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Der Polizist feuerte sieben Schüsse ab

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Autor: Nicole Jegerlehner

«Das Opfer war entgegen ersten Informationen nicht 20, sondern 18 Jahre alt»: Der Freiburger Untersuchungsrichter Olivier Thormann musste an der gestrigen Pressekonferenz in der Einsatzzentrale der Freiburger Kantonspolizei in Granges-Paccot seine Angaben vom Sonntag korrigieren. Er hatte auch Neuigkeiten: «Der Fahrer ist 19 Jahre alt und – wie das Opfer – Franzose.»

Die beiden Jugendlichen hatten zusammen mit anderen in der Nacht auf Sonntag in Lyss Luxusautos gestohlen (siehe auch Kasten). Die Berner Kantonspolizei alarmierte ihre Freiburger und Waadtländer Kollegen. Diese verfolgten die Autos auf der Autobahn A 1. Im Tunnel bei Sévaz errichtete die Polizei eine Barriere mit einem Nagelgurt.

Diebe waren unbewaffnet

Zwei Waadtländer Polizisten waren im Tunnel, als sich das eine Auto näherte. Einer der Polizisten feuerte seine auf Einzelschuss eingestellte Maschinenpistole sieben Mal ab. «Nur er hat geschossen», sagte Thormann. Vier der Schüsse trafen das Auto, ein Schuss durchschlug die Windschutzscheibe. «Das war der tödliche Schuss.» Die Polizei hat die drei weiteren Patronenhülsen gefunden, nicht aber die Einschusslöcher.

Der 18-jährige Beifahrer verstarb sofort. «Die Autopsie zeigte, dass der Schuss absolut tödlich war», sagte Thormann. Weder der Fahrer noch das Opfer trugen Waffen auf sich.

Warum hat der Polizist geschossen? Glaubte er sich in Lebensgefahr? Nahm er an, dass er es mit bandenmässiger Kriminalität zu tun hatte? In diesen Fällen – und wenn Dritte gefährdet sind – können Polizisten ihre Schusswaffen einsetzen. Am Sonntag, gleich nach dem tödlichen Schuss, wurden die beiden Polizisten, die im Tunnel waren, getrennt und unabhängig voneinander durch Polizisten befragt. Auch alle anderen Polizisten, die am Einsatz beteiligt waren, wurden befragt.

Beide Polizisten befragt

Am Sonntag vernahm der Untersuchungsrichter den Polizisten, der geschossen hatte, in Anwesenheit seines Anwalts; er leitete gegen ihn eine Strafuntersuchung wegen Tötung oder allenfalls fahrlässiger Tötung ein. Später befragte Thormann beide Polizisten gemeinsam. «Diese Abfolge gewährleistet, dass keine Absprache stattfinden kann», sagt Thormann. Zugleich sei es wichtig gewesen, die Polizisten möglichst rasch zu befragen, «wenn die Erinnerung noch frisch ist». Weil er noch weitere Polizisten befragen wird, will Thormann nichts zum Hergang der Ereignisse sagen. «Das könnte sie beeinflussen.»

Thormann wird sich die Aufnahmen des Polizeifunks anhören. «Damit kann ich mir ein Bild darüber machen, was die Polizisten zum Zeitpunkt ihres Einsatzes wussten und annahmen.»

Der Polizist, der die Schüsse abgegeben hat, ist auf freiem Fuss. Er ist seit acht Jahren bei der Polizei. Nun wurde er beurlaubt und erhält psychologische Unterstützung. Beim Einsatz am Sonntag war er in Begleitung eines Vorgesetzten gewesen, der seit 18 Jahren bei der Polizei arbeitet. Parallel zur Strafuntersuchung hat die Waadtländer Kantonspolizei eine interne Administrativuntersuchung eröffnet.

Die Familie ist angereist

Die Familie des Opfers ist aus Frankreich angereist und hat den Untersuchungsrichter getroffen. Sie hat einen Anwalt eingeschaltet.

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