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«Der Name ist nicht wichtig»

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Es war am Freitagabend kurz vor acht schwierig, bei der Mehrzweckhalle in Plasselb einen Parkplatz zu finden. Dicht aneinandergereiht standen die Autos, gut gefüllt waren denn auch die Stuhlreihen in der Halle. 250 Einwohnerinnen und Einwohner aus Brünisried, Oberschrot, Plaffeien, Plasselb und Zumholz liessen sich über die im Juli un- terzeichnete Fusionsvereinbarung der fünf Gemeinden informieren (siehe Kasten). Zwei Dinge prägten die Diskussion: Niemand sprach sich gegen die Fusion an und für sich aus. Und immer wieder stand jemand auf und begann sein Votum mit: «Ich habe noch etwas zum Namen…»

«Zusammenhalten»

Die Meinungen zum Namen scheinen klar zu sein: Die Plaffeier möchten, dass die neue fusionierte Gemeinde Plaffeien heisst, alle anderen möchten den Namen Schwarzsee. Die Argumente der Plaffeier sind: Plaffeien sei das Zentrum der fünf Gemeinden und Schwarzsee sei ein Tourismusort und keine Gemeinde. Die Argumente der anderen sind: Plaffeien solle nicht die «Herrschaft» haben, und gebe es eine neue Gemeinde, solle sie auch einen «neuen» Namen haben.

«Wieso setzt uns die Arbeitsgruppe diese beiden Namen vor? Weshalb konnten wir nicht selbst Vorschläge einbringen?», fragte ein Anwesender. «Für uns sind diese beiden möglich und wir wollten wissen, wie ihr darüber denkt», sagte Otto Lötscher, Ammann von Plaffeien und Präsident der Arbeitsgruppe. «Wir haben die Leute in der Arbeitsgruppe gewählt, sie arbeiten für uns, wir sollten ihnen vertrauen», sagte ein Anwesender. «Bei vielen Fusionen können die Leute gar nichts zum Namen sagen», hielt Roland Schmid, juristischer Berater beim Amt für Gemeinden, fest. Etliche Anwesende sagten auch: «Der Name ist nicht wichtig, wich- tig ist, dass die Fusion gelingt.» Und ein Mann hielt fest: «Wir sollten uns nicht wegen des Namens zerfleischen. Wir müssen zusammenhalten.»

«Alleine nicht gerüstet

Ein Anwesender wollte wissen, was die Gemeinden durch eine Fusion einsparen können. «Nichts», antwortete der Brünisrieder Ammann Walter Marti. «Die Frage ist falsch gestellt», meldete sich der Sensler Oberamtmann Nicolas Bürgisser zu Wort. «Ihr müsst fragen, ob ihr als einzelne Gemeinden gerüstet seid für die Zukunft. Ihr seid es nicht», sagte er unverblümt. «Demissioniert ein Gemeinderat, ist es jedes Mal ein Drama, einen Nachfolger zu finden. Die Aufgaben werden komplexer und sind für eine kleine Gemeinde kaum mehr zu bewältigen.»

Ein Bürger fragte, wie die Zusammensetzung des Gemeinderates nach der ersten Legislatur aussehen würde. «Ist es möglich, dass es aus kleinen Dörfern keine Vertreter mehr gibt?»–«Das Risiko besteht», antwortete Otto Lötscher. «Aber auch das Gegenteil ist möglich.»–«Ich hätte am liebsten die Klügsten im Gemeinderat», sagte da Bürgisser und sorgte für Lacher.

«Andere Punkte verdrängt»

«Ich bin froh, sind so viele gekommen», sagt Otto Lötscher nach der Versammlung den FN. Es sei etwas scha- de, dass die Namensfrage andere wesentliche Punkte verdrängt habe. «Der Name ist nicht so wichtig, denn jedes Dorf behält ja seinen Namen.» Die gute Stimmung habe ihn jedoch gefreut.

Die Parkplätze blieben denn auch noch eine Weile be- setzt. Die Brünisrieder, Oberschroter, Plaffeier, Plasselber und Zumholzer tranken ein Bier zusammen–und unterhielten sich über den Gemeindenamen und vieles anderes.

Vereinbarung: So schlank wie möglich

I n einer Hauptarbeitsgruppe und sieben Unterarbeitsgruppen arbeiten die Verantwortlichen aus den fünf Gemeinden Brünisried, Oberschrot, Zumholz, Plaffeien und Plasselb seit eineinhalb Jahren an der Fusion. Sie stellten am Freitagabend die wichtigsten Punkte vor: Der Steuerfuss der neuen Gemeinde wird bei 98 Prozent für natürliche Personen und bei 93 Prozent für juristische Personen liegen. «Wir haben die letzte laufende Rechnung analysiert, Budgets und Finanzpläne zusammengefasst und Investitionen geprüft», sagte Walter Marti, Ammann von Brünisried. «Es ist ein realistischer Steuerfuss, mit dem der neue Gemeinderat seine Arbeit problemlos beginnen kann.»

Die Primarschulen sollten in den Dörfern bestehen bleiben, sagte Irene Herzog, Gemeindepräsidentin von Zumholz. «Plasselb wird in den Schulkreis der ande- ren vier Gemeinden aufgenommen, daneben ändert sich nichts.»

Im Bereich öffentliche Sicherheit ändert sich nicht viel: Feuerwehr, Zivilschutz und Gemeindeführungsorgan sind bereits fusioniert. Etliche Reglemente, wie etwa zu Abfall oder Wasser, müssen dagegen in den ersten zwei Jahren nach der Fusion harmonisiert werden.

Am Sonntag stimmen die fünf Gemeinden konsultativ über den künftigen Namen ab, am 8. März 2015 findet die definitive Fusionsabstimmung statt. mir

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