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Der Meister stoppt Gottérons Siegeszug

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Im Moment ist Gottéron für die Berner so etwas wie der Lieblingsgegner. Auf der einen Seite füllt der Nachbar dem Tabellenführer Mal für Mal das Stadion, und zudem zeigen sich die Freiburger äusserst spendabel und lassen jeweils die Punkte am Ende des Spiels auch gleich noch in der Hauptstadt. Das 5:2 am Samstag war schon der achte Heimsieg der Mutzen über Gottéron in Folge und gleichzeitig die sechste Pleite der Saanestädter in Serie gegen den amtierenden Meister. Das lange Jahre ziemlich ausgeglichene Stärkeverhältnis zwischen den alten Rivalen hat sich neben und auf dem Eis zuletzt gründlich auseinanderdividiert. Beim SCB spielen im Moment im dritten und vierten Block Spieler, die in jedem anderen Klub dem Startfünfer gut zu Gesicht stünden. Gottéron könnte so den grössten Eishockeyklub im Lande wohl nur dann bezwingen, wenn seine besten Elemente einen Superabend erwischen würden. Das war im Samstagspiel in der proppenvollen Berner Arena leider nicht möglich, trat der Gast doch mit einem knappen Kader an. Nur gerade sechs gesunde Verteidiger – Sebastian Schilt ist im Freitagspiel gegen die SCL Tigers verletzt ausgefallen – und zwölf Stürmer nahmen den etwas ungleichen Kampf gegen den SCB an. Dass Sportchef Christian Dubé vor kurzer Zeit Verteidiger Gery Leeger ohne Not während der laufenden Saison ohne Gegengeschäft zu Konkurrent Zug ziehen liess, ist zumindest in diesem Lichte etwas fraglich.

Undiszipliniert

Die beste Phase hatte das zuletzt viermal siegreiche Freiburg im ersten Drittel, wo es den passiv startenden SCB bei Fünf-gegen-fünf gut im Griff hatte und eigentlich zu den besseren Chancen kam. Gleich zu Beginn scheiterte Killian Mottet nach einem Rush am ruhig bleibenden Leo Genoni, dann flog ein Schuss Cervenkas ebenfalls aus kurzer Distanz in den Fanghandschuh des Zürchers, und schlussendlich zischte ein Knaller von Topskorer Michal Birner an die Torumrandung (15.). Der erste Schuss des Heimklubs musste Goalie Ludovic Waeber erst nach drei Minuten abwehren. Die am Freitag spielfreien Berner brauchten so gesehen ein paar Minuten, um in Schwung zu kommen, während die mit viel Selbstvertrauen angetretenen Freiburger nahtlos ans starke letzte Drittel gegen die Tigers ansetzten.

Das Unheil brach dann im Mitteldrittel auf die Gäste herein, in dem man mit zwei Powerplaytoren vorentscheidend in Rückstand geriet. Der für den verletzten Maxime Noreau zum Zug kommende Mason Reymond buchte das 1:0, der Finne Mika Pyörälä brauchte dann nur gerade zwölf Sekunden, um auf 2:0 zu erhöhen. Die vielen Strafen im Mitteldrittel hätten seiner Mannschaft nicht nur zwei Tore gekostet, sondern auch viel Kraft, sagte ein leicht enttäuschter Gottéron-Trainer Mark French nach dem Match. Für einmal hatte sich das beste Powerplay der Liga gegen das bis zu diesem Derby beste Boxplay durchgesetzt.

Torreiches letztes Drittel

Obwohl Anfang des letzten Drittels in der lauten Berner Eishalle die eigene Mannschaft in Führung lag, durfte man Gottéron noch nicht abschreiben, hatte es doch zuvor lange Zeit keinen letzten Abschnitt mehr verloren. Die Freiburger zeigten dann auch Moral und kamen noch zweimal bis auf ein Tor an ihren spielerisch top besetzten Gegner heran. Zuerst lenkte Mottet einen Weitschuss von Lorenz Kienzle an Genoni vorbei ins Tor (52.), und nach Eric Blums herrlichem Knaller ins hohe Eck verkürzte Birner nochmals auf 3:2. Plötzlich war ein paar Minuten vor Schluss wieder vieles möglich.

Immer in solchen heiklen Situationen kann der Meister blitzschnell reagieren, was ihren Trainer Kari Jalonen besonders stolz macht. Thomas Rüfenacht, neben Tristan Scherwey – der im 21. Saisonspiel seine erste Strafe einkassierte – der Aggressivleader beim SCB, profitierte dann in der 57. Minute vor einem kleinen Gewühl vor Waeber und buchte aus kurzer Distanz das alles entscheidende 4:2. Der letzte Treffer in leere Tor von Mark Arcobello, übrigens dem dritten Ausländertor des Siegers, war so gesehen nur noch Resultatkosmetik. Ohne diesen Emptynetter hätte nämlich Gottéron auch dieses letzte Drittel nicht verloren. Die beiden Anschlusstore zeigten, dass Freiburg auch ohne seinen Topskorer Julien Sprunger und Nati-Verteidiger Yannick Rathgeb, beide leiden ja an Hirnerschütterungen, im Moment in allen Stadien der Liga ein ernst zu nehmender Gegner ist und im Gegensatz zur letzten Saison auch nach einem Rückstand nie aufgibt.

Frustrierter Freiburger Keeper

Der erst 21-jährige Gottérongoalie Ludovic Waeber spielte zum ersten Mal von Beginn weg in der furchterregenden Berner Arena und musste dabei seine erste Niederlage nach vier Siegen einkassieren. Nicht verwunderlich, dass er sich nach Spielschluss ziemlich frustriert gab: «In Vollbestand und auch sonst waren wir heute sicher nicht schlechter, aber die Berner haben unsere Strafen brutal ausgenützt.» Am Schluss zähle eben nur das Resultat, und deshalb seien er und seine Mannschaft im Moment sehr enttäuscht. Wenn man fünf Tore einkassieren müsse, könne man in Bern gegen diesen starken Gegner kaum gewinnen.

Keinen grossen Vorwurf machte auch French seinen Spielern, sie hätten hart gearbeitet, ein gutes erstes Drittel abgelegt, aber dann zu viele Strafen erhalten. Auf die Frage, ob die Kraft in diesem Match ein Faktor gespielt habe, antwortete er mit Nein, schliesslich habe man im letzten Abschnitt ja noch Saft für zwei Tore gehabt. Sein Gegenüber Kari Jalonen sagte, dass der SCB auf dieses aggressive Freiburg vorbereitet gewesen sei und genug Energie hatte, um auf Rückschläge zu reagieren. Am kommenden Freitag kommt es in Freiburg gleich zur Revanche. Bis dann hofft man beim Verlierer, den einen oder anderen am Samstag abwesenden Spieler wieder zur Verfügung zu haben. Denn wie eingangs erwähnt, diesen SCB kann Gottéron nur dann schlagen, wenn bei den Freiburgern alles stimmt. Das war in der ausverkauften Eishalle am Samstag nicht der Fall.

Telegramm

SC Bern – Gottéron 5:2 (0:0, 2:0, 3:2)

17 031 Zuschauer (ausverkauft). – SR Massy/Stricker, Obwegeser/Wüst. Tore: 27. Raymond (Blum, Haas/Ausschluss Slater) 1:0. 33. Pyörälä (Moser, Ebbett/Ausschluss Meunier) 2:0. 52. (51:16) Mottet (Kienzle, Stalder) 2:1. 53. (52:47) Blum (Untersander, Arcobello) 3:1. 54. (53:10) Birner (Abplanalp, Slater) 3:2. 57. Rüfenacht (Moser, Arcobello) 4:2. 59. Arcobello (Moser, Rüfenacht) 5:2 (ins leere Tor). Strafen: 4-mal 2 plus 10 Minuten (Rüfenacht) gegen Bern, 7-mal 2 Minuten gegen Gottéron.

SC Bern: Genoni; Untersander, Blum; Andersson, Gerber; Kamerzin, Krueger; Burren; Bodenmann, Ebbett, Pyörälä; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Raymond, Haas, Scherwey; Berger, Hischier, Randegger.

Freiburg-Gottéron: Waeber; Kienzle, Stalder; Holos, Abplanalp; Glauser, Chavaillaz; Mottet, Slater, Birner; Rossi, Bykow, Cervenka; Fritsche, Meunier, Vauclair; Neuenschwander, Schmutz, Chiquet.

Bemerkungen: Bern ohne Noreau. Gottéron ohne Rathgeb, Sprunger, Schilt, Marchon (alle verletzt), Rivera (gesperrt) und Brust (überzähliger Ausländer). – Pfostenschüsse: 26. Andersson, 36. Untersander. – Timeout Gottéron (35.). – Gottéron von 58:23 bis 58:56 ohne Goalie.

Die FN-Besten: Blum, Slater.

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