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Der Lohn als soziale Absicherung

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Ihre Mutter hatte zeitlebens nie einen Lohn, sagt Denise Schafer, Bäuerin im Wünnewiler Weiler Balsingen. Schafer wuchs in einer Bauernfamilie in Düdingen auf, wo die Rollenaufteilung «klassisch» war: Ihr Vater führte den Hof, ihre Mutter half mit und das Einkommen hatten sie zusammen. «Das hat für meine Mutter so gestimmt», so Schafer. Aber mit der Pensionierung zeigte sich, dass sie nicht besonders gut abgesichert war, und das spüre man heute.

Bei Denise Schafer ist das anders. Die 52-Jährige lebt seit 1989 auf dem elterlichen Betrieb ihres Mannes René. Sie haben drei Kinder, von denen der eine Sohn Teilzeit auf dem Hof und bei einem Lohnunternehmen arbeitet und nach abgeschlossener Ausbildung den Hof dereinst übernehmen soll.

«Ich arbeite im Betrieb, aber auch auswärts» so Schafer. Die gelernte Floristin arbeitet seit Jahren Teilzeit in ihrem an­gestammten Beruf und neu 20  Prozent im Gebäudeunterhalt des Schulhauses. «Zusammen mit der Hofarbeit sind es sicher über 100 Prozent», sagt die zweifache Grossmutter.

«Ein eigenes Standbein»

Mit ihrer Arbeit ausserhalb des Hofs hat Denise Schafer ein eigenes Standbein, wie sie sagt: «So habe ich ein bisschen mein eigenes Geld. Es ist ein Zustupf in der Kasse. Für meinen Mann stimmt das so.» Die Bäuerin erhält aber auch einen Lohn für ihre Arbeit auf dem eigenen Hof. «Wenn einmal etwas passiert, wenn der Partner krank wird oder wenn man selber ausfällt: Ohne Lohnausweis ist man nicht abgesichert. Eine Anstellung ist wichtig für eine Taggeldversicherung.»

Auch zahlen Denise und René Schafer in eine dritte Säule ein, um für die Pension besser abgesichert zu sein. «Aber es muss für den Betrieb tragbar sein.» Wie sie sagt, kümmern sie und ihr Mann sich gemeinsam um die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Hofs.

Denise Schafer ist seit 2000 im Vorstand des Freiburger Bauernverbands und seit 2017 Co-Präsidentin des Freiburger Bäuerinnen- und Landfrauenverbands.

Insbesondere durch die Kontakte mit dem Schweizer Verband bekommt sie mit, dass viele Bäuerinnen für ihre Arbeit nicht entlöhnt werden und so nur ungenügend abgesichert sind. In einer Publikation des Verbands heisst es, dass 70  Prozent der weiblichen Familienangehörigen, die auf einem Bauernhof arbeiten, weder entlöhnt werden noch Sozialversicherungen auf ihren Namen haben. Dies betreffe mehr als 30 000 Frauen. Ohne Entgelt gelten diese Frauen nicht als erwerbstätig und können so beispielsweise nicht von der Mutterschaftsversicherung profitieren, obwohl sie arbeiten. Im Falle einer Trennung, Scheidung, Pensionierung oder Witwenschaft könnten diese Frauen in eine schwierige finanzielle Lage geraten, schreibt der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband.

«Abwärtsspirale»

«Es kommt zu einer Abwärtsspirale», sagt Denise Schafer. «Oft heisst es, das Einkommen des Hofs lasse es nicht zu, Lohn auszuschütten. Das hat Folgen, wenn etwas passiert; spätestens im Alter kommt es aus.»

Die mangelnde Absicherung in der Landwirtschaft betrifft gemäss der Wünnewilerin eher die Frauen, aber nicht nur. «Eine Taggeldversicherung oder die dritte Säule sind freiwillig. Oft wird das vorhandene Geld in den Betrieb, in Maschinen und Tiere investiert.»

Sie glaubt aber auch, dass man vor allem in früheren Generationen noch wenig an diese soziale Absicherung dachte. «Heute sind es oft junge Frauen, die auf einen Hof heiraten, die aber vielleicht schon eine Ausbildung in einem anderen Beruf haben. Ihnen fällt es sofort auf, wenn sie zu wenig abgesichert sind.»

Im Rahmen ihrer Arbeit beim Bäuerinnen- und Landfrauenverband ist es für Denise Schafer wichtig, dass Bäuerinnen gut ausgebildet sind. «Mit einem Fachausweis ist auch eine Bäuerin direktzahlungsberechtigt. Sie kann einen Hof führen.» Auch die Ausbildung in Hauswirtschaft liege ihr am Herzen, etwa bei der Vermarktung regionaler und saisonaler Produkte.

Solidarität am 14. Juni

Am Frauenstreik vom 14. Juni wird Denise Schafer nicht teilnehmen, weil sie da andere Verpflichtungen hat.

Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband beteiligt sich formell am Frauenstreik. «Es geht vor allem um die Solidarität unter den Frauen», sagt Schafer. «Man kann die Anliegen der Frauen aber auch anders unterstützen als durch Streik.» Sie denkt dabei eher an eine politische Vertretung. So setzt sich der Freiburger Verband für eine starke Vertretung von Frauen aus der Landwirtschaft bei den kommenden eidgenössischen Wahlen ein. «Politisch vertreten zu sein, ist wichtig», sagt sie. So war Denise Schafer erst kürzlich dabei, als die Präsidentinnenkonferenz der Bäuerinnen und Landfrauen bei einem Stehlunch im Bundeshaus den Bundesrätinnen Simonetta Sommaruga und Viola Amherd ihre Anliegen vorbringen konnten.

Politik

Hoffnung auf die Agrarpolitik des Bundes

Der Bundesrat berücksichtigt die Anliegen der Bäuerinnen und Landfrauen in seinem Vorschlag zur Agrarpolitik AP22+. Dabei ist vorgesehen, dass ein Betriebsleiter nachweisen muss, dass der Ehepartner oder die in einer Partnerschaft eingetragene Person, die regelmässig im Betrieb arbeitet, über eine soziale Absicherung verfügt. Dies gilt sowohl für eine Vorsorge über die 2. oder 3. Säule, als auch für eine Lohnausfallversicherung. Sonst würden die Direktzahlungen in einem angemessenen Verhältnis reduziert, so sieht es der bundesrätliche Vorschlag zur AP22+ vor. Der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband unterstützt diesen Vorschlag, schreibt er in einer Mitgliederpublikation.

Ein Verdienstausfall mit Taggeld sei somit auch ein Risikoschutz für den Betrieb, argumentiert der Verband.

uh

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