus dem Spiel gegen Lugano und anhand von TV-Aufnahmen», sagt Gottéron-Trainer Mark French, der über die Verhandlungen mit dem Verteidiger Kenntnis hatte, aber nicht weiter darin involviert war. «Aber natürlich weiss ich um seine Reputation, um seine grosse Erfahrung und die Tatsache, dass er in grossen Teams einer der Leader war und immer noch ist. Einen solchen Spieler in der Mannschaft zu wissen, ist für einen Coach immer positiv.»

Die Vertragsverhandlungen seien schnell über die Bühne gegangen, sagt Dubé. «Unsere Gespräche begannen vor zwei Wochen, andere Vereine hatten bereits länger Kontakt mit ihm. Ich weiss, dass Genf ein lukratives Angebot gemacht hatte und zwei Clubs aus der Deutschschweiz an ihm interessiert waren.» Den Ausschlag zugunsten Gottérons hätten letzten Endes mehrere Aspekte gegeben. «Geholfen hat sicherlich, dass wir uns schon lange kennen, aber insbesondere auch die Richtung, die der Club einschlägt.»

Furrer ist ein erfahrener Schweizer Natispieler.

Wie bereits das Engagement von Torhüter Reto Berra – der kurz vor der Saison dank einer NHL-Ausstiegsklausel zu den Anaheim Ducks abgesprungen ist, nächste Saison aber wieder zurück sein dürfte – hat die Verpflichtung von Furrer Signalwirkung. «Sie zeigt, dass wir uns verbessern und nach vorne gehen wollen.» Dubé erhofft sich, mit dem Transfer von Furrer auch andere Spieler mit Rang und Namen zu einem Transfer an die Saane bewegen zu können. «Schliesslich haben wir bis jetzt nicht viele Nationalspieler in unserem Kader.» Gleichzeitig ist die Präsenz von Furrer auch ein Zeichen für aktuelle Gottéron-Spieler wie Kienzle, dessen Vertrag Ende Saison ausläuft. Der Verteidiger bestätigte gestern, dass potenzielle Teamkollegen vom Kaliber Furrers natürlich eine Rolle in den Zukunftsüberlegungen spielen würden.

Fragezeichen hinter der Gesundheit

Erfahrung, Führungsqualitäten, Siegermentalität – Furrer bringt alles mit, um die Defensive von Gottéron einen grossen Schritt weiterzubringen. Den norwegischen Verteidiger Jonas Holos nach diesem wegweisenden Engagement auf nächste Saison trotz einem noch gültigen Vertrag wegzutransferieren, um mit Berra im Tor auf vier ausländische Stürmer setzen zu können, ist für Dubé aber keine strategische Option. «Ich hoffe sehr, Berra ist nächstes Jahr zurück und bildet dann zusammen mit Furrer und Holos das defensive Fundament.»

Und da wäre – wenn man denn das Haar in der Suppe suchen will – ja auch noch die Verletzungsanfälligkeit von Furrer. Seit der Saison 2004/05 konnte der Verteidiger noch nie eine Saison komplett durchziehen und bestritt in der Qualifikation jeweils zwischen 16 und 43 Spiele. Grund zur Sorge? «Nein, sonst hätte ich ihn nicht geholt», sagt Dubé. «Philippe ist halt ein Kämpfer und warf sich in die Schüsse. Aber er ist ein Profi und passt jetzt besser auf sich auf.»

Vorschau

Mit Slater gegen den EHC Kloten

Nach zuletzt drei Niederlagen in Serie soll für Got­téron heute Abend bei Schlusslicht Kloten endlich wieder ein Sieg her. Die Aufgabe wird indes alles andere als leicht für die Freiburger. Bei den Zürchern, die am Dienstag den EV Zug bezwingen konnten, steht erstmals der neue Trainer Kevin Schläpfer an der Bande. Dementsprechend motiviert werden die Klotener sein.

Bei Gottéron kehrt Jim Slater ins Line-up zurück. Verzichten muss Trainer Mark French derweil auf die verletzten Barry Brust, Julien Sprunger und neu Benjamin Chavaillaz.

fs

 

Heute spielen

Ambri – Davos 19.45

Biel – ZSC Lions 19.45

Servette – SCL Tigers 19.45

Kloten – Gottéron 19.45

Lausanne – SC Bern 19.45

 

Der heutige Gegner

Fakten zu Kloten

• Nach seinem Kieferbruch gab Tommi Santala am Dienstag sein Saisondebüt. Mit zwei Toren und einem Assist war der finnische Center beim Sieg gegen den EVZ gleich der Matchwinner.

• Nur 5,54 Prozent der Klotener Schüsse finden den Weg ins gegnerische Tor. Kein anderes Team ist weniger effizient.

• Topskorer ist Dennis Hollenstein mit 5 Toren und 5 Assists.

Interview

Philippe Furrer: «Meine Freunde sind wohl immer noch sprachlos»

Im Gespräch mit den FN spricht Philippe Furrer über seinen Wechsel zu Gottéron und darüber, welche Reaktionen der Transfer hervorgerufen hat.

 

Philippe Furrer, warum haben Sie sich nach drei Jahren in Lugano gerade für Gottéron entschieden?

Die Gespräche mit Christian Dubé waren sicher sehr wichtig. Er hat mir seine Philosophie erläutert und erklärt, wohin es mit dem Club gehen soll. Aber auch die Tatsache, dass ich ein Haus in Murten gebaut habe und meine älteste Tochter (Red.: Furrer ist Vater von drei Kindern) nächsten Sommer eingeschult wird, haben eine Rolle gespielt.

Das Projekt Gottéron hat Sie also überzeugt?

Die Mannschaft hatte einen guten Start, und wenn man bedenkt, dass nächste Saison Reto Berra im Tor steht, ist das ein Schritt nach vorne. Den Entscheid beeinflusst hat letztlich, als ich nachgeschaut habe, wo die an mir interessierten Teams in den letzten fünf bis zehn Jahren standen. Klar gab es zuletzt Abschiffer, aber Gottéron war zumeist vorne dabei. Das Ziel von Dubé ist es, die Mannschaft zu stabilisieren und wieder in die Top  5 zu kommen.

Wie wichtig war Ihnen der finanzielle Aspekt?

Wie bei den Verträgen in der Vergangenheit stand das Geld nicht im Zentrum. Es macht etwa 50  Prozent bei meiner Entscheidung aus. Viel wichtiger sind die Soft Facts – ob ich die Dinge bekomme, die ich brauche, wie die Nähe zum Wohnort oder die Ambitionen des Vereins. Servette hat klar das beste Angebot gemacht, die anderen waren plus minus auf dem gleichen Niveau.

Sie bezeichnen sich selbst als Urberner und wechseln nun zum Erzrivalen Gottéron. Was sind die Reaktionen auf diesen Transfer?

Es ist natürlich sehr speziell, auch für mich selber. Dass ich zu Gottéron gehe, zeigt, wie überzeugt ich von diesem Transfer bin. Ich war 24  Jahre lang in Bern, da bekommt man es förmlich eingetrichtert, dass Gottéron nicht gut ist (lacht). Meine Freunde sind wohl immer noch sprachlos. Sie hätten diesen Wechsel niemals erwartet. Aber genau dort liegt der Reiz. Gottéron ist eine Chance für mich. Meine Zeit in Lugano hat meinen Horizont erweitert, nun werde ich sehen, wie es bei Gottéron ist. Wie ich mitbekommen habe, freuen sich in Freiburg extrem viele Leute auf mich, das ist doch schön.

Sie sind der erste internationale Verteidiger von Format, der zu Gottéron wechselt. Die Erwartungen sind riesig …

So etwas hört man doch gerne. Aber wie alle in diesem Sport wissen, macht nicht ein Spieler allein den Unterschied aus. Es braucht immer mehrere Spieler, um einen Schritt nach vorne zu machen.

Was können Sie bei Ihrem neuen Club einbringen?

Ich kann sicher dazu beitragen, die defensive Stabilität zu verbessern. Sie erscheint mir schon jetzt gefestigter als auch schon. Weiter will ich etwas zum Teamzusammenhalt beitragen.

Auffällig sind Ihre vielen Verletzungen. Fast scheint es, als ob die Ihre einzige Schwäche wären …

Das wäre toll, wenn das so wäre. Im Ernst, die Verletzungen kann man nicht wegdiskutieren. Früher bin ich in alles reingesprungen. Das war nicht wirklich vorteilhaft. Ich muss sicher gut zu mir schauen, um verletzungsfrei zu bleiben.

Welches sind Ihre Ziele mit Lugano, bevor Sie zu Gottéron stossen werden?

Wir haben einen guten Start. Daran wollen wir anknüpfen. Und dann sind auch die Olympischen Spiele für mich ein grosses Thema.

fs

 

 

Mehr zum Thema