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Der Murtner im Schweden-Sturm

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Natürlich sei es sein Ziel, bei Gottéron zu bleiben und möglichst viel auf dem Eis zu stehen, aber er habe kein Problem damit, dass stets die Möglichkeit bestehe, zum Partnerclub Ajoie abgeschoben zu werden. Das sagte Sandro Schmid zu Beginn der Saison im Interview mit den FN. Tatsächlich absolvierte der 19-jährige Murtner im November zwei Spiele mit den Jurassiern in der Swiss League.

Wie weit der Stürmer mittlerweile von der Zweitklassigkeit entfernt ist, zeigte das Spiel vom Donnerstag in Zürich. Als im Hallenstadion der Puck zu Spielbeginn eingeworfen wurde, stand auf der einen Seite der zweitbeste Skorer der Liga, Garrett Roe, am Bullypunkt – und auf der anderen Seite Sandro Schmid. Links und rechts von ihm wie zuletzt üblich die beiden Schweden Viktor Stalberg und Daniel Brodin. «Natürlich hätte ich vor der Saison nicht gedacht, dass ich in der entscheidenden Phase mit zwei Ausländern im Sturm spiele, aber es freut mich sehr», sagte Schmid gestern nach dem Training. «Mit Stürmern zusammenzuspielen, die NHL- und Länderspielerfahrung haben, macht natürlich vieles leichter. Dennoch versuche ich nicht einfach, ihnen möglichst schnell den Puck zu geben und sie das Spiel machen zu lassen – ich will auch selber etwas kreieren.»

Ein bescheidener Arbeiter

Eine Aussage, die zeigt, dass Sandro Schmid über ein gesundes Selbstvertrauen verfügt. Gleichzeitig attestieren ihm Weggefährten stets zwei weitere Charaktereigenschaften, die in einer Sportlerkarriere von Vorteil sind: Bescheidenheit und eine gute Arbeitsethik. «Er ist ein guter Junge, bei ihm besteht nie die Gefahr, dass er abheben könnte», sagt Trainer Christian Dubé. Schmids 16  Jahre älterer Teamkollege Marc Abplanalp, der in seiner Karriere so manchen jungen Spieler hat kommen und gehen sehen, ergänzt: «Bei ihm hat man sofort gemerkt, dass er jeden Tag motiviert ist, sich zu verbessern. Ich habe auch schon junge Spieler erlebt, die zwar glücklich waren, mit der ersten Mannschaft spielen oder zumindest mittrainieren zu können, die aber nicht bereit waren, diese Extradinge zu leisten, die dir als junger Spieler helfen, dich weiterzuentwickeln. Sandro hingegen macht das jeden Tag.» Deshalb sei er mit 19 eishockeytechnisch bereits so weit, sagt Abplanalp. «Er hat enormes Potenzial; in diesem Alter sind die meisten technisch und vor allem auch in Sachen Spielverständnis längst nicht so gut, wie er es ist.» Dubé sieht das ähnlich: «Die anderen Stürmer spielen gerne mit Sandro, weil er sehr intelligent spielt und selten den Überblick verliert.» Das habe wohl auch mit seinem Charakter zu tun, erklärt Abplanalp. «Er ist sehr ruhig – auch auf dem Eis. Er wird nie verrückte Sachen oder harte Crosschecks machen und sich auch nicht lautstark bei den Schiedsrichtern beschweren. Er spielt überlegt, und das ist gut so.»

Hilfreiche Jahre in Schweden

Auch im Gespräch wirkt Sandro Schmid überlegt und reif. Das habe einerseits tatsächlich mit seinem eher ruhigen Charakter zu tun, sagt er. «Andererseits haben mir vielleicht auch meine drei Jahre in Schweden geholfen, schneller erwachsen zu werden.» Gleich nach der obligatorischen Schulzeit verliess Schmid die Schweiz in Richtung Malmö, wo er bei seiner Tante wohnte und mit den Malmö Redhawks drei Saisons in der starken schwedischen Junioren-Liga spielte. «Wenn mich Leute fragen, ob ich das für sie oder ihre Kinder empfehlen würde, antworte ich immer mit Ja. Egal, ob es Schweden, Kanada oder Finnland ist, in das Ausland zu gehen, hilft sicher dabei, selbstständig zu werden.» Dass er nun mit seinen Sturmpartnern Stalberg und Brodin Schwedisch sprechen kann, ist ein schöner Nebeneffekt. «Tatsächlich spreche ich mit ihnen fast mehr als mit allen anderen im Team. Schön, dass ich so mein Schwedisch auffrischen kann.»

Geholfen habe ihm die Zeit in Malmö auch eishockeytechnisch. «Ich weiss nicht, wie es sonst herausgekommen wäre, vielleicht ja genauso gut. Aber in Schweden war das Training sehr hart, da kassierst du schnell einmal ein paar Checks und Stockschläge.»

Ein Foto mit Andrei Bykow

Wohl auch deshalb hat er sich im Profi-Eishockey erstaunlich schnell zurechtgefunden. «In den ersten 10, 15 Spielen war ich vor jedem Spiel recht nervös.» Schliesslich spielte er plötzlich im selben Team wie seine Jugendidole Andrei Bykow und Julien Sprunger. «Es gibt ein Foto von mir und Andrei, als ich acht und er wohl etwa 21 Jahre alt war. Ich trainierte damals noch in Düdingen, und er war bei uns zu Besuch.» Zu Beginn sei es deshalb speziell gewesen, plötzlich mit ihm zusammenzuspielen. «Aber mittlerweile ist das zur Normalität geworden.» Fragt man Schmid nach seinen Karrierezielen, schimmert seine Bewunderung für das Freiburger Duo jedoch immer noch durch. «Ich möchte ein dominanter Spieler in dieser Liga werden – so wie Andrei und Julien.»

Noch viel Luft nach oben

Bei allem Lob weiss der zweifache U20-WM-Teilnehmer, dass er seinen Aufstieg in der Hierarchie nicht zuletzt der Verletzung von Andrei Bykow zu verdanken hat – und dass er noch viel verbessern muss. «Ich muss mich in allen Belangen steigern. Defensiv habe ich bereits ein bisschen mehr Vertrauen in mein Spiel als offensiv. Die Offensive ist deshalb wohl die erste Sache, die ich verbessern muss. Von unserer Linie erwartet man mehr Punkte», so Schmid, der nach 32  Einsätzen bei einem Tor und vier Assists steht. Seine aufsteigende Tendenz beweist jedoch die Tatsache, dass er alle vier Assists in den letzten sechs Spielen holte.

«Natürlich muss Sandro noch viel lernen. Er muss vor allem physisch zulegen und an seiner Explosivität und Schnelligkeit arbeiten», sagt Christian Dubé. «Aber mal ehrlich: Anfang Saison war er im vierten Block und erhielt wenig Eiszeit. Nun steht er über eine Viertelstunde pro Spiel auf dem Eis, spielt im Powerplay und tritt gegen die gegnerischen Toplinien mit Spielern wie Garrett Roe an – da kann ich momentan definitiv nicht mehr von ihm verlangen, als das, was er derzeit bietet.»

Der heutige Gegner

Fakten zu Servette

• Das Überraschungsteam aus Genf wurde zuletzt ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Von den letzten sieben Spielen verlor Servette deren fünf.

• In Sachen Direktduelle liegt Servette in dieser Saison gegen Gottéron mit 1:3 im Hintertreffen.

• Die Top 4 der Skorerliste bilden die vier Ausländer. Topskorer ist mit 15 Toren und 23 Assists Tommy Wingels.

Vorschau

Heute wieder mit Reto Berra im Tor

Obwohl Ludovic Waeber entscheidend am 2:1-Sieg am Donnerstag in Zürich beteiligt gewesen war, kehrt heute für das Heimspiel gegen Genf Reto Berra ins Tor von Gottéron zurück. Während Berra nach überstandener Grippe gestern wieder mittrainierte, fehlten Ralph Stalder, Killian Mottet und Viktor Stalberg. «Es gibt ein paar Bobos und ein paar Krankheitsanzeichen. Mottet ist fraglich, die beiden anderen sollten spielen können», sagte Trainer Dubé, der am Morgen selbst nicht im Training war, am Nachmittag am Telefon gegenüber den FN.

Erneut eine Igeltaktik?

Er erwartet gegen die Westschweizer ein weiteres hartes Spiel. «Gegen Genf gibt es immer einen grossen Kampf, es ist eine physisch sehr starke Mannschaft. Es wird wichtig sein, selber genügend aggressiv ans Werk zu gehen.» Bei den nicht unbedingt erwarteten Siegen in Lausanne und Zürich holte sich Freiburg die Punkte zuletzt mit einer Igeltaktik. Ist das das neue Erfolgsrezept? Oder wird Gottéron zu Hause wieder offensiver auftreten? «Es ist eigentlich nie unser Plan, hinten reinzustehen, auch wenn unsere Stärke sicher eher in der Defensive und bei den guten Goalies liegt», sagt Dubé. «Wir hatten uns zuletzt aber vorgenommen, kompakter zu stehen und unseren Torhüter besser zu schützen. Das ist uns gelungen. Aber natürlich gibt es auswärts gegen starke Teams wie Lausanne oder Zürich manchmal Situationen, in denen du ein, zwei Minuten im eigenen Drittel eingeschnürt wirst.» Dann gelte es, das Gewitter zu überstehen und möglichst viele Schüsse zu blocken.

 

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