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Der Nati-Schuhtüftler: Er ist Nike und Co. meist einen Schritt voraus

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Jean Benoit Schüpbach präpariert seit 25 Jahren die Schuhe der Nati-Stars. Mit seinen Erfindungen gehört er weltweit zu den innovativsten seines Fachs. Trotzdem bleibt ihm nicht viel anderes übrig, als tatenlos zuzuschauen, wie Weltkonzerne seine Ideen kopieren.

«Für uns Spieler ist er Gold wert», sagt Nati-Goalie Yann Sommer. «Er hat immer wieder neue Ideen und Lösungen. Er gehört zu den besten seines Fachs und ist ein toller Mensch, der immer ein offenes Ohr für uns hat.» Und Verteidiger Nico Elvedi meint: «Ohne ihn hätte ich an der EM beim historischen Sieg gegen Frankreich nicht spielen können.»

Er, das ist keiner aus der ersten Reihe. Es ist einer, der seit 1999 bei der Nati dabei ist, sich aber nie in den Vordergrund gedrängt hat, obwohl er weltweit als absolute Kapazität gilt. Er, das ist der 63-jährige Schuhtüftler Jean-Benoît Schüpbach, der den globalen Multis wie Nike, Adidas oder Puma meist so weit voraus ist, dass denen nichts anderes übrig bleibt, als seine Erfindungen zu kopieren – und der selbst den grossen Zlatan Ibrahimovic glücklich gemacht hat.

«Nach einem Schlag im Spiel bei der EM 21 gegen die Türkei hat er mir eine Spezialanfertigung gemacht und den Schuh so verändert, dass ich trotz dicker Schwellung reinkam», erzählt Elvedi. «Ich spielte damit gegen Mbappé und wir haben gewonnen. Ich werde Schüppi ewig dankbar sein.»

Marnand, 161 Einwohner, mehr Weiler als Dorf, acht Kilometer südlich von Payerne. Hier hat Schüppi, wie er von allen genannt wird, sein Sportgeschäft. Und hier hat alles begonnen. Und zwar, weil ihn die Füsse in den Skischuhen immer fürchterlich geschmerzt haben. Also begann er herumzutüfteln und fand bald eine Lösung. Als Stéphane Henchoz, der ein paar Dörfer weiter weg wohnte, davon hörte, bat er Schüpbach um Einlagen für die Fussballschuhe.

Die Sache war erfolgreich, was sich in der Branche schnell herumsprach. So nahm ihn Puma, damals wie heute Ausrüster der Nati, unter Vertrag. Doch die Sache war nicht unkompliziert. Im Vergleich zu heute war damals vertraglich festgehalten, dass 80 Prozent der Nati-Spieler mit Puma spielen müssen – heute sind sie frei.

Als Schüpbach den Puma auf die Schuhe malte

Das Problem: Viele Spieler fühlten sich unwohl mit den Raubkatzen-Schuhen. «Die Stars wie Sforza, Yakin und Türkyilmaz gehörten zu den 20 Prozent, die freie Wahl hatten», erzählt Schüppi. Und die anderen? «Da galt die Abmachung, dass ihre Schuhe schwarz sein müssen und ich habe Van Gogh gespielt», sagt er mit einem verschmitzten Schmunzeln und zeichnet einen Puma in die Luft.

Jean Benoit Schüpbach.
Bild:Keystone

2005 wurde Schüpbach vom Fussballverband angestellt. Schliesslich hatte man längst sein Talent entdeckt, nicht nur für jeden Fuss den Schuh passend zu machen. Schüpbach tüftelte auch erfolgreich am Unterbau der Schuhe.

Früher, vor Schüpbach, gab es zwei Arten von Fussballschuhen. Solche mit eher kurzen Kunststoffnocken für trockene, harte Böden. Und jene mit längeren Schraubstollen für tiefes Terrain. Damit gab sich Schüppi nicht zufrieden. Er entwickelte eine Mischform, «weil man damit mehr Halt hat als mit Nockenschuhen aber der Komfort höher ist als mit Stollenschuhen. Und je nach Fussform platziere ich die Stollen und Nocken individuell.»

Ewig lange dauert es nicht, bis die Multis dieses Kombi-System kopieren. Doch patentieren liess Schüppi seine Erfindungen nie. «Ach, das bringt doch nichts», sagt er. «Sie hätten sowieso abgekupfert. Ausserdem fehlt mir das dicke Portemonnaie für einen Rechtsstreit. Es ist für mich eine grosse Genugtuung, wenn Weltkonzerne meine Ideen übernehmen.»

Nur vier statt sechs Stollen

Dazu gehören auch Konkav-Stollen und wohl bald auch sein jüngster Coup, den er speziell für Offensivspieler wie Xherdan Shaqiri auf diese EM hin entwickelt hat. Und zwar: Nur vier statt sechs Stollen vorne, der Rest Nocken. «Damit die Spieler bei einem Schlag eines Gegners mehr rutschen als früher. Denn bleibt man im Rasen hängen, erhöht das die Verletzungsgefahr.»

Einlagen und Stollen, damit nicht genug. Fast bei jedem Schuh demontiert er die Fersenkappe und ersetzt sie durch eine leichtere. Warum? «Je schwerer der hintere Teil des Schuhs ist, desto höher die Gefahr von Wadenmuskel-Problemen.»

Doch sind die modernen, hoch entwickelten Schuhe nicht besser als jene, die wir vor 30 Jahren an den Füssen trugen? «Ich denke nicht», sagt Schüpbach. «Design, Plastik, Luftschleusen, Carbon – alles gut fürs Marketing. Aber die Füsse haben es lieber einfach.»

Schüpbach präpariert 2006 die Schuhe von Samuel Eto’o

Wer wie Schüpbach seit 25 Jahren zur Nati gehört und für die Spieler nicht nur der Schuhtüftler, sondern auch ein Stück weit Seelendoktor ist, hat viel zu erzählen. Nur ist der Waadtländer nicht der Typ, der mit Anekdoten hausieren geht. Doch einige Geschichten sind ihm doch zu entlocken.

Beispielsweise von der WM 2006 in Deutschland. Da wurde er gefragt, ob er für den kamerunischen Superstar Samuel Eto’o die Schuhe präparieren könne. Obwohl die Afrikaner nicht Gegner der Schweiz waren, fragte er Köbi Kuhn, der sofort einwilligte. «Ach, der Köbi, das war ein wunderbarer Mensch, weil er für eine ausserordentlich gute Ambiance gesorgt und allen im Team fast blind vertraut hat», sagt Schüpbach.

Jean Benoit Schüpbach an der WM 2006 in seiner rollenden Werkstatt.
Bild: Eddy Risch/Keystone

Danach kam Ottmar Hitzfeld, «ein grosser Monsieur. Er war etwas strenger als Köbi, aber doch nicht zu streng, weil er ein intelligenter Mensch ist.» Und Vladimir Petkovic? «Er hatte seinen eigenen Führungsstil. Aber auch er hatte Erfolg.» Und Yakin? «Ich kannte ihn schon als Spieler und habe ihm damals gesagt: ‹Du wirst ein grosser Trainer.› Er wirkt vielleicht etwas leger, aber das ist er nicht. Für uns ist es sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten, weil er sich nicht über alles und jeden stellt und es ihm wichtig ist, Freude und Arbeit zu verbinden. Wir vom Staff geben alles für ihn.»

Verratti, Ibrahimovic und ein Weltstar aus Barcelona

Eto’o war nicht der einzige Spieler ausserhalb der Schweizer Nati, für den Schüpbach die Schuhe präparierte. Italiens Marco Verratti zählte ebenso zu seinen Kunden wie der Belgier Daniel van Buyten. Ein ehemaliger, sehr berühmter Barcelona-Kicker liess Schüpbach extra einfliegen. Wer das war, darf Schüpbach bis heute nicht verraten, weil er eine Geheimhaltungsklausel unterschrieben hatte. Aber so viel verrät er doch: Mit den Schuhen, die er für den Weltstar präparierte, verschwanden dessen chronische Muskelbeschwerden.

Es kam aber auch vor, dass er einem Grossen des Weltfussballs die Schuhe präparierte, ohne es zu wissen. So passiert bei Zlatan Ibrahimovic. Dieser sah beim Ex-Basler Daniel Majstorovic, Teamkollege im schwedischen Nationalteam, erstmals das Mixed-System aus Nocken und Stollen und wollte das auch. Also erteilte er Majstorovic den Auftrag, ihm solche Schuhe zu besorgen. Als der damalige FCB-Spieler Reto Zanni mit Schuhen diverser FCB-Spieler nach Marnand fuhr, waren darunter auch jene von Ibrahimovic. Wochen später erhielt Schüpbach eine SMS von Zanni: «Zlatan Ibrahimovic bedankt sich für die Schuhe, er ist sehr glücklich damit.»

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