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Der ominöseste aller Tage

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Wenn sich Herr Freiburger heute schon am morgendlichen Frühstückstisch den Kaffee über die Krawatte schüttet, wenn Frau Freiburger danach auf der Spitalgasse auf einer Bananenschale ausrutscht, und wenn beide anschliessend bei der Ausfahrt Freiburg-Nord im Stau stehen und zu spät zur Arbeit kommen, dann kann eigentlich nur eines der Grund sein: Es ist Freitag, der Dreizehnte! Oder doch nicht?

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Auswertungen von Unfalldaten haben ergeben, dass sich an einem Freitag, dem Dreizehnten, nicht mehr Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden ereignen als an anderen Freitagen. Eine Auswertung der Zürich-Versicherung zeigte, dass an Freitagen, die auf den Dreizehnten eines Monats fielen, gar weniger Schadensfälle verzeichnet wurden als an allen anderen Freitagen im Jahr. Auch eine Untersuchung durch den deutschen Automobilklub ADAC ergab für das Jahr 2009, dass an den drei Freitagen am Dreizehnten in jenem Jahr die Zahl der Unfallmeldungen im Mittel nur 894 betrug, während an allen anderen Tagen durchschnittlich 975 Unfälle gemeldet wurden. Offen bleibt allerdings, ob an jenen Schicksals-Freitagen einfach mehr Leute ihr Auto aus Angst zu Hause lassen.

Todestag Jesu

Jedes Kalenderjahr hat mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf einen Dreizehnten fallen. Dieses Jahr ist dies im April und im Juli der Fall, im kommenden Jahr im September und im Dezember.

Es gibt viele Versuche, diesen Aberglauben zu deuten. Einer davon beruht auf der Tatsache, dass die Dreizehn und der Freitag jeweils einzeln schon seit langem als Unglückssymbole gelten. Die 13 überschreitet das geschlossene Zwölfersystem – welches unter anderem in der Zahl der Monate, der Apostel und der Stämme Israels zum Tragen kommt. Ausserdem ist die 13 als Primzahl nur durch eins und sich selbst ohne Rest teilbar, was ihr ebenfalls eine besondere Bedeutung verleiht. Viele Hotels haben beispielsweise keinen 13. Stock. Auch die Beinahe-Katastrophe der Mondmission Apollo  13 wird in diesem Zusammenhang oft erwähnt.

Auch der Freitag hat es in sich. An einem Freitag wurde Jesus Christus gekreuzigt. Die Behauptung, dass der sogenannte «Schwarze Freitag», mit dem der Börsenkrach von 1929 begann, mit dem Freitag, dem Dreizehnten, zu tun hat, ist indes falsch. Denn in den USA war es zum Zeitpunkt des Börsenkrachs noch Donnerstag.

Jeweils ein Millionenschaden

Die irrationale Furcht vor dem Freitag, dem Dreizehnten, nennt man die Paraskavedekatriaphobie. Diese Phobie kann so weit führen, dass Betroffene geplante Reisen und Termine absagen oder sich an jenem Tag gar nicht aus dem Bett getrauen. Gemäss einer amerikanischen Studie litten im Jahr 2003 zwischen 17 und 21  Millionen US-Bürger unter dieser Phobie. Den dadurch entstehenden volkswirtschaftlichen Schaden schätzten die Forscher auf 800 bis 900  Millionen Dollar pro Freitag, den Dreizehnten. Eine andere Studie ergab, dass an solchen Freitagen drei- bis fünfmal mehr Arbeitnehmer krankgeschrieben sind als im Durchschnitt.

«Ein Volksaberglauben»

«Ich muss zugeben, dass ich mich noch nie ernsthaft mit diesem Thema beschäftigt habe», sagt Pater Pascal Marquard, Bischofsvikar für Deutschfreiburg und Guardian des Freiburger Franziskanerklosters. «Es handelt sich bei der Furcht vor dem Freitag, dem Dreizehnten, aber wohl um einen reinen Volksaberglauben. Dieser entbehrt jeglichen theologischen Fundaments.»

«Es scheint sich im Prinzip um einen Volksaberglauben zu handeln», bestätigt auch Christoph Bühler, reformierter Pfarrer der Kirchgemeinde bernisch und freiburgisch Kerzers. Allerdings könnte der Freitag an den Karfreitag erinnern und insofern eine gewisse religiöse Relevanz haben. In vielen katholischen Gebieten werde an Freitagen kein Fleisch gegessen.

Der Freitag sei nach der germanischen Göttin Frigg benannt worden, so Bühler weiter. Sie sei die Göttin der Ehe und Mutterschaft sowie die Hüterin des Herdfeuers. Da solche Göttinnen im Zuge der Christianisierung immer wieder patriarchal unterdrückt und schlecht gemacht worden seien, könne er sich gut vorstellen, dass versucht worden sei, Frigg mit der babylonischen Unterweltszahl gleichzusetzen – nach dem Motto: Muttergöttin = Teufel. Dazu passe eher zufällig, dass in der Offenbarung der Satan mit einer Schlange und einem Drachen gleichgesetzt werde – beides seien weibliche Symbole.

Dazu komme die Zahlenmystik der Zahl 13, die babylonische Unter­welts­zahl als Sprengerin des vollendeten und geschlossenen Zwölfersystems – wobei die 13 ja vielerorts auch als Glückszahl gelte. «Bei all diesen Themen bewegen wir uns aber auf dünnem, spekulativem Eis», gibt Bühler zu bedenken.

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